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Ein Zug der Linie U7 steht an der Station Industriehof, während auf dem Nachbargleis ein Zug in Richtung Norden fährt. Die Linie U7 soll den geplanten Stadtteil anschließen.

Umwelt

Stadtteil Josefstadt soll umweltfreundlicher werden

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Der Anteil der drei umweltfreundlichen Fortbewegungsarten in der Josefstadt soll deutlich steigen.

Frankfurt.Die Neubürger im geplanten Nordweststadtteil sollen möglichst wenig mit dem Auto fahren. Das sei Ziel der Verkehrsplanung für den Stadtteil, der sich westlich von Praunheim, der Nordweststadt und Niederursel ans Stadtgebiet anschließen soll, erklärt Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Auf gut 200 Hektar Fläche will die Stadt Wohnungen für mehr als 25 000 Menschen schaffen. Diese sollten nur noch 20 Prozent aller Wege per Auto zurücklegen, sagt Josef. Zuletzt lag der Anteil der Autofahrten in Frankfurt noch bei 35 Prozent.

Den neuen "Stadtteil der Quartiere" will Mike Josef als autoarmes Quartier vorsehen, erklärt er auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hin. So solle der Anteil der Wege, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad und zu Fuß bewältigt werden, deutlich steigen. Bisher steigen die Frankfurter bei 22 Prozent der Wege in Busse und Bahnen, in 30 Prozent der Fälle gehen sie zu Fuß und der Radverkehr hat einen Anteil von 13 Prozent.

Josefstadt: Anteil der umweltfreundlichen Fortbewegungsarten auf 80 Prozent

Der Anteil der drei umweltfreundlichen Fortbewegungsarten soll im Nordweststadtteil von bisher 65 auf 80 Prozent steigen. Bundesweit legen die Menschen übrigens 43 Prozent aller Wege per Auto zurück, 22 Prozent zu Fuß, 14 Prozent als Mitfahrer im Auto, elf Prozent mit dem Fahrrad und zehn Prozent mit dem Nahverkehr und der Bahn.

"Die Grundlagen für ein autoarmes Quartier sind durch die Lagegunst des Gebietes gegeben", ist der Planungsdezernent überzeugt. So verläuft die S-Bahnlinie 5 am westlichen Rand des neuen Stadtteils. Im Stadtteil selbst ist bereits eine Verknüpfung regionalen und städtischen Nahverkehrs an einer Haltestelle "Gewerbegebiet Praunheim" vorgesehen: Hier soll eine Umsteigestation zwischen der U-Bahnlinie 7 entstehen und der künftigen Stadtbahnlinie der Regionaltangente West nach Höchst und zum Flughafen entstehen.

Die U7 soll dafür in das Gebiet verlängert werden. Sie soll auch die neuen Quartiere erschließen - wofür die U7 dann weiter in die Quartiere verlängert wird. "Es ist geplant, die Stadtbahnlinie in einem verdichteten Takt fahren zu lassen", erklärt Mike Josef. "Die Haltestellenstandorte sollen dann eine bequeme fußläufige Erreichbarkeit aus den Quartieren gewährleisten." Für die meisten Bewohner soll der Fußweg zur nächsten U-Bahn-Station 350 Meter nicht überschreiten.

Die Fachplaner machen mehrere Vorschläge für die U-Bahn-Anbindung: Eine Lösung sieht vor, dass die U7 nacheinander vier der fünf Quartiere des neuen Stadtteils durchfährt und dann an der Krebsmühle nahe Weißkirchen an die Strecke der Linie U3 angeschlossen wird. Das ließe allerdings das nordöstliche Quartier nahe Niederursel mit 1700 Einwohnern unerschlossen.

Eine andere Lösung sieht zwei U7-Strecken vor: Eine führt durch die östlichen sowie das nördliche Quartier bis zur U3, die andere verliefe zunächst zu einer Haltestelle an einem Park+Ride-Parkhaus an der Raststätte Taunusblick an der A5, dann durch das westlichste Quartier und letztlich ins benachbarte Steinbach hinein mit einer Endstation im Bereich Bahn-/Herzbergstraße.

Außerdem wollen die Planer laut Josef den ruhenden Verkehr aus den Quartieren heraushalten. Stattdessen solle unterstützt werden, dass die Bewohner und Besucher das Fahrrad nutzen oder zu Fuß gehen.

An den Haltestellen solle es deshalb "Mobilitätshubs" geben mit Quartiersgaragen, Angeboten für e-Mobilität, Car-Sharing und Leihfahrräder. Dadurch sollten sich die neuen Quartiere als verkehrsberuhigte Bereiche "durch eine hohe Aufenthaltsqualität auszeichnen", wirbt der Planungsdezernent.

Das Fahrrad könnten viele Bewohner auch nutzen, um zu ihren Arbeitsplätzen zu gelangen, wenn diese in der Innenstadt oder benachbarten Orten liegen. Auch das wolle die Planung unterstützen: "Durch attraktive Radrouten soll die Nutzung des Rads auch außerhalb des Stadtteils erleichtert werden." 

von Dennis Pfeiffer-Goldmann

Geplanter Stadtteil: Bürgerdialog am 15. Februar

Mehr Infos und die gesamte Fachplanung sind auf der Webseite des Stadtplanungsamtes Frankfurt abrufbar. Erster "Bürgerdialog" am 15. Februar im Hotel am Krankenhaus Nordwest, Steinbacher Hohl 2-26, Zeit steht noch nicht fest. Anmeldungen erbeten an veranstaltung.amt61@stadt-frankfurt.de per E-Mail.

Mitte Dezember hatte die Regionalversammlung strengere Kriterien für die Ausweisung neuer Stadtteile beschlossen. Das geschah vor allem auf Druck aus den Hochtaunus-Nachbarorten Oberursel und Steinbach.

Dadurch dürfte die Entwicklung der Frankfurter Flächen westlich der A5 mit Raum für knapp 15 000 Bewohner gestoppt sein. Es wird wohl nur das Gebiet östlich der A5 bebaut - mit Platz für knapp 11 000 Einwohner.

In der aktuellen Planungsphase arbeitet die Stadt am Konzept für das gesamte Gebiet. So haben es die Stadtverordneten beschlossen. 

EineHerausforderung für die Stadt Frankfurt ist der Müll in den Straßen und in den Parks. Auffällig ist, dass immer mehr Glasscherben und Zigarettenkippen dabei sind.

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