Frankfurter Frauen for future haben sich gestern sich vor der CDU-Kreisgeschäftsstelle versammelt. Foto: Christoph Boeckheler

Demonstration

Tatort Klima: Jetzt gehen auch Frauen auf die Straße

Unter dem Titel "Frankfurter Frauen for Future" haben sich gestern rund 30 Demonstranten vor der CDU-Geschäftsstelle an der Kurt-Schumacher-Straße versammelt. Sie protestieren gegen Klimazerstörung. 

Frankfurt - Vor der CDU-Kreisgeschäftsstelle hat sich am Freitagmittag der Bürgersteig in einen Tatort verwandelt. Zwei Frauen und ein Mann knien in Schutzanzügen vor einer Kreidezeichnung und untersuchen mit Maßband und Lupe den Fall. Doch es wird nicht der Umriss einer Leiche begutachtet. Das Opfer ist eine auf den Boden gezeichnete Erdkugel.

Unter dem Titel "Frankfurter Frauen for Future" haben sich rund 30 Demonstrierende, darunter auch erstaunlich viele Männer, vor dem CDU-Gebäude an der Konstablerwache versammelt, um für das Klima zu protestieren. Ein Absperrband trennt die Passanten von dem Geschehen am "Tatort der Klimazerstörung". 

"CDU/CSU: Warum tut ihr nichts?", steht auf einigen Transparenten, und: "Euer Zögern zerstört unsere Zukunft!" Die Idee für die Aktion kam ihnen bei ihrem Frauenstammtisch, erklärt Thea Vogel, Mitorganisatorin der Demo. In der Gruppe werden politische Themen sonst nur diskutiert. "Aber manchmal darf man nicht nur reden. Manchmal muss man machen", so Vogel. In Kooperation mit der Bürgerbewegung "Campact" entstand dann die Aktion an der Konstablerwache.

Schüler als Vorbild

Auch der wöchentliche Schülerstreik "Fridays for Future" habe die Frauen dazu ermutigt, selbst auf die Straße zu gehen. "Die Jungen haben uns dazu aufgefordert, aktiv zu werden und das machen wir", sagt Claudia Weigt, ebenfalls Mitglied der Frauengruppe.

Für das 1,5-Grad-Ziel demonstriert auch Anne Nagel an dem inszenierten Tatort. An der Aktion findet die Studentin vor allem gut, dass sie einen klaren Adressaten hat. Während Fridays for Future immer klar betone, überparteilich zu sein, protestieren die Frauen aktiv vor den Türen der CDU. Zu dem Schülerprotest, der zeitgleich am Römerberg stattfindet, will sie nachher trotzdem gehen. Viele tun es ihr gleich und schauen nach Ende der Demo bei der Fridays for Future-Kundgebung vorbei.

Aktivisten von Fridays for Future sammeln von 14.30 Uhr an in Kleingruppen in der Innenstadt Müll . Um 18 Uhr wollen sie diesen am Römer präsentieren. "Clean up" nennt sich die Aktion, die parallel in vielen deutschen Städten geplant ist.

Weitere Veranstaltungen am Wochenende

Am Sonntag treffen sich Vertreter der Bewegung um 14 Uhr im Senckenberg-Museum mit hessischen Landtagsabgeordneten unterschiedlicher Parteien, um über Klimapolitik zu streiten.

Zu einer Fahrrad-Demonstration gegen "Klimakollaps und Mietenwahnsinn" rufen sechs Initiativen für den heutigen Samstag auf. Sie soll um 13 Uhr am Kaisersack vor dem Hauptbahnhof beginnen und zur Grünen Lunge führen, einem Gartengebiet nördlich des Günthersburgparks, das zum Teil bebaut werden soll. 

Jacqueline Melcher

Auch interessant

Gemeinsam gegen den Klimawandel - Neu-Isenburg und Kwadaso schmieden Bündnis

Die Stadt Neu-Isenburg und eine Delegation aus Kwadaso, Ghana, möchten den Klimawandel gemeinsam bekämpfen.

Für eine Zukunft, in der es sich zu leben lohnt: Schüler gründet Fridays for Future Gruppe Taunus

Im Hochtaunus gründet der Schüler Paul die Fridays for Future Gruppe Taunus. In der Ober-Erlbacher Gaststätte "Zum Wingert" treffen sie sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare