Edle Ausstattung mit fernöstlichem Charme: So soll das Rennbahnhotel im Inneren einmal aussehen. Simulation: Diaoyutai Mansion

Frankfurts langsamste Baustelle

Rennbahnhotel öffnet zum Jahresende - die Zielgruppe ist speziell

Ende des Jahres soll das Rennbahnhotel eröffnen. Die Zielgruppe stand von Anfang an fest. 

Frankfurt - Zum Jahreswechsel soll das Hotel an der ehemaligen Galopp-Rennbahn eröffnet werden. Seiner chinesischen äußeren Anmutung entspricht der zungenbrecherische Name: Diaoyutai Mansion Frankfurt. Der neue Hoteldirektor Holger König soll das Luxus-Hotel an den Start führen. Der neue Mann ist jetzt viel auf der Baustelle unterwegs. Die Baustelle ist das chinesische Hotel Diaoyutai Mansion in Niederrad, der neue Mann ist Holger König. Der gebürtige Berliner ist der neue Hoteldirektor des immer noch nicht eröffneten Fünf-Sterne-Hauses. "Zum Jahreswechsel" soll die luxuriöse Herberge an den Start gehen - voraussichtlich, sagte gestern Friederike Bührdel als Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage dieser Zeitung.

Rennbahnhotel ist Europäisches Flaggschiff

Die Eröffnung eines großen Hotels mit vielen Sternen ist immer eine große Sache: Weil es hohe Erwartungen an das Haus gibt. So soll das Hotel in Frankfurt europäisches Flaggschiff der chinesisch-amerikanischen Firmengruppe Diaoyutai MGM Hospitality (DYTMGM) werden. Und weil der reibungslose Ablauf, der für einen erfolgreichen Hotelbetrieb essenziell ist, noch nicht erprobt ist. Holger König soll das Haus in diese Phase führen.

Auch die Niederräder haben übrigens Erwartungen, die freilich vergleichsweise bescheiden sind. Im Stadtteil wünscht man sich kaum mehr, als dass es endlich los geht. Nach zwölf Jahren Bauzeit. Nach langen Phasen des Baustillstandes hinter meterlangen hohen Absperrzäunen an der Niederräder Landstraße. Nach Gerüchten über Insolvenzen bei Bauträger und Subunternehmern.

Was die Niederräder nicht sehen konnten: Auch die Betreiber für das Hotel haben im Laufe der Jahre wiederholt gewechselt: Von Meritus über Soluxe schließlich zu DYTMGM.

Dass der aktuelle Betreiber den Hoteldirektor ausgewechselt hat, noch bevor das Haus überhaupt geöffnet hat, spielte sich eher hinter der Kulisse des imposanten Baus ab. Marco Metge hat nach rund zwei Jahren seinen Abschied genommen. Das, so erklärt Friederike Bührdel, habe zu tun mit gewissen Differenzen zwischen ihm und "den Chinesen" wegen der strategischen Ausrichtung des Hauses. Man habe sich im Guten getrennt, sagte sie.

Erfahrener Mann: Vorher im Kempinski Bristol Berlin tätig

Nun also hat Holger König das Regiment. Seit rund 30 Jahren ist er im Hotellerie-Geschäft, bringt viel Erfahrung im Luxus-Segment mit. 2006 bis 2009 war er im Kempinski Bristol Berlin tätig, zunächst als Executive Assistant Manager, später als Hotel Manager und schließlich als General Manager. In den Jahren zuvor war er als Hotel Manager im ehemaligen Bentley Kempinski London sowie als Rooms Division Manager im damals ebenfalls noch zur Kempinski Gruppe gehörenden Grand Hotel Heiligendamm. Auch das Adlon Berlin sowie das Ritz-Carlton Wolfsburg zählen zu den Stationen des Berliners.

2015 wechselte König von der Hotellerie zu einer Art Betreutem Wohnen der Luxus-Liga: Er kümmerte sich um insgesamt 281 Senioren-Wohnungen und 68 stationäre Pflege-Apartments mit hauseigenem Spa, individuell nutzbarem Weinkeller, Bibliothek, einer rund um die Uhr besetzten Rezeption sowie einem Concierge-Service im Münchener Glockenbachviertel, an der Konstanzer Hafenpromenade und vis à vis des Berliner KaDeWE. Holger König managte die operativen Abläufe in den drei Häusern, an die auch Arztpraxen angebunden waren. Zuletzt war er als Regionaldirektor für die drei Häuser der Tertianum Premium Residences in München, Berlin und Konstanz zuständig. 2017 erhielt die Berliner Residenz unter seiner Regie die Auszeichnung als Premium Residenz des Jahres.

Und nun Niederrad. Holger König soll dem chinesischen Hotel am Rande der ehemaligen Galopp-Rennbahn die Attribute eines Vorzeigeobjektes der asiatischen Hotelgruppe DYTMGM geben. Nach dessen Eröffnung sollen die Asiaten eine europaweite Expansion beabsichtigen. König, verheiratet und Vater eines Kindes, schreckt diese Aufgabe nicht. Bisher hat er eigener Auskunft zufolge drei Hotel-Eröffnungen und eine Übernahme unmittelbar nach der Eröffnung mitbegleitet.

Dem Start des ersten chinesischen Hotels in Deutschland sieht er offenbar mit Optimismus entgegen. "Ich rechne mit einem großen Erfolg für das neue The Diaoyutai Mansion. Frankfurt ist durch seinen internationalen Flughafen, das Finanzzentrum und seinen Ruf als multikulturelle Großstadt der perfekte Angelpunkt für Besucher. Für Gäste aus China gilt es sogar als Tor zu Europa. Darüber hinaus ist der Hotelmarkt vor Ort äußerst attraktiv und ich freue mich, zusammen mit meinem Team das neue und einzigartige Hotelprojekt in diesem Marktumfeld zu positionieren", sagt er.

214 Zimmer und 41 Suiten

Das neue Hotel hat 214 Zimmer, davon 41 Suiten, eine großzügige Spa-Abteilung mit Hallenbad und rund um die Uhr geöffnetem Fitness-Center. Vor allem an die erwarteten chinesischen Gäste sind Räumlichkeiten für Karaoke und Mah-Jongg adressiert sowie eines der zwei Restaurants mit "authentischer chinesischer Küche".

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