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Kundgebungsteilnehmer gehen mit einem Banner "Ein Europa für alle: Gegen Nationalismus" durch die Stadt. Unter dem Motto "Ein Europa für Alle - Deine Stimme gegen Nationalismus" rufen mehr als 150 Organisationen in Deutschland und europäischen Städten zu Demonstrationen auf.

Autofahrer sollten Innenstadt meiden

14 000 Demonstranten in Frankfurt - massive Verkehrsbehinderungen

Tausende Demonstranten gehen in Frankfurt auf die Straßen. Es kommt zu massiven Verkehrsbehinderungen.

Update, 19. Mai, 14.24 Uhr:  14 000 Demonstranten sind am Sonntag in Frankfurt für ein gerechtes und solidarisches Europa auf die Straße gegangen. "Es ist Wahnsinn, was heute in der Innenstadt los ist", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der Kundgebung auf dem Opernplatz. Nach den Eröffnungsreden bildeten die Demonstranten einen Zug durch die Innenstadt. Viele schwenkten Europaflaggen. Es blieb friedlich, wie ein Polizeisprecher sagte. Konkrete Teilnehmerzahlen waren zunächst nicht zu erfahren.

Ein breites Aktionsbündnis hatte zu der Demonstration unter dem Motto "Ein Europa für alle - Deine Stimme gegen den Nationalismus" aufgerufen. Anlass ist die Europawahl am 26. Mai. Sie sei eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union, hieß es im Aufruf. Auch in Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart fanden Demonstrationen statt, ebenso in anderen europäischen Städten.

Drei Demos am Sonntag in Frankfurt - Polizei rechnet mit massiven Verkehrsbehinderungen

Erstmeldung, 16. Mai, 15.54 Uhr: Frankfurt - Insgesamt drei Demonstrationen finden  am Sonntag, den 19. Mai 2019 in der Frankfurter Innenstadt statt. Die Polizei rechnet mit massiven Verkehrsbehinderungen. Autofahrer sollten daher die Innenstadt möglichst weiträumig umfahren. Wer am Sonntag in die Innenstadt will, nimmt besser die öffentlichen Verkehrsmittel. 

Insgesamt rechnet die Frankfurter Polizei mit etwa 15.000 Demonstrationsteilnehmern. Die drei Demonstrationen werden voraussichtlich im Zeitraum zwischen 11 bis 17:30 Uhr stattfinden.

Eine Woche vor der Europawahl wollen Zehntausende Menschen unter dem Motto "Ein Europa für Alle - Deine Stimme gegen Nationalismus!" für eine EU der Menschenrechte, Demokrati e, sozialen Gerechtigkeit und des ökologischen Wandels  auf die Straße gehen. Die Europawahl am 26. Mai sei eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union, heißt es im Aufruf des Bündnisses. Denn Nationalisten und Rechtsextreme hofften darauf, mit weit mehr Abgeordneten als bisher ins Europaparlament einzuziehen. Alle seien gefragt, den Vormarsch der Nationalisten zu verhindern, so das Bündnis.

Demo findet in sieben Städten statt

Die Demonstrationen in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Leipzig, Köln, München und Stuttgart werben deshalb für eine hohe Wahlbeteiligung demokratisch gesinnter Bürgerinnen und Bürger. Zeitgleich werden in mehreren europäischen Ländern Demonstrationen zum selben Thema stattfinden. "Dem Rassismus der Rechten stellen wir uns vor der Europawahl entgegen. Mit Zehntausenden sagen wir: Europa gehört die Zukunft, Nationalismus die Vergangenheit", sagt Christoph Bautz, geschäftsführender Vorstand von Campact. "Wir lassen uns nicht spalten, sondern streiten gemeinsam für ein Europa der Menschenrechte und der Demokratie."

"Wir wollen eine EU der Menschenrechte. Statt die Festung Europa immer weiter auszubauen, brauchen wir sichere Fluchtwege und ein Recht auf Asyl", sagt Laura Kettel, Aktivistin der internationalen Bewegung Seebrücke. "Wir stehen für ein Europa der Vielfalt und Solidarität." Ein vereintes Europa müsse sich auch gemeinsamen sozialpolitischen Zielen verschreiben. "Wir brauchen eine positive Vision einer Gemeinschaft, in der der Mensch und nicht die Wirtschaft im Mittelpunkt steht und alle Menschen frei von Existenzängsten leben können", sagt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Gegen Klimawandel und Artensterben

In Zeiten nationaler Alleingänge sei es wichtiger denn je, sich als solidarische Gesellschaft für ein Europa einzusetzen, fasst Maritta Strasser, Bundesgeschäftsführerin der Naturfreunde Deutschlands, zusammen. "Europa muss eine Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel und das weltweite Artensterben übernehmen. Wir in Europa können den Weg aufzeigen, wie ein gutes Leben für alle Menschen mit einem langfristig bewohnbar bleibenden Planeten vereinbar ist."

Die Auftaktkundgebung beginnt um 12 Uhr  (Programm ab 11.45 Uhr) auf dem Opernplatz. Es spielen Berlin Boom Orchestra, Rola und ein Surprise Musik Act, der am 18. Mai bekannt gegeben wird. Die Kundgebung in Frankfurt ist inklusiv: Die Organisatoren haben Gebärdensprachdolmetscher, Flüsterübersetzer in verschiedenen Sprachen und eine barrierefreie Toilette vorbereitet.

Das ist die Route der Demonstration

Die Demo-Route führt vom Opernplatz über Taunusanlage, Gallusanlage, Untermainanlage, Untermainkai, Mainkai, Kurt-Schumacher-Straße, Battonnstraße, Berliner Straße, Weißfrauenstraße, Neue Mainzer Straße, Junghofstraße und Taunusanlage zurück zum Opernplatz.

Bei der Kundgebung werden unter anderem Simon Umbach, Naturfreundejugend Hessen, Emil Wohlfahrt, Fridays For Future, Philipp Jacks, DGB Frankfurt Rhein-Main, Andreas Lipsch, Pfarrer Diakonie Hessen, und Sabine Lassauer, Attac Deutschland, sprechen. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wird ein Grußwort an die Demo-Teilnehmer richten.

Einen Widerspruch gab es zu den Aussagen der Polizei: Auf der Internetseite zur großen Europa-Demo am Opernplatz steht, dass die Veranstaltung um 11.45 beginnt. Die Polizei hat die Angabe gemacht, dass es schon um 11 Uhr startet.

Zweite Demo: "Unser Europa rettet"

Die zweite Demo ist eine Versammlung und Auftaktkundgebung, die zwischen 11:15 und 12:15 stattfinden soll. Das Thema ist "Unser Europa rettet". Die Veranstaltung beginnt im Kaisersack, geht über den Hauptbahnhof, der Karlsstraße, der Taunusanlage und dann zum Opernplatz.

Dritte Demo ist ein Schweigemarsch

Die letzte Demo am Sonntag in Frankfurt soll eine Art Schweigemarsc h zum Gedenken des Genozids an den Pontos-Griechen sein. Der Marsch beginnt an der griechisch-orthodoxen Kirche im Grüneburgpark und soll zum Römerberg gehen. Dieser Trauermarsch findet zwischen 14:30 und 17:30 stattfinden.

Umleitungen in Frankfurt - Demos beeinträchtigen Nahverkehr

Wegen der Demos müssen sich die Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr teils auf Behinderungen einstellen. In der Innenstadt werden mehrere Bus- und Straßenbahnlinien umgeleitet, wie die Verkehrsgesellschaft traffiQ und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) am Freitag gemeinsam mitteilten.

Betroffen sind die Straßenbahnlinien 11, 12, 14, 18, sowie die Buslinien 36, 64 und 75. Die Verkehrsgesellschaften raten, auf S-Bahnen und U-Bahnen umzusteigen.

(dpa/red)

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