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Die Inhaber des Medici, Stamatios und Christos Simiakos,  in ihrem Restaurant. Foto: Andrea Möller

Gastro-Kolumne

Das Restaurant Medici: Dem Mittelmeer verpflichtet

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Im Restaurant Medici können die Gäste in Gesellschaft dreier entblößter Grazien speisen. Unsere Gastro-Kolumnistin Andrea Möller hat das Restaurant besucht.

Frankfurt - Im Restaurant Medici können die Gäste in Gesellschaft dreier entblößter Grazien speisen. Sie lächeln von einem Wandgemälde herab, das ursprünglich als Bühnenbild fungierte, heute aber zum Interieur des Lokals in der Altstadt gehört. Das Original hat Maria de’ Medici bei Peter Paul Rubens in Auftrag gegeben, weshalb Stamatios und Christos Simiakos auf die Idee kamen, ihr Restaurant nach der französischen Königin zu benennen. Seither sind 15 Jahre vergangen, in denen sich das Medici einen festen Platz in der Frankfurter Gastro-Szene erobert hat. Und das zeitlos elegante Ambiente ist nicht der einzige Grund dafür: „Bei uns herrscht eine lebhafte Stimmung“, freut sich Stamatios Simiakos. Zur ungezwungenen Atmosphäre trägt auch das freundlich-entspannte Servicepersonal bei, allen voran Restaurantleiter Stefan Krenzer.

Er und die meisten seiner Kollegen arbeiten übrigens schon von Anfang an für das Medici. Und das kommt in der Gastro-Branche eher selten vor. Allerdings sind die Inhaber auch mit Leidenschaft bei der Sache. „Wir schauen nicht nur einmal in der Woche vorbei, sondern stehen beide jeden Tag von morgens bis abends in der Küche.“

Ihre Kochlehre haben die Brüder Simiakos – Stamatios ist drei Jahre älter als Christos – in ihrer Heimatstadt Gummersbach gemacht. Die erworbenen Fähigkeiten verfeinerten sie anschließend bei Meistern ihres Fachs. Neben Alfons Schuhbeck, damals noch im Kurhausstüberl in Waging, zählt Jörg Müller mit seinem gleichnamigen Restaurant auf Sylt dazu.

„Dort habe ich die Liebe zum Fisch entdeckt“, erzählt Stamatios Simiakos. Außerdem ist er seiner Frau über den Weg gelaufen. Sie kam aus Fulda, er aus Gummersbach. Als es darum ging, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, entschied sich das Paar für das strategisch günstig gelegene Frankfurt.

Im Medici kochen die Brüder zwar mediterran, „doch wir wollen uns nicht eine Schublade stecken lassen“, sagt Stamatios Simiakos. Deshalb lässt ihre Mittelmeerküche, etwa durch die Verwendung entsprechender Gewürze, einen leicht asiatischen Einschlag erkennen. „Wir entwickeln uns auch weiter, laufen aber nicht jedem Trend hinterher. Generell kochen wir das, was uns Spaß macht.“

Einen Elsässer Flammkuchen (ab 7 Euro) haben sie auf ihre Karte gesetzt, um nicht nur betuchtes Publikum anzulocken. Ihnen sei jeder willkommen. Sie behandelten einen Gast mit 15-Euro-Rechnung genauso wie einen mit 500-Euro-Rechnung – oder eine Testerin, die es am Ende auf etwas über 100 Euro bringt.

Den Einstieg bildet eine mit Koriander und Zitronengras gewürzte Paprikaschaumsuppe samt knackig gegarten Shrimps (9,50 Euro). Eine geschmacklich runde Sache ist auch der Rucola-Salat: Die Köche servieren ihn mit Kirschtomaten, Brotchips, Parmesan und feinem Balsamico-Dressing (11,50 Euro). Sorgsam gebratenes Skreifilet auf Paprika-Zucchini-Gemüse und Parmesan-Gnocchi bilden den Anschluss (28,50 Euro). „Unseren Fisch beziehen wir vom Frischeparadies und von der Deutschen See“, wirft Stamatios Simiakos ein. Durch Granatapfelkerne erhält das Gericht eine fruchtige Note.

Die Lust auf Fleisch lässt sich beispielsweise mit einer zartrosa gebratenen Barbarie-Entenbrust stillen, die von einem Ragout aus Kaiserschoten und Shiitake-Pilzen sowie Süßkartoffel-Mousse begleitet wird (27,50 Euro) – Letzteres dezent nach Limetten schmeckend.

Eine schöne Alternative ist das noch bis 20. April servierte Jubiläumsmenü (54 Euro). Dazu lässt sich ein Prosecco mit sehr aromatischem Mango-Sorbet genießen (7 Euro). Die korrespondierenden Rebsäfte lagern in einem reichlich bestückten Keller. „Unsere Kollektion ist zusammen mit unserem Gästekreis gewachsen“, so Stamatios Simiakos. „Am Anfang hatten wir 20 bis 30 Weine, und der teuerste kostete 49 Euro.“ Inzwischen seien 140 bis 150 Weine, und der teuerste koste 2500 Euro. Er stamme von der Domaine de la Romanée-Conti, die als berühmtestes Weingut in Burgund gelte.

So etwas ließe sich freilich nicht jeden Tag verkaufen. Außerdem achten die Gastronomen darauf, mit ihrem überwiegend europäischen Sortiment eine gewisse Jahrgangstiefe zu präsentieren. Offene Weine stehen ebenfalls zur Auswahl, darunter hochwertige wie sehr gute Rieslinge von Weil und Künstler im Rheingau. Wenn die Brüder Simiakos in Zukunft so weitermachen, dürften sie auch die nächsten 15 Jahre mit Erfolg meistern. Restaurant Medici Weißadlergasse 2, Tel. 069 21990794, www.restaurantmedici.de, Mo–Sa ab 11 Uhr, So/Feiertag geschlossen, Sitzplätze: 70 innen/70 außen, Küche: mediterran

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