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Trotz Ärger mit Nilgans - Frankfurter interessiert Fütterverbot nicht

Dreck am Mainufer und in Parks

FDP bläst zur Jagd auf Nilgänse - „Stadt kann sich nicht mit Tierschutz rausreden“ 

Trotz Fütterungsverbot von Wildtieren: Ärger in Frankfurt geht weiter - Reichen die Schilder aus?

Frankfurt. Zum Halali gegen die Nilgans-Plage und deren Kot in Parks, Gärten und an den Mainufern blasen jetzt FDP-Ortsbeiräte. „Parks, Ufer, Gärten – die Nilgänse sind in vielen Stadtteilen ein Problem. Das verursacht immer größere Schäden“, erklärt Uwe Schulz, FDP-Fraktionsvorsitzender der FDP im Ortsbeirat 5 (Sachsenhausen, Oberrad, Niederrad). Auch FDP-Ortsbeiräte aus Bockenheim, Hausen, dem Ostend und dem Frankfurter Westen fordern die Stadt auf, zu handeln. Die am stärksten von der Plage betroffenen Ortsbezirke und deren FDP-Vertreter haben sich zusammengeschlossen. In der Initiative sind FDP-Mandatsträger der Bezirke 2, 4, 5, 6 und 7 vertreten.

„Wir wissen aus den letzten Jahren nur, was nicht funktioniert – nämlich Hecken, Zäune, Hunde und andere Formen des Vergrämens. Das waren nur teure Versuche“, kritisiert die Bockenheimer FDP-Ortsbeirätin Maria-Christina Nimmerfroh, die sich besonders über Nilgänse am Nidda-Ufer und im Rebstockpark ärgert. „Für Fahrradfahrer sind Gruppen großer Gänse auf den Wegen durchaus gefährlich.“ In vielen Stadtteilen seien Nilgänse ein Problem. „Im Ostpark verdrängen die Nilgänse schwächere Enten, sie sind ein Ärgernis auf den Spiel- und Liege wiesen“, so Ortsbeirat Peter Paul Thoma (Ostend). Hinzu komme die Gesundheitsgefährdung durch den Kot.

„Da kann die Stadt sich nicht mit Tierschutz rausreden“

Zu dem ekligen Dreck auf Wegen und Wiesen kämen Schäden hinzu, die an privaten und gewerblichen Gärten wie etwa auf den Feldern der Gemüsegärtner in Oberrad entstehen. „Das geht an den Rand der Existenzgefährdung, da kann die Stadt sich nicht mit Tierschutz rausreden“, so Uwe Schulz. Zudem werde die Pflege der öffentlichen Grünflächen konterkariert, wenn gleichzeitig die Schäden durch Nilgänse toleriert würden. „Dann kann man sich das Geld auch sparen“, so Schulz.

„Auch im Westen sind Nilgänse ein Problem. Sie haben sich an der Nidda und ihren Altarmen ausgebreitet und verdrängen heimische Vogelarten wie Stockenten und Blässhühner“, so Claudius Swietek (OBR 6).

FDP fordern Ende der Schonzeit für Nilgänse

Die FDP-Ortsbeiräte fordern, endlich die Nilgans-Population zu reduzieren. „Die Frage, ob das eine invasive Art ist, ist nicht relevant, wenn Bürger und der öffentliche Raum derart beeinträchtigt werden“, sagt Nimmerfroh. „Die Nilgänse fallen unter das hessische Jagdrecht und genießen außerhalb der Schonzeiten keinen besonderen Schutz. Warum sie in Frankfurt so hofiert werden, ist unverständlich.“

Erstmeldung

Frankfurt - Obwohl Experten und Tierschutzverbände stets darauf hinweisen, dass Wildtiere nicht gefüttert werden sollen und entsprechende Hinweise in Frankfurt gut sichtbar beispielsweise an Parkseen angebracht sind, halten sich viele Menschen nicht daran. 

Regelmäßig ist zu beobachten, dass Enten oder Gänse mit Brotresten gefüttert werden. Dabei werde laut Magistrat mit dem Schild "Füttern verboten" eine klare, knappe, schnell zu erfassende und mittels Piktogramm allgemeinverständliche Botschaft gesendet. 

Frankfurt: Wildtiere auch am Mainufer

Auf lange Erläuterungen direkt auf dem Schild werde bewusst verzichtet, weil sie von der eigentlichen Botschaft ablenken. Deshalb lehnt die Stadt auch weitere Erklärungen auf den Schildern ab. Darum hatte der Ortsbeirat 1 gebeten. 

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Den Wunsch nach mehr Aufklärung im Rahmen des Fütterungsverbots könne man dennoch gut nachvollziehen, schreibt der Magistrat. Er hält es deshalb für sinnvoll, die Schilder mit einem QR-Code zu ergänzen und weitere Infos auf den städtischen Internetseiten zu geben. red

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