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Seit 2017 wird die Eschersheimer Landstraße saniert und umgebaut. In den Sommerferien soll die A-Strecke zwischen Heddernheim und Südbahnhof, auf der U 1, U 2, U 3, U 8 und U 9 verkehren, auf Vordermann gebracht werden.

U1,U2,U3 und U8

Alles, was sie zur U-Bahn-Sperrung wissen müssen

Die U1, U2, U3 und U8 sind vom Südbahnhof bis nördlich von Heddernheim vom 1. Juli bis 12. August gesperrt. Auch Straßen sind gesperrt.

Frankfurt - Fahrgäste im Frankfurter Nahverkehr müssen sich im Sommer auf eine Großsperrung einstellen – diesmal nicht bei der S-Bahn, sondern der U-Bahn, auf der meistbefahrenen Strecke der Stadt. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) sperrt die sogenannte A-Strecke zwischen dem Südbahnhof in Sachsenhausen und der Heddernheimer Landstraße in Heddernheim von 1. Juli bis 12. August. Das betrifft alle U-Bahn-Linien in den Frankfurter Norden (U1, U2, U3, U8, U9).

Als Grund werden diverse Arbeiten genannt: So würden Weichen und Gleise ausgetauscht, Kabel für Funk eingebaut, Oberleitungen instand gesetzt und Überwege an Stationen erneuert. Die Gesamtkosten gibt die VGF mit 20 Millionen Euro an. Als Ersatz fahren Busse.

Frankfurt: A-Strecke meist befahrene U-Bahn-Verbindung 

Die A-Strecke ist mit bis zu 125 000 Fahrgästen am Tag die meistbefahrene U-Bahn-Verbindung in der Stadt. Die Baumaßnahme erinnert an die mehrfache Sperrung des Frankfurter S-Bahn-Tunnels durch die Deutsche Bahn. „Es kommt knüppeldick für die Fahrgäste“, sagte der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Oesterling ist Vorsitzender des VGF-Aufsichtsrats und verantwortet die Tunnelsperrung politisch.

Anders als in den Vorjahren versuche die VGF diesmal, Arbeiten an der Strecke binnen sechs Wochen zu erledigen und nicht in zahlreiche Maßnahmen mit kürzeren Sperrungen zu unterteilen, sagte er. Das sei eine veränderte Baustellenphilosophie. „Unsere Hoffnung ist, alles auf einmal zu erledigen, und dann in den nächsten Jahren keine geplanten Bauarbeiten mehr auf der A-Strecke zu haben.“

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Für Fahrgäste gibt es keine Möglichkeit, alternativ in andere U-Bahnen umzusteigen – die A-Strecke ist die einzige Nord-Süd-Verbindung mit der U-Bahn durch die Stadt. Als Ersatz lässt die VGF Gelenkbusse fahren – allerdings nicht auf demselben Linienweg. So starteten die Gelenkbusse im 5-Minuten-Takt an der Station Konstablerwache und nicht an der Station Hauptwache oder dem Südbahnhof.

Die U1, U2, U3 und U8 sind vom Südbahnhof bis nördlich von Heddernheim vom 1. Juli bis 12. August gesperrt. 

Zwischen Südbahnhof und Konstablerwache müssten die Fahrgäste auf die vorhandenen Straßenbahnen und S-Bahnen umsteigen, teilte die VGF mit. An der Hauptwache wiederum könnten die Gelenkbusse nicht halten, weil die Statik der Station nicht dafür ausgelegt sei, führte Oesterling aus. So würden die Gelenkbusse von der Heddernheimer Landstraße über die Eschersheimer Landstraße, Bleichstraße, Seilerstraße, Lange Straße, Allerheiligenstraße fahren und die Fahrgäste am Segmüller-Kaufhaus aussteigen lassen. Diese Fahrt dauere 33 Minuten mit dem Bus – die Fahrt mit der U-Bahn dauert derzeit 17 Minuten.

Die Rückfahrt von der Konstablerwache zur Heddernheimer Landstraße führt von der Kurt-Schumacher-Straße über Anlagenring und Eschersheimer Landstraße und dauere 35 Minuten – ungefähr doppelt so lange wie die Bahnfahrt derzeit. Die Fahrzeiten seien „realistisch eingeschätzt“, so die VGF. Die Fahrzeitverlängerungen durch Stau im dichten Stadtverkehr seien mit berücksichtigt. Im Norden fahren Ersatzbusse zwischen Riedwiese und Heddernheim. Wie bei der Tunnelsperrung der Bahn seien bei der VGF-Sperrung im Sommer keine Vergünstigungen für Fahrgäste vorgesehen, sagte Oesterling. Er lasse jedoch prüfen, ob Gratisfahrten mit Leihrädern möglich seien.

U-Bahn-Strecken in Frankfurt: Auch im Osten baut der VGF

Eine weitere Sperrung betrifft den Frankfurter Osten. Die U-Bahn-Linien U4 und U7 fahren von 29. Juni bis 22. Juli nicht zwischen Seckbacher Landstraße beziehungsweise Schäfflestraße und Enkheim. Auch dort fahren ersatzweise Busse. Grund sind Vorarbeiten für den Bau des Riederwaldtunnels. Der etwa 1100 Meter lange Tunnel soll die Lücke zwischen den Autobahnen 66 und 661 im Osten schließen. Mit dem Bau des eigentlichen Tunnelbauwerks soll im Jahr 2020 begonnen werden.

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Vom 22. Juli bis zum 12. August verkehrt die U4 nur zwischen Bockenheimer Warte und Schäfflestraße, die U7 zwischen Heerstraße und Johanna-Tesch-Platz. Grund sind hier Gleisbauarbeiten in der Borsigallee.

In den vergangenen vier Jahren – zuletzt im Sommer 2018 – war der S-Bahntunnel am Hauptbahnhof mehrfach gesperrt worden. Die Deutsche Bahn hatte dort ein 40 Jahre altes Relais-System durch ein modernes elektronisches Stellwerk ausgetauscht.

VGF: U9 in Frankfurt wird verlängert

Die Linien U1 und U8 fahren in den Sommerferien gar nicht. Die Linie U2 fährt nur zwischen Nieder-Eschbach und Riedwiese/Mertonviertel. Die Linie U3 fährt von Oberursel-Hohemark kommend bis zur Station Wiesenau und von dort weiter nach Ginnheim. Die Linie U9 wird über Nieder-Eschbach hinaus bis Gonzenheim verlängert.

Damit Pendler dennoch in die Stadt kommen, richten die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq und die VGF weiträumige Umleitungen ein, um den Fahrgästen viele, möglichst individuelle Optionen im dichten Frankfurter Nahverkehrsnetz zu bieten. Damit werden auch Wünsche der Ortsbeiräte und des Fahrgastbeirats erfüllt.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbindung aus dem Frankfurter Norden mit der Linie U9 nach Ginnheim und weiter mit der Straßenbahnlinie 16. Aber auch die Buslinien 27 von Bonames nach Preungesheim und 64 von Ginnheim entlang des Uni-Campus Westend zum Hauptbahnhof verbessern das Angebot. Kunden mit Fahrtberechtigung für das Tarifgebiet Frankfurt können auch die U-Bahn zwischen Niederursel und Oberursel Bahnhof sowie die S-Bahn-Linie S5 zwischen Oberursel Bahnhof und Frankfurt nutzen.

Die attraktivste Verbindung, den gesperrten Bereich zu umfahren, ist ohne Frage die Fahrt mit der U-Bahn-Linie U9 bis Ginnheim und von dort weiter mit der Straßenbahnlinie 16 zur Bockenheimer Warte (U-Bahn-Linien U4, U6, U7), zum Westbahnhof (S-Bahnen) oder zum Hauptbahnhof. Ebenfalls zwischen Ginnheim und dem Hauptbahnhof verkehren die Busse der Linie 64, die auch für die Studenten am Uni-Campus Westend - die Semesterferien beginnen erst in der zweiten Julihälfte - von Interesse sind. 

Mit der Linie 27 gelangt man von Nieder-Eschbach und Bonames zum Frankfurter Berg (S-Bahn-Linie S6) und nach Preungesheim (U5). Die VGF verstärkt auf allen Linien das Angebot, die Linie U5 fährt nach dem dichteren Fahrplan, der während der Schulzeit gilt. Von Oberursel, Bad-Homburg, Eschersheim und vom Frankfurter Berg fahren die S-Bahnen wie gewohnt in die Innenstadt.

Wegen U-Bahn-Sperrung: Leihfahrräder kostenlos

Wer auf das Fahrrad umsteigen möchte, hat die Gelegenheit, Leihfahrräder zu nutzen. Die VGF stellt diese zur Verfügung: Bis zu zwei Fahrten à 30 Minuten sind mit den Rädern täglich kostenfrei möglich. Detaillierte Informationen hierzu sind an den Haltestellen zu finden. Zwischen Hauptwache, Konstablerwache und dem Südbahnhof fahren die S-Bahn-Linien in kurzen Abständen. Zum Willy-Brandt-Platz gelangt man am besten über die Konstablerwache oder den Hauptbahnhof mit den Linien U4 und U5 sowie der Straßenbahnlinie 12. Der Schweizer Platz ist mit den Straßenbahnlinien 15 und 16, der Südbahnhof auch mit den Straßenbahnlinien 15, 16 und 18 zu erreichen.

von FLORIAN LECLERC

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