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Zwischen der Westerbachstraße (rechts) und der Gaugrafenstraße (unten) liegt das 38 000 Quadratmeter große Gelände der "Flint Group", das nun veräußert wird. Links neben dem Areal befinden sich bereits Wohnhäuser sowie Kleingärten, im nördlichen Bereich liegt der Rödelheimer Friedhof. Das Gelände im vorderen Bereich wird das Unternehmen behalten.

In Bieterverfahren veräußert

In Rödelheim steht ein riesiges Firmengelände zum Verkauf – Wohnungsbau möglich?

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Die "Flint Group" verkleinert sich auf 11.500 Quadratmeter, verkauft wird das Areal in einem Bieterverfahren. Ob auf dem Gelände Wohnbebauung möglich ist, muss noch geklärt werden.

Frankfurt - Bereits im vergangenen Jahr hatte die "Flint Group", der zweitgrößte Druckfarbenhersteller weltweit, ihren Standort in Köln geschlossen, nun verkleinert sich das Unternehmen auch in Rödelheim. Rund 38 000 Quadratmeter groß ist das Areal an der Ecke Gaugrafen-/ Westerbachstraße, das verkauft werden soll. Anders als im Rheinland bleibt der Standort in Rödelheim jedoch bestehen. Weiterhin behalten wird das Unternehmen nur noch seine Flächen in der Gaugrafenstraße 11 - 13 und Westerbachstraße 46 - 48 - insgesamt 11 500 Quadratmeter.

Flint Group-Areal wird in einem Bieterverfahren veräußert

Verkauft wird das Areal in einem Bieterverfahren, übernommen wird diese Aufgabe vom Frankfurter Immobilienberatungsunternehmen "Knight Frank". Begonnen werden solle damit noch in diesem Jahr, so Sprecherin Silke Westermann. Veräußert werden soll das Areal, das in einem von Wohnbebauung und gewerblicher Nutzung geprägtem Gebiet liegt, in seinem Ist-Zustand. Ergo mit den dort vorhandenen mehrgeschossigen Büro-, Lager-, und Produktionsflächen. Warum sich das Unternehmen an diesem Standort verkleinert und wie viele Mitarbeiter davon betroffen sind, dazu sagt das Unternehmen nichts.

Was auf dem Gelände möglich ist, also ob dort Wohnungen gebaut werden können, darüber kann und will Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) keine Aussage treffen. "Es bedarf einer vertieften planungsrechtlichen Beurteilung", sagt Gellert. Denn einen Bebauungsplan gebe es für das betroffene Areal nicht. Es existiere lediglich eine Fluchtlinienplan von 1961, der allerdings nur Straßenflucht- und Baufluchtlinien enthalte. Es geben somit keine textlichen Festsetzungen .

Gemischte Bebauung rund um das Flint Group-Areal in Rödelheim

Derzeit ist die Bebauung rund um das Areal sehr gemischt. Es gibt sowohl Wohnhäuser, als auch Gewerbe. Östlich neben dem Areal befindet sich der Rödelheimer Friedhof, daneben ein Discounter und im Süden befinden sich Kleingärten.

Gewohnt wird derzeit sogar direkt neben dem Flint-Gelände, wo zeitweise zwei Anlagen zur Herstellung von Druckfarben betrieben wurden. Von ihren Balkonen schauen die Nachbarn auf die großen silberfarbenen Rohre - und atmeten, wenn der Wind falsch steht, auch Lacke und Farben ein. Immer wieder beschwerten sie sich über diese Situation im Ortsbeirat, eine Lösung wurde nie gefunden. Mit Verkauf des Produktionsareals, dürfte die Luft wieder frischer werden.

Info: Als Rödelheim ganz bunt wurde

Im November 1878 gründeten die Brüder Ernst und Rudolph Schmidt im damals noch selbstständigen Bockenheim eine Druckfarbenfabrik. Die "Farbenbude", wie die Fabrik anfangs genannt wurde, entwickelte sich zu einem rentablen Unternehmen: 1911 wurde eine kleine Fabrik in Berlin erworben, 1943 übernahm Gebrüder Schmidt die Druckfarbenfabrik A. Haller auf dem Gelände an der Westerbachstraße in Rödelheim. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Fabrik dort recht glimpflich, es wurde deswegen zum Ausgangspunkt des Wiederaufbaus, der nach der Währungsreform begann.

1970 beschäftigte das Unternehmen 1137 Mitarbeiter und gehörte damit weltweit zu den größten Druckfarbenherstellern. 2002 war das Unternehmen immer noch in Familienhand, aus wirtschaftlichen Gründen entschied sich die Familie Schmidt für die Fusion mit dem amerikanischen Familienunternehmen "Flint Ink" - seit 2005 als "Flint Group" bekannt mit einem Jahresumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro und 1990 Beschäftigten.

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