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Die WBG in Frankfurt möchte den Röderbergweg im Ostend nahverdichten. Selbst die überarbeiteten Pläne lehnen die Mieter ab. 

Wohnungsnot

Das wollen wir nicht! Mieter lehnen Pläne der WBG im Ostend ab 

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Die WBG in Frankfurt möchte den Röderbergweg im Ostend nahverdichten. Selbst die überarbeiteten Pläne lehnen die Mieter ab. 

Frankfurt - Das sei immer noch "ein Monsterbau". Rainer Weber ist aufgewühlt, als er in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 4 (Bornheim, Ostend) das Wort ergreift. Der geplante Mehrfamilienhausneubau im Hof älterer Mehrfamilienhäuser stößt bei Weber und weiteren Nachbarn von der Mieterinitiative gegen Nachverdichtung auf Widerstand. Und das auch weiterhin, obwohl die Pläne für das Vorhaben nun überarbeitet wurden.

Das Haus mit "14 bezahlbaren Wohnungen" mit zwei bis vier Zimmern will die Wohnbaugenossenschaft (WBG) im Innenhof der Liegenschaft im Röderbergweg 75-81 errichten. Der Neubau führe auch bei den Bestandsmietern zu einer niedrigeren Miete, weil der Flächenanteil des Grundstücks auf weitere Wohnungen aufgeteilt werden könne. Nun würden 772 Quadratmeter Fläche überbaut.

Erste Baupläne der WBG abgelehnt

Bisher füllen dort jedoch Garagen bereits 763 Quadratmeter Fläche. Weil beim Neubau das Dach begrünt und die Tiefgarage von Erde überdeckt werde, blieben künftig nur 503 Quadratmeter versiegelte Fläche - und somit "ein ökologischer Vorteil", betont die WBG. Die ersten Baupläne hatte die Bauaufsicht zuvor abgelehnt, weil der Bau 34 statt der im Ostend zulässigen 30 Prozent der Grundstücksfläche beanspruchen sollte. So hatte die WBG das Gebäude niedriger bauen wollen statt der zulässigen viereinhalb Stockwerke.

Was sie nun geändert hat, teilte die WBG in einer Presseerklärung zwar nicht mit (diese Zeitung berichtete). Allerdings: Den zweiten Bauentwurf haben die Behörden nun genehmigt. Der neue Bau soll vier Stockwerke hoch werden. Ihren Mitgliedern will die WBG die Pläne an diesem Mittwoch (15. Mai) ab 18.30 Uhr im Saalbau vorstellen.

Frankfurter WBG: Nachbarschaft ist gegen die Pläne

Eine "große Mehrheit in der Nachbarschaft" sei weiterhin "gegen dieses Ding", erklärt Rainer Weber. Denn dass der erste Bauantrag nicht genehmigungsfähig gewesen sei, "spricht für massive Mängel und nicht nur kleine Formfehler". Aus anderen Stadtteilen und selbst aus der Mitgliederschaft der WBG hätten die Gegner Zuspruch bekommen für ihren Widerstand. Kritik richtet Weber auch an die Stadtregierung: Die habe auf eine Anfrage, was und warum im Ostend sonst noch gebaut werde, nur "schwach" geantwortet. 

Deshalb fordert der engagierte Nachbar Unterstützung der parlamentarischen Gremien: "Bürger müssen wissen, warum ihnen Nachverdichtungsprojekte in die Hinterhöfe geknallt werden." Immerhin teile der Magistrat die Forderungen der Röderbergweg-Kritiker. Nun sieht Rainer Weber die Ortsbeiratsmitglieder "in der Pflicht, den Magistrat zu beaufsichtigen, dass er diese Selbstverpflichtung auch umsetzt".

Frankfurter WBG lässt Bäume fallen

Kritik übt Weber auch daran, dass die WBG "in einer Blitzaktion" Bäume im Innenhof habe fällen lassen. Dass sei "verheerend" für das Mikroklima angesichts immer heißer werdender Sommer. Diese Fällung hatte aus Sicherheitsgründen erfolgen müssen, hatte die WBG bereits mitgeteilt.

Zuletzt kündigte der Bauherr an, dass sechs von 17 Bäume im Innenhof gefällt werden müssten und zwei versetzt würden. Vier der zu fällenden Bäume seien aber ohnehin "nicht erhaltenswert" und hätten binnen der nächsten zwei bis drei Jahre ohnehin umgelegt werden müssen. Die "Zerstörung dieses Biotops" geißeln Rainer Weber und die Mieterinitiative.

Von Dennis Pfeiffer-Goldmann

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