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Urin-Boxen: Ekelhafte Zustände im Bahnhofsviertel

Bestialischer Gestank

Ekelhafte Zustände: Diese Idee soll gegen massives Hygieneproblem im Bahnhofsviertel helfen

Es stinkt bestialisch und es ist keine Besserung in Sicht - Wildpinkler sind in Frankfurt ein altbekanntes Problem, Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) hat jetzt einen kuriosen Vorschlag, wie dem nachgegangen werden könnte.

Frankfurt - Es ist ein altbekanntes Problem in Frankfurt - die Wildpinkler in der Stadt, die einen Spaziergang durch die Viertel wirklich zu einem unangenehmen Erlebnis machen können. Es fehlt an öffentlichen Toiletten und es ist mittlerweile auch zu einem sehr verzweifelten Thema geworden.

Urin-Boxen in Frankfurt nach Pariser Vorbild

Jetzt hat der Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) einen Vorschlag gegen das Wildpinkeln gestellt: Sogenannte "Uri-Troittoirs" nach Pariser Vorbild sollen demnächst beim spontanen Erleichtern helfen. "Natürlich ist das keine langfristige Lösung", erklärt Strank, "sondern ein Provisorium, denn auf lange Sicht sollen in der ganzen Stadt mehr öffentliche und moderne Toiletten zur Verfügung stehen."

Frankfurter Bahnhofsviertel: Elbestraße und Taunuststraße sind die Hotspots

Er bemängelt, dass es in der Innenstadt diese unterirdischen Toiletten vereinzelt gebe, aber in den benötigten Hotspots - der Elbestraße und der Taunusstraße - fehlten diese Möglichkeiten massiv. "Da ist nachts und vor allem im Sommer viel los", so Strank, "da wären derartige Boxen ein Schritt in die richtige Richtung."

Tatsächlich ist das nicht der erste Antrag, um das Hygieneproblem an diesen Stellen besser in den Griff zu bekommen, der Magistrat hatte schon viele ähnliche Vorschläge auf dem Tisch liegen. Passiert ist seitdem nicht viel, Strank ärgert sich über die fehlende Bereitschaft im Magistrat.

Wie funktionieren die Urin-Boxen?

So ganz neu ist die Idee auch nicht, schon seit Anfang 2017 gibt es diese Urin-Boxen in Paris unter anderem direkt auf der Insel Saint-Louis an der Seine, auf der die Touristenboote vorbeifahren. Die großen roten Boxen haben eine seitliche Urinal-Öffnung. Im Innern des Kastens befinden sich Stroh-, Holz- oder Sägespäne, die bis zu 240 Liter Urin aufnehmen können.

Dank des hohen Anteils an Kohle in der Box soll der beißende Geruch erheblich reduziert werden, wie das Uritrottoir auf seiner Website mitteilte. In Frankreich spalteten die mobilen Klos die Gemüter ziemlich, die frühere Präsidentin des einflussreichen Arbeitgeberverbands Medef, Laurence Parisot, regte sich auf Twitter über diesen "eleganten Pariser Unsinn" auf.

Tweet.

Ob diese Uri-Trottoirs bald wirklich die Straßen von Frankfurt "schmücken" bleibt noch unklar. Nächsten Dienstag wird der Ortsbeirat über diese Idee abstimmen, dann hat aber der Magistrat noch das letzte Wort. 

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