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DJK-Vorstandsmitglied Rainer Haushofer steht an den Absperrgittern, die den Sportler große Sorge bereiten.

"Absperrgitter gefährden den Verein"

Griesheimer Sportler der DJK Schwarz-Weiß sehen sich durch Absperrgitter in ihrer Existenz bedroht

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Die DJK Schwarz-Weiß-Griesheim sieht in der Absperrung auf der Straße am Sportplatz eine existenzielle Bedrohung. Die Stadt kündigt jetzt Hilfe an.

Frankfurt - Jetzt will es keiner gewesen sein. Überrascht worden sei man von der Aktion, sagt Gerwin Fassing aus dem Dezernat von CDU-Stadtrat Markus Frank, der zu seinen Zuständigkeiten neben Wirtschaft und Feuerwehr auch den Sport zählt. Auch von der städtischen Pressesstelle ist nicht zu erfahren, wer die Absperrungen hat aufstellen lassen. Aber sie stehen nun einmal da.

Laut Rudolf Fuchs, Geschäftsführer des DJK Schwarz-Weiß Griesheim, steckt womöglich die Landesstraßenbehörde Hessen mobil dahinter. Aber die kümmert sich um Landes und Bundesstraßen. "Es handelt sich nicht um eine Maßnahme von Hessen mobil", sagt eine Behördensprecherin auf Anfrage dieser Zeitung daher auch. Fuchs weiß auch von einer Eingabe des Ortsbeirates II - aber das Stadtteilparlament stellt selbst keine Sperrgitter auf. Seine Beschlüsse werden gegebenenfalls von der Verwaltung ausgeführt. Die Entscheidung ist jedenfalls im Rathaus gefallen.

Frankfurt: Absperrgitter gefährden Verein

Wie auch immer, die Absperrungen sind ein Problem. Sie stehen entlang des Bürgersteiges der Straße Am Römerhof - dort, wo seit Jahren alle ihr Auto abstellten, die sich auf den Sportanlagen auf dem Rebstockgelände betätigen wollten. Das geht nun nicht mehr. Und Ausweichmöglichkeiten gibt es auch kaum - auf dem DJK-Gelände zum Beispiel sind es gerade 25 Plätze. Das ist deutlich zu wenig.

"Dort trainieren die Bundesliga-Fußballerinnen des FFC Frankfurt", sagt DJK-Geschäftsführer Rudolf Fuchs. Die Spielerinnen aber kommen allesamt mit dem Auto, weil sie nicht in der Nähe wohnen. "Und so sind die Parkplätze besetzt, noch bevor am Nachmittag die Kinder- und Jugendmannschaften unseres Vereins kommen", klagt Fuchs. Denn auch die Nachwuchssportler werden oft von den Eltern mit dem Auto gebracht.

Frankfurt: Vereinsheim kann nicht mehr vermietet werden

Damit aber nicht genug. Wenn die Tennisabteilung Punktspiele -Medenspiele heißt das im Tennis - auszutragen hat, kommen die gegnerischen Mannschaften ebenfalls mit dem Auto. Da möchte keiner mehrere hundert Meter laufen. Fuchs sieht außerdem die Vermietung des Vereinsheims für private Feiern in Gefahr, wenn es keine Parkplätze mehr gibt. Er fürchtet, dass sich dem Verein keine neuen Mitglieder mehr anschließen und bisher Aktive nicht mehr kommen. Und so bedeuten die Absperrungen die Gefährung des ganzen Vereins.

So ganz nachvollziehen kann der Verein auch die Begründung nicht, es gehe um den Schutz der Schulkinder. 20 oder 30 seien dort zu Fuß unterwegs, alleine in der Tennisabteilung würden über 100 Kinder betreut - die Relationen stimmten nicht, heißt es. Fuchs geht davon aus, dass die Absperrungen eigentlich den Autohändlern an der Straße den Boden wegziehen sollen. "Das klappt aber nicht, die stehen jetzt auf der Straße", sagt Fuchs. Auf diese Weise wird sogar noch der Verkehr behindert.

Der Verein akzeptiert auch den Hinweis nicht, es gebe öffentliche Verkehrsmittel - die Verbindungen zum Rebstockgelände seien zu schlecht. Und viele Mitglieder wohnten so weit weg dass sie eben nicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß kommen könnten. Der DJK-Geschäftsführer fordert eine schnelle Lösung - jede Trainingsstunde, die für die Sportler mit Ärger um die Parkplätze verbunden ist, schadet dem Verein.

Lösung in Sicht

Immerhin, Gerwin Fassing aus dem Büro des Dezernats Frank kann eine Lösung in Aussicht stellen. Es gebe am Römerhof einen Sportplatz, der nicht mehr genutzt werde, so Fassing. Auf den ehemaligen Tennisplätzen dort sollen Parkplätze angelegt werden, und zwar in den nächsten Wochen. Die Rede ist von einer verdichteten Schotterschicht als Oberfläche, auch damit es schnell geht und nicht übermäßig viel kostet.

Nicht hilfreich ist ein Hinweis aus dem städtischen Sportamt. Demnach ist das Parken auf dem Bürgersteig ohnehin verboten. Tatsächlich lässt die Straßenverkehrsordnung an der Stelle keinen Zweifel zu. Aber dass der Verein irritiert ist, wenn dies jahrzehntelang geduldet wird und plötzlich Schluss sein soll, dann ist das verständlich.

Die Parkplätze sind besetzt, noch bevor unsere Jugendmannschaften kommen.

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