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Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann stellt im Jahr 2014 seinen neuen Dienstwagen vor. Dieses Auto fährt er bis heute.

Trotz drohendem Fahrverbot

Städtischer Fuhrpark setzt immer noch auf Diesel-Fahrzeuge 

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Frankfurt droht ein Diesel-Fahrverbot. Doch wie bewegen sich eigentlich die Repräsentanten der Stadt fort, was für Fahrzeuge gehören zum städtischen Fuhrpark?

Frankfurt - Was wurde Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) damals für seinen ersten Dienstwagen gescholten. Von einer „Dreckschleuder“ war die Rede. Das neue Stadtoberhaupt hatte den BMW seiner Vorgängerin Petra Roth (CDU) durch einen VW Phaeton ersetzt. Billiger und umweltfreundlicher sollte dieser sein. Doch Pustekuchen: Während Roths Limousine 180 Gramm CO2 auf 100 Kilometer ausstieß, brachte es Feldmanns Luxuskarosse auf 224 Gramm. Blöd gelaufen.

Das Ganze ereignete sich kurz nach Feldmanns Amtsantritt im Sommer 2012 – lange bevor in Frankfurt die Diesel-Fahrverbote drohten. Mittlerweile hat der Oberbürgermeister seinen Dienstwagen gewechselt. Nun steht ein BMW 520 Touring mit einem 190 PS-Dieselmotor, der die strenge Euro-6-Abgasnorm erfüllt, vor dem Römer. Damit geht das Stadtoberhaupt also mit gutem Beispiel voran. Doch wie sieht es mit den anderen Wagen im städtischen Fuhrpark aus? Das wollte die Fraktion „Die Frankfurter“ wissen. Die Antwort des Magistrats liegt nun vor.

Fuhrpark der Stadt Frankfurt: Kaum Euro-6-Fahrzeuge

Laut des Berichts aus dem Hause von Infrastrukturdezernent Jan Schneider (CDU) zählt der städtische Fuhrpark 564 Personen- und 356 Lastwagen. Darunter vorstellen kann man sich etwa Autos von IT-Fachleuten oder Technikern und Laster vom Grünflächenamt und Forstamt, von der Kanalreinigung und der Feuerwehr. 

„Die Summe der Pkw beinhaltet klassische Autos, Multifahrzeuge, Elektroschlepper, Transporter und sonstige Fahrzeuge, die 3,5 Tonnen Gesamtgewicht nicht überschreiten und mit einem Führerschein der Klasse B gefahren werden können“, heißt es in dem Magistratsbericht. Außerdem seien drei Motorräder gemeldet worden.

Etwa die Hälfte der Autos aus dem städtischen Fuhrpark – nämlich 253 – und fast alle Laster – genauer gesagt: 348 – werden mit Diesel betrieben. 48 Autos sind Elektrofahrzeuge, 127 Personenwagen und acht Laster werden mit Benzin betrieben. Zudem gibt es 52 Autos, die mit Erdgas betrieben werden, und 84 Hybridfahrzeuge. Von Letzteren fahren 45 mit Batterie und Benzin und 39 mit Benzin und Erdgas.

Die Fahrzeuge der Stadt sind bis zu 35 Jahre alt. Allerdings stammt nur noch ein einziges Fahrzeug aus dem Jahr 1983. Der Großteil der Fahrzeuge wurde vor 2015, also bevor die Euro-6-Norm zum Standard wurde, angeschafft. Die meisten Autos stammen aus den Jahren 2015 und 2016 (je 85). Im Jahr 2017 wurden 60 Fahrzeuge angeschafft, im vergangenen Jahr 28. Laut des Magistratsberichts ist die Stadt aber auch bemüht, in Zukunft Fahrzeuge Autos und Lastwagen auszumustern und neue anzuschaffen. So werden im laufenden Jahr 33 Autos und zwölf Lastwagen ausgemustert, 27 Personenwagen und elf Laster kommen dafür neu hinzu.

2020 sollen 23 Autos und 21 Lastwagen angeschafft werden

Im Jahr 2020 sollen 23 Autos und 21 Lastwagen abgegeben und 15 Personenwagen und 16 Brummis angeschafft werden. „Bei Neubeschaffungen wird neben der Notwendigkeit auch der Einsatzbereich des Fahrzeugs geprüft und die Antriebsart gemäß den ,Richtlinien über die Beschaffung von Personenkraftfahrzeugen für de Stadtverwaltung‘ festgelegt“, heißt es in dem Bericht.

Von den städtischen Autos werden binnen eines Jahres rund 93 000 Liter Benzin, 245 000 Liter Diesel sowie 18 800 Kilogramm Erdgas verbraucht. Für die Lastwagen werden rund 478 000 Liter Dieselkraftstoff pro Jahr benötigt.

Der Oberbürgermeister und die zehn Dezernenten fahren drei Diesel-, vier Benzin- und zwei Hybridfahrzeuge. Die Autos verbrauchen jährlich etwa 6900 Liter Diesel sowie 6000 Liter Benzin.

Autos werden dezentral in den einzelnen Frankfurter Ämtern verwaltet – das ist teuer

Eine zentrale Verwaltung für den städtischen Fuhrpark gibt es nicht. Die Fahrzeuge werden dezentral von den einzelnen Ämtern verwaltet. Allerdings hat Jan Schneider schon seit seinem Amtsantritt im November 2013 die Aufgabe, das Fuhrparkmanagement zu optimieren. „Wenn wir einen Fahrzeug-Pool aufbauen würden, aus dem sich die Mitarbeiter der Ämter bedienen können, könnten wir viel Geld einsparen“, sagt Schneiders Sprecherin Barbara Brehler-Wald.

Das habe man beispielhaft mit zwei Ämtern erprobt, die sich sowieso einen Parkplatz teilen. Ergebnis: „Das hat gut funktioniert“, bilanziert die Sprecherin. Durch die gemeinsame Nutzung der Autos und den Einsatz einer Buchungssoftware konnten bis Mitte Oktober 2018 bereits neun Fahrzeuge eingespart werden. Das Vorgehen soll jetzt ausgeweitet werden. 

Von Julia Lorenz

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