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In der oberen Wittelsbacherallee rollen Trams bereits auf Rasengleis. Das soll in der gesamten Straße so sein, fordert der Ortsbeirat.

Besser fürs Stadtklima

Bekommt die Wittelsbacherallee Rasengleise? Politiker sind sich uneins

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Lokalpolitiker wünschen sich Rasengleise bei der Straßenbahnstrecke auf der Wittelsbacherallee - Widerstand kommt aus dem Römer.

Frankfurt - Bis zu 24 Kilometer kommunale Gleise könnten in Frankfurt in grüne Rasengleise umgewandelt werden. Diese Auskunft aus dem Römer lässt Stadtteilpolitiker in Bornheim und im Ostend frohlocken. Sie fordern nun, die Straßenbahnstrecke entlang der Wittelsbacherallee umzubauen.

Linie 14: Fahren auf der grünen Wiese

Prinzipiell könnten in der Stadt 14 Kilometer Straßenbahngleise und zehn Kilometer U-Bahn-Gleise begrünt werden. Das erklärt Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Er antwortet damit auf eine parlamentarische Anfrage der Fraktion "Die Frankfurter". Bisher gibt es 12,4 Kilometer Rasengleise in der Stadt, davon 8,4 Kilometer bei der Straßenbahn, zum Beispiel entlang der Friedrich-Ebert-Anlage und auf dem Riedberg. "Unter rein technischen Gesichtspunkten des Gleisoberbaues" könne jeder Streckenabschnitt in einem Straßen- oder Stadtbahnnetz als Grüngleis hergestellt werden", erläutert Oesterling.

Da nehmen ihn die Stadtteilpolitiker in Bornheim und im Ostend unmittelbar beim Wort: Sie hätten gern, dass die Straßenbahn in der Wittelsbacherallee künftig auf einem Rasengleis rollt. Die Politiker aus dem Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) haben einmütig einen entsprechenden Vorschlag der Grünen beschlossen. Sie möchten die Schotterstrecke dort "entsiegeln", erklärt ihr Fraktionsvorsitzender Martin Ried. "Das wäre gut, damit die Allee wieder zur Allee wird." Und erst recht, um die Luft im unmittelbaren Umfeld abzukühlen.

Wittelsbacherallee soll wieder zu einer richtigen Allee werden

Ried erinnert daran, dass die Gleise früher auf der Fahrbahn der Wittelsbacherallee verlaufen seien. Um sie in die Mitte der Allee zu verlegen, seien dort eigens Bäume gefällt worden. Anschließend sei der Gleiskörper aus Schotter hergestellt worden - wodurch nun mitten durch die Grünfläche hindurch das Steinbett verlaufe, erläutert der Grünen-Fraktionsvorsitzende. Auf der Strecke rollt die Straßenbahnlinie 14 zwischen den Stadtteilen Bornheim und Gallus.

Skeptisch sieht FDP-Ortsbeiratsmitglied Paul Thoma den Vorstoß. "Ich stelle mir die Frage, ob man nicht anderswo Grünflächen günstiger herstellen kann." Derartige sehr deutliche Hinweise kommen auch aus dem Römer: "Eine Erneuerung von Gleisanlagen allein aufgrund der Priorisierung einer Begrünung ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar." So lehnt Oesterling den Bau von Rasengleisen ohne weiteren Anlass ab. Allerdings stelle sich die Stadt damit nicht gegen die begrünten Schienenstrecken, betont er. Die Gleisanlagen würden "nach bau- und sicherheitstechnischem Zustand des Gleiskörpers erneuert". Wenn eine solche Erneuerung anstehe, werde stets auch geprüft, ob der Bau eines Rasengleises Sinn ergebe. Dabei werde die städtebauliche Situation in Gänze betrachtet, auch ohne Blick auf die Kosten. "Bei der städtebaulichen Gesamtbetrachtung werden Aspekte des Stadt- und Mikroklimas berücksichtigt."

Rasengleise sind teurer als die Schottervariante

Billiger sind grüne Gleise aber nicht, auch wenn sie unspektakulärer aussehen als Schottergleise. Im Durchschnitt lägen die Kosten je Meter Gleis um rund 1000 Euro höher als bei konventioneller Bauweise, erklärt Oesterling. Je nach Belastung der Strecke sei eine aufwändigere Konstruktion notwendig, konkret: für U-Bahn-Gleise.

Ried ficht das nicht an: Angesichts der Anstrengungen der Stadt in Sachen Umwelt- und Klimaschutz könne der Umbau auf Rasengleise ein wichtiger Beitrag sein. "Die Begrünung der Gleise ist in jedem Fall richtig", so Ried. Das sei für die Anwohner gut, so Linken-Fraktionschef Volker Marx: "Ein Rasengleis ist einfach leiser."

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