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Frankfurt wird jünger und wächst

Rekord

Keine Stadt wird so schnell jünger wie Frankfurt

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In keiner anderen deutschen Großstadt und keinem Landkreis ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung so schnell gesunken wie in Frankfurt. Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor, die gestern veröffentlicht wurde.

Frankfurt - Der Durchschnittsfrankfurter ist 40,6 Jahre alt. Innerhalb von einem Jahrzehnt sank dieser statistische Wert um 1,3 Jahre. Damit ist Frankfurt die sich am schnellsten verjüngende Großstadt Deutschlands. Zu diesem Befund kommt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Autoren sind Experten für Wohnungspolitik und Immobilienwirtschaft. Sie haben sich bundesweit mit der „Alterung der Gesellschaft im Stadt-Land-Vergleich“ beschäftigt.

Frankfurt: Zentren ziehen Junge an

Frankfurts Entwicklung ist demnach Teil eines Trends, der ganz Deutschland betrifft: Großstädte ziehen junge Leute an – sowohl aus dem In- als aus dem Ausland. Die Folge: „Seit 2006 ist das Durchschnittsalter in den kreisfreien Großstädten niedriger als in den anderen Regionen des Landes“, schreiben die Autoren der IW-Studie. Gleichzeitig wächst die Stadt sehr schnell.

Die Deutschen zieht es allgemein wieder mehr aufs Land

Davor war es gerade andersherum: „Ursprünglich war die Bevölkerung in den Großstädten älter, da vor allem kinderreiche Familien häufiger auf dem Land wohnten.“

Seit 2014 ziehe es die Deutschen im Schnitt aber wieder raus aus der Stadt, so das IW, denn hohe Mieten machten das Leben im Zentrum teuer. Lediglich die starke Zuwanderung aus dem Ausland überdecke den Effekt. Seitdem werde das Wachstum der Großstädte vorrangig von der Zuwanderung aus dem Ausland getragen.

Dies führt den Wissenschaftlern zufolge in zweifacher Hinsicht zu einer Verjüngung. Erstens sind die in Deutschland lebenden Ausländer mit durchschnittlich 37,7 Jahren deutlich jünger als die Bevölkerung allgemein (44,2 Jahre). Zweitens bekommen Ausländerinnen mehr Kinder als Inländerinnen.

Frankfurt hat zwar die stärkste Verjüngungsdynamik, die jüngste deutsche Stadt liegt allerdings nicht am Main sondern am Neckar: Mit einem Durchschnittsalter von 40,1 Jahren (Stand 2017) führt Heidelberg die Liste der IW-Studie an. Erwartungsgemäß handele es sich dabei um eine „klassische Universitätsstadt“, schreiben die Forscher.

Kinder spielen im Grüneburgpark. Das Durchschnittsalter der Frankfurter ist in den vergangenen zehn Jahren gesunken.

Die zehn ältesten Regionen mit Altersdurchschnitten von 49,1 bis 50,3 Jahren liegen der Studie zufolge alle in Ostdeutschland. Schlusslicht ist das rund 35 000 Einwohner zählende Suhl, 70 Kilometer südöstlich von Erfurt gelegen. Im Mittel sind die Suhler 50,3 Jahre alt und damit sechs Jahre älter als der Bundesdurchschnitt. Suhl ist gleichzeitig die am schnellsten alternde und schrumpfende Region Deutschlands, so die Autoren der IW-Studie.

Am Main sorgen die Erkenntnisse der Wirtschaftswissenschaftler für wenig Erstaunen. „Es ist erfreulich, dass Frankfurt so viele junge Menschen anzieht und es zahlreiche Geburten gibt“, kommentiert Günter Murr, Sprecher des Baudezernenten Jan Schneider (CDU), die Ergebnisse der Studie. „Aber diese Entwicklung stellt uns in Frankfurt auch vor größere Herausforderungen – etwa beim Bau neuer Schulen.“

Frankfurt: Riedberger sind am jüngsten

Dass es auch innerhalb der Stadt starke Unterschiede in der Altersstruktur gibt, zeigt der Frankfurter Strukturdatenatlas, den das städtische Statistikamt im Internet kostenfrei zur Verfügung stellt. Demnach ist Kalbach-Riedberg der derzeit jüngste Stadtteil – mit einem Durchschnittsalter von 35,2 Jahren. Am zweitjüngsten ist das Bahnhofsviertel mit 36,6 Jahren. Am ältesten sind laut Strukturdatenatlas die Bergen-Enkheimer. In diesem Stadtteil beträgt der Altersmittelwert 44,2 Jahre. Dem stadtweiten Mittelwert kommen die Niederräder mit durchschnittlich 40,8 Jahren am nächsten.

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