Rutsche, mehrere Becken und ein verschiebbares Glasdach. So sahen es die ursprünglichen Pläne für das Familienbad vor. Animation: Stadt

Bauprojekt in Frankfurt

Streit ums Familienbad neben der Eissporthalle entfacht neu: Ortsbeirat stellt Forderung

Das geplante Familienbad neben der Eissporthalle soll nun doch ein Außenbecken erhalten. Diese Forderung erhebt der Ortsbeirat. Zuvor hatte die ABG als Bauherr angekündigt, auf ein Cabrio-Dach zu verzichten. Die Stadtteilpolitiker sind stinksauer - nicht nur über die Änderung selbst.

Frankfurt - Der Streit über den Bau des Sport-und Familienbades ist zurück auf Los. Wie schon zu Beginn fordert der Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) erneut, dass der Neubau neben der Eissporthalle ein Außenbecken erhalten soll.

Ein Schwimmbad neben der Eissporthalle: Streit neu entfacht

Ein solches hat auch das Panoramabad am Bornheimer Hang. Das ist marode; die Stadt will es nicht sanieren, sondern mit dem 40-Millionen-Euro-Bau in der Nähe ersetzen. Ab Juni 2022 sollen Badegäste am neuen Standort neben dem Festplatz am Ratsweg planschen.

Weil ein Außenbecken dort schwierig umzusetzen sei, wurde ein Cabrio-Dach geplant. Es könnte bei schönem Wetter geöffnet werden. Diese Pläne aber hat die eigens für den Neubau gegründete Bäderbau GmbH, eine Tochter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG, Ende März kassiert. Nun soll eine 40 Meter lange Fensterfront entstehen, die geöffnet werden kann (wir berichteten).

Gegen diese Änderung stemmt sich nun der Ortsbeirat. "Ich fühle mich vereiert von der Stadt", schimpft Ortrud Seifert (SPD). "Sicher wird die Glasfront am Ende auch nicht geöffnet", zum Beispiel weil es zu kühl oder windig sei.

Kompromiss aufgekündigt

Ihre Fraktion will deshalb die Familienbad-Pläne nun erweitern: "Ohne das Cabrio-Dach fordern wir wieder das Außenbecken", erklärt Fraktionschef Darius Shafiei-Mehryar. Diese Forderung setzt die SPD zusammen mit FDP, "Die Frankfurter" und einer Linken-Stimme auch durch: Acht Ortsbeiratsmitglieder stimmen dafür, sieben dagegen, zwei enthalten sich.

Das Cabrio-Dach sei ein Kompromiss gewesen, den die Bäderbau nun einseitig aufgekündigt habe, geißelt Shafiei-Mehryar. Die Außenfläche habe für Kinder "einen hohen Stellenwert", und das neue Bad solle wie das alte auf Familien als Zielgruppe ausgerichtet werden. Eine zu öffnende Fensterfront dagegen habe "keinen Mehrwert". Auf dem Gelände sei auch genug Platz vorhanden für ein Außenbecken.

"Das ist doch unrealistisch", stemmt sich Grünen-Fraktionschef Martin Ried gegen die Forderung. Oliver Lang vom benachbarten Kleingartenverein Buchhang will keine Fensterfront, die geöffnet werden kann. "Dann bekommen wir verstärkt Badegeräusche mit." Besser sei aber auch ein Außengelände nicht. Schon jetzt seien die Kleingärten stark durch die nahe Autobahn belastet. "Schall und Abgase wabern den Hang hoch."

Langs Vorschlag: Das Familienbad solle auf dem Festplatz gebaut werden. "Dann haben wir genug Platz für eine Außenfläche, und die Dippemess können wir an den Kaiserlei verlagern." Dort gebe es Platz, wenn auf die Multifunktionsarena verzichtet werde. Zugleich hätten die Kleingärtner dann weniger Ärger mit Wildpinklern im Dippemess-Umfeld. "Das Umland muss dort nicht hinkommen, die können draußen vor der Stadt feiern", findet der Kleingärtner-Chef.

Linke: Lärmschutz nötig

Unterstützung erhält er von Linken-Fraktionschef Volker Marx: "Es ist ein detailliertes Schallschutzkonzept notwendig, wenn es ein Außenbecken gibt." Und die Lärmgrenze müsse unterhalb derjenigen für Krankenhäuser liegen.

Es gebe dort schon "sehr viel Lärm" von der A661. Lärmschutz sei am Familienbad auch "sicher schöner zu bauen als an der Autobahn", schätzt Marx. "Damit Kleingärtner dort ruhig sitzen können, sollen Kinder einen Maulkorb bekommen?" Entsetzt reagiert Darius Shafiei-Mehryar. "Diese Diskussion ist schräg." Richtig sei auch der geplante Standort dank der Synergieeffekte durchs Ausnutzen von Abwärme der Eissporthalle.

Was den SPD-Fraktionschef dennoch wurmt: Dass die Bäderbau bisher die Öffentlichkeit nicht informiert habe über die veränderten Baupläne. Dabei seien die "elementar anders". Deshalb beantragt die SPD, dass die Pläne im Ortsbeirat öffentlich vorgestellt werden. Dazu sagen alle Stadtteilpolitiker Ja.

von Dennis Pfeiffer-Goldmann

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