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Eine Anwohnerin zeigt eine Nadel für eine Spritze, die sie auf der Grünfläche, direkt neben dem Spielplatz im Innenhof der Saalgasse gefunden hat. 

Stadt weist Verantwortung von sich

Altstadt-Spielplatz verwahrlost - Spritzen und Kippen ärgern Eltern

Anwohner der Frankfurter Saalgasse ärgern sich darüber, dass der Spielplatz im Innenhof stets verdreckt ist. Regelmäßig finden sie dort Kippen, Glasscherben und sogar benutzte Kondome. Das Grünflächenamt weist den Vorwurf zurück.

Frankfurt - Eigentlich könnte es so schön sein. Ein Spielplatz direkt vor der Haustür, dahinter eine Rasenfläche und Bäume, die Schatten spenden. Doch viele Eltern, deren Kinder in dem Innenhof an der Saalgasse spielen, unweit des Doms, sind unzufrieden.

„Im Sand finden wir oft Glasscherben, Zigarettenkippen, spitze Steine, Hasenkot und anderen Müll“, beschwert sich Binnaz Kurt. Sie ist fast jeden Tag mit ihren Söhnen (ein- und dreijährig) dort. Meist entfernen die Eltern selbst den Dreck. „Ich versuche vorher immer alles abzusuchen, damit die Kinder nicht in etwas treten oder in den Mund stecken“, erklärt Kurt. Neulich habe sie sogar eine Spritze gefunden.

Frankfurt: Spielplatz voll mit Kippen, Scherben und Spritzen

Kurt hat schon mehrmals mit dem Grünflächenamt gesprochen, aber passiert sei nichts. Zweimal die Woche kämen zwar Arbeiter. Doch meist kehrten die einfach den Sand gemeinsam mit dem Dreck zurück in den Sandkasten. Vor einiger Zeit sei der Sand erneuert worden, aber es sei einfach nur die oberste Schicht abgetragen und neuer aufgeschüttet worden. Beim Spielen und Buddeln förderten die Kinder den alten Dreck zu tage.

Das Häuschen ist auch bei verliebten Paaren beliebt.  

In den Büschen finde man ebenfalls oft Müll, sagt Kurt und fischt eine Bierflasche aus Ästen. Und auch Obdachlose schliefen mitunter zwischen den Sträuchern und ließen einiges zurück. Schön wären neue Bänke mit einer Lehne, sagt sie und deutet auf die morschen Sitze. Seit Monaten fehlt außerdem der Mülleimer, die Verankerung ist noch da, Abfall liegt daneben.

Frankfurt: Kippen auf dem Spielplatz

Durch die zentrale Lage unweit des Mains verirrten sich auch Touristen auf dem Hof und Jugendliche kämen zum Rauchen, sagt Kurt. Die Kippen blieben neben dem Spielplatz liegen. „Es muss unbedingt ein Schild mit Rauchverbot aufgestellt werden“, fordert sie.

Die kleine Rasenfläche zwischen den Häusern würden die Eltern gerne nutzen. Doch Disteln, Brennnesseln und stacheliges Unkraut machten das Barfußlaufen oder Spielen unmöglich. Viele Büsche seien zudem abgestorben und müssten entfernt oder nachgepflanzt werden, erklärt Kurt. Neben Hasen wohnten an dem Platz Ratten, Mäuse.

Täglich finden Eltern Müll auf dem Platz an am Mainkai 15-21.

Der Spielplatz selbst mit Häuschen, Rutsche, Klettermöglichkeiten selbst ist ebenfalls in die Jahre gekommen. Er sei sicher 30 Jahre alt, schätzt eine andere Mutter. Teilweise sei ein neues Geländer eingebaut worden. Aber an vielen Pfosten ist das Holz abgesplittert, eine Wand voller Graffiti, das Dach verdreckt und ein Fensterchen mit Vogeldreck beschmiert. In das Häuschen zögen sich manchmal Paare zurück, die Eltern haben schon viel gefunden, benutzte Tampons und Kondome etwa.

Frankfurt: Spielplatz wird gereinigt

Die Fläche werde zweimal in der Woche gereinigt, sagt Bernd Roser vom Grünflächenamt. Generell sei das Personal nicht in der Lage, permanent zu kontrollieren oder täglich zu reinigen. Nach den Mülleimern wolle er sich erkundigen.

Bei einer Sandkastenreinigung gebe es zwei Möglichkeiten: eine grobe Reinigung, bei der der Sand grob durchgesiebt wird, sowie einen Sandwechsel, bei dem bis auf den Boden ausgebaggert wird. Was erfolgt, werde nach Bedarf entschieden, das lege ein Kontrolleur fest.

Für das Aufstellen von Schildern sei das Grünflächenamt nicht zuständig. Aber momentan sei man dabei, in ganz Frankfurt Spielplätze neu zu beschildern, das dauere eine Weile und man kümmere sich erst einmal um die großen Plätze.

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