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Diese Sprinter sind deutlich schneller als die Stadt, die sich mit der Sanierung der Leichtathletikhalle in Kalbach reichlich Zeit ließ.

Marode und undicht

Soll die Leichtathletikhalle in Kalbach teils abgerissen werden?

Dach undicht, Fassade marode - seit Jahren macht die Leichtathletikhalle in Kalbach damit immer wieder Ärger. Für Frankfurt, das sich gern als Sportstadt feiert, ist die Sportstätte, die Bundes- und Landesstützpunkt für Leichtathletik ist, keine Empfehlung. Für die Sanierung hat der Magistrat 4,4 Millionen Euro bewilligt. Doch jetzt wird über einen Teilabriss nachgedacht.

Frankfurt - Die Leichtathletikhalle in Kalbach ist wirklich spektakulär. Mit spürbarem Stolz tut dies der TSV1875 Bonames auf seiner Homepage kund. Leider ist die Halle seit geraumer Zeit aber vor allem eines: ein veritabler Sanierungsfall. Durch die Glaselemente im Dach regnet es in die Halle. Damit nicht genug: Weil Scheiben der Oberlichter sich zu lösen drohen, wurden Fangnetze angebracht. Auch die Glasfassade muss dringend saniert werden.

Die 1992 eröffnete Halle, die im Besitz der Stadt Frankfurt ist, ist zwar immer noch Bundes- und Landesstützpunkt für Leichtathletik. Weil sie alle Voraussetzungen bietet für das gesamte Spektrum vom Breiten- bis zum Hochleistungssport. Als Vorzeigeadresse der Sportstadt Frankfurt taugt sie freilich nicht mehr. Schließlich sind die baulichen Mängel erheblich und vor allem seit Jahren bekannt. Der Umfang der laufend anfallenden Bauunterhaltsmaßnahmen steigt kontinuierlich, die Kosten für diese ebenso.

Dass eine grundlegende Sanierung unumgänglich ist, war Konsens im Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg), im Sport- wie im Finanzausschuss. Aufgrund notwendiger Haushaltskonsolidierung war die Sanierung in früheren Haushaltsjahren immer wieder zurückgestellt worden wegen der zu erwartenden hohen Kosten. Schließlich aber war klar: Soll die Leichtathletikhalle erhalten werden, ist die Fachsanierung nicht länger aufschiebbar.

Zuschuss des Landes

Vor gut einem Jahr stimmte auch der Magistrat der Sanierung der einstigen Vorzeige-Sportstätte zu. Kostenpunkt: rund 4,4 Millionen Euro, abzüglich einer Unterstützung des Bundes in Höhe von 22 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten und einem Landeszuschuss von 1,65 Millionen Euro.

Die Sanierung des Daches sollte noch 2018 begonnen werden, in diesem Jahr dann die Fachsanierung der Fassade starten.

"Ich bin sehr froh, dass wir mit dieser Sanierung den Leichtathletinnen und -athleten in den Herbst- und Wintermonaten wieder exzellente Trainingsmöglichkeiten bieten können", gab Sportdezernent Markus Frank seinerzeit zu Protokoll. Auch Baudezernent Jan Schneider begrüßte die Entscheidung des Magistrats: "Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Bausubstanz und damit des städtischen Vermögens. Deshalb freut es mich, dass wir die Beauftragung für die Dachsanierung noch in diesem Jahr angehen können, wenn die Stadtverordneten den Maßnahmen ebenfalls zugestimmt haben."

Einigkeit allenthalben also. Indessen: Passiert ist seitdem nichts. Oder besser gesagt: nichts von außen Erkennbares. Eine öffentliche Ausschreibung der Sanierungsarbeiten ist noch nicht erfolgt. Das bestätigte jetzt Andrea Brandl, Büroleiterin von Sportdezernent Markus Frank (CDU).

Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte sie aber, dass "gerade jetzt aktuell" eine Machbarkeitsstudie ausgeschrieben sei, die Möglichkeit und Kosten eines Abrisses des Daches und der Fassade der Halle evaluieren soll. Dieser Idee nach sollen Hallenboden, Büro- und Umkleidetrakt möglichst erhalten bleiben. Eine neue Lüftungsanlage könnte zudem entstehen. Dass bei der in die Jahre gekommenen Halle dann auch der Brandschutz auf den Prüfstand kommt, dürfte fast eine Selbstverständlichkeit sein.

Die Machbarkeitsstudie, für die laut Brandl gerade die öffentliche Ausschreibung angelaufen ist, soll klären, was nachhaltiger ist: Sanierung oder Teilneubau, auch unter Berücksichtigung von energetisch-wirtschaftlichen Aspekten.

Boden bleibt erhalten

Abriss und Neubau von Dach und Fassade würde bedeuten: Der Sportbetrieb könnte fortgeführt werden. Denn der Hallenboden bliebe erhalten. Zudem würde das Dach nicht komplett abgedeckt. Die Sportler wären für die Dauer der Bauarbeiten nicht zur Zwangspause verurteilt, so Brandl.

Heute gibt es womöglich mehr Klarheit in dieser langwierigen Angelegenheit. Dann tagt der Ortsbeirat. Sportdezernent Markus Frank hat für diesen Termin seinen Besuch angekündigt.

Der Ortsbeirat tagt

Der Ortsbeirat tagt heute, 10. Mai, 20 Uhr in der Katholischen Gemeinde St. Laurentius, Winfriedhaus, Am Brunnengarten 9.

von Sylvia A. Menzdorf

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