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Goethe-Universität Frankfurt/Main

#schroeter_raus

Eklat an Goethe-Uni: Frankfurter Islamforscherin wird als Rassistin beschimpft

Einer Islamforscherin der Goethe-Universität in Frankfurt wird von Studenten antimuslimischer Rassismus vorgeworfen. Jetzt brodelt es im Netz.

Frankfurt - An der Goethe-Uni geht es aktuell hoch her: Eine Gruppe von Studenten wirft einer Professorin der Universität auf Instagram und Twitter unter dem Hashtag #schroeter_raus "antimuslimischen Rassismus" vor. Prof. Dr. Susanne Schröter ist Ethnologin und leitet seit Jahren das "Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam" (FFGI) und hat auf ihrer Facebook-Seite für den 8. Mai zu einer "Kopftuchkonferenz" an der Uni eingeladen. Thema: "Das islamische Kopftuch - Symbol der Würde oder Unterdrückung?"

Seit zwei Tagen wütet jetzt ein Shitstorm gegen die 61-jährige Professorin, da allein der Anlass einer "Kopftuchkonferenz" über das Thema einigen Studenten ein Dorn im Auge ist. Wiemerkurist.de berichtet, erstellte die Gruppe einen eigenen Instagram-Account, schroeter_raus, der mittlerweile aber wieder deaktiviert wurde. Auch fr.de* berichtet über den Fall. 

Ethnologin der Frankfurter Uni unter Beschuss

Dort nahmen die Studenten Stellung: "Wir, die Studierenden der Goethe-Universität, sind schockiert, dass Prof. Dr. Susanne Schröter eine Konferenz mit dem Titel 'Das islamische Kopftuch - Symbol der Würde oder der Unterdrückung?' an unserer Universität stattfinden lassen kann."

Auch auf Twitter gibt es einige Kommentare, die die Konferenz verurteilen.

Auf Facebook erhält die Ethnologin und Islamforscherin mittlerweile allerdings einen großen Zuspruch, wobei der, wie von den Studenten vorher befürchtet, teilweise in die rechtsextreme Richtung geht: "Salonfähigkeit von Linkspopulismus" und "Nix diskutieren...Gute Heimreise" sind nur einige Beispiele dafür.

Zuspruch für Schröter ist groß

Im Allgemeinen bekam Schröter eine große Zustimmung und aufmunternde Worte, auch als sie auf ihrer persönlichen Facebook-Seite die verurteilenden Posts der Studenten veröffentlichte. Viele Nutzer bewunderten sie für ihren Mut und wünschten ihr viel Kraft und Durchhaltevermögen. In einem eigenen Post bedankte sich die Professorin für die vielen netten Nachrichten.

Präsidium der Goethe-Universität distanziert sich

Das Präsidium der Goethe-Universität distanzierte sich in einer offiziellen Pressemitteilung ganz klar von der Aktion und der Forderung des Berufsverbots für die Professorin. Die Feminismus-Referentin des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses, Fatma Keser, wunderte sich gegenüber merkurist.de, dass es überhaupt zu Kritik gekommen sei, da in der "Kopftuchkonferenz" verschiedenste Positionen abgebildet würden.

Unter den eingeladenen Gästen der Konferenz sind unter anderem die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer und die Soziologin Necla Kelek, die auch im Vorstand der Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" sitzt.

(aba)

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