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Barrierefreies Reisen kommt ab Mai.

ÖPNV

RMV: Wichtige Neuerung bei der S8 zwischen Flughafen und Hauptbahnhhof

Der RMV plant eine grundlegende Erneuerung bei der S8 auf der Strecke zwischen Flughafen Frankfurt und Hauptbahnhof

Frankfurt - Wer am Bahnhof tief unter Terminal 1 im Frankfurter Flughafen in eine S-Bahn einsteigt, der muss eine Stufe hinauf steigen. Und Reisende müssen ihr schweres Gepäck mühselig hochwuchten. Die Bahnsteige liegen hier 20 Zentimeter niedriger als die Türen der Stadtschnellbahnen. Dieser Anachronismus wird ab Mai zumindest entschärft. Auf den Kurzpendeln der S8 zwischen Flughafen und Hauptbahnhof wird die Bahn Züge mit ebenerdigem Einstieg einsetzen. 

Barrierefreies Reisen: Niedrige Einstiege auf der Linie S8

Sie sind ehemalige Regionalbahn-Fahrzeuge der Baureihe 425. 14 von ihnen sollen die S-Bahn-Flotte erweitern. Die Elektrotriebwagen erhalten ein „Re-Design“ und sehen danach aus wie „normale“ S-Bahnen. Zu unterscheiden sind sie außer durch die niedrigeren Einstiege aber auch dadurch, dass sie je Waggon nur zwei statt üblicherweise drei Türen haben. Die erste Bahn im „Re-Design“ soll laut Deutscher Bahn am 13. Mai auf der Linie S8 unterwegs sein.

Barrierefreies Reisen: Bald auf der Linie S7 zwischen Frankfurt und Riedstadt

Nach und nach stoßen dann bis Ende 2020 alle 14 Züge zur S-Bahn-Flotte. Ebenfalls nach und nach soll bis Ende 2020 die Modernisierung vorgenommen werden. In der Übergangszeit kämen daher auch noch unmodernisierte Fahrzeuge zum Einsatz, räumt Bahn-Sprecherin Julia Katzenbach-Trosch ein.

 Neben den Kurzpendeln zum Flughafen soll auch die gesamte Linie S7 zwischen Frankfurt und Riedstadt auf die neuen Fahrzeuge umgestellt werden. Auch dort wird damit an vielen Stationen der Zustieg künftig ebenerdig möglich sein. Der genaue Umstellungstermin liegt aber noch nicht fest.

Frankfurt: Auch das Zugnetz der Deutschen Bahn wird erweitert

Die Erweiterung der Flotte soll mehr Platz für Fahrgäste und mehr Fahrplanstabilität ins gesamte S-Bahn-Netz bringen. Die frei werdenden Fahrzeuge sollen auf den anderen Linien rollen und dort Vollzüge verlängern. „Ab Mitte 2020 fährt jede zweite S-Bahn als Langzug“, kündigt RMV-Geschäftsführer Knut Ringat an. Das ist für ihn aber nur eine B-Lösung: 

Frankfurt: S-Bahn-Linien sollen alle 15 Minuten fahren

„Wir möchten gern alle S-Bahn-Linien tagsüber durchgängig im 15-Minuten-Takt fahren lassen.“ Der Vorstandschef von DB Regio, Jörg Sandvoß, hat das gleiche Ziel: „Wir würden gern häufiger fahren mit kürzeren Zügen, aber wir können nicht.“ Dafür fehle Infrastruktur im S-Bahn-Netz, in erster Linie mehr Gleise. 

Die aber entstehen erst nach und nach, aktuell etwa für die S6 nach Bad Vilbel. Begrenzt ist ebenso die Kapazität des City-Tunnels. Der gilt mit seinen 24 Zügen als ausgelastet. Um mehr Bahnen fahren lassen zu können, müsste das gerade erst für mehr als 100 Millionen Euro erneuerte Signalsystem auf eine computerbasierte Kontrolle umgestellt werden.

Frankfurter Bahnnetz: Bahnsteige oftmals überfüllt

Das würde nicht nur Millioneninvestitionen in die Technik entlang der Strecke, sondern auch in den Zügen selbst notwendig machen. Wesentlich mehr Züge könnten aber selbst mit noch besserer Signaltechnik wohl nicht durch den Frankfurter S-Bahn-Tunnel fahren, laut Experten höchstens vier oder sechs pro Stunde mehr. Denn die Fahrgäste benötigen ja auch Zeit fürs Ein- und Aussteigen. Und begrenzt ist ebenso der Platz auf den schon heute in der Stoßzeit oft überfüllten Bahnsteigen.

Von Dennis Pfeiffer-Goldmann

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