+
Englischunterricht am Gymnasium Nord: Die Schule ist eine von mehr als 90 weiterführenden Schulen in der Stadt, für die Eltern von Viertklässlern ihre Kinder noch bis zum 5. März anmelden können.

Schulwahl

Die richtige Schule für mein Kind - was Eltern beachten sollten

Stressige Tage erleben gerade viele Frankfurter Familien mit Schulkindern. 5700 Viertklässler stehen vor dem Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema.

Frankfurt - Für 600 Frankfurter Kinder platzte im vergangenen Jahr der Traum von der Wunschschule. Sie wurden anderen Schulen zugewiesen. Verständlich, dass die Sorge, für ihr Kind die optimale Schule finden zu müssen, aktuell wieder viele Mütter und Väter an den Rand der Verzweiflung treibt. 5700 Viertklässler wechseln in diesem Jahr auf die weiterführende Schule. Das Staatliche Schulamt rechnet damit, dass die Zahl der unerfüllten Schulwünsche wieder vergleichbar hoch ausfallen wird wie im vergangenen Jahr.

Auf dem Anmeldeformular können die Eltern zwei Wunschschulen angeben. Bis zum 5. März haben sie Zeit, die Antragsformulare auszufüllen und bei der Grundschule ihres Kindes abzugeben.

Hier eine Übersicht und Checkliste mit Antworten auf die wichtigsten Fragen, die Eltern gerade beschäftigen.

Nach welchen Kriterien sollten Eltern die richtige Schule für ihr Kind aussuchen?

Unbedingt zu berücksichtigen, was das Kind sich wünscht und wo seine besonderen Interessen und Talente sind. Ein betont mathematisch interessiertes und begabtes Kind auf eine Schule mit musischem oder sprachlichem Schwerpunkt zu schicken, kann schwierig werden. Auch wenn ein Kind eine bestimmte Schule ablehnt, sollten Eltern das respektieren, auch wenn sie selbst diese Schule noch so vorteilhaft finden. „Das Kind muss die Entscheidung mittragen“, sagt Stadtelternbeirätin Silke Deselaers vom Team „Übergang 4/5“. „Wenn es eine Schule nicht will, sollte man dies berücksichtigen.“

Welchen Schulen weist das Schulamt Kinder zu, die keinen Platz an der Wunschschule bekommen?

Auf dem Anmeldeformular können die Eltern zwei Wunschschulen angeben. Neuerdings können sie außerdem ankreuzen, was ihnen wichtiger ist: die gewünschte Schulform oder die bessere Erreichbarkeit. Wer bessere Erreichbarkeit ankreuzt, gibt damit zu verstehen, dass das Kind auch einer nahe gelegenen Integrierten Gesamtschule oder einer Kooperativen Gesamtschule zugewiesen werden kann.

Haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Platz für ihr Kind an einer bestimmten Schule?

Einen Rechtsanspruch auf eine Wunschschule gibt es grundsätzlich nicht. Es besteht lediglich ein Anspruch auf einen bestimmten Bildungsgang, also etwa das Gymnasium. So lauten die Bestimmungen. Tatsächlich haben im Jahr 2015 in Frankfurt elf Eltern vor Gericht gegen die Zuweisungsbescheide des Staatlichen Schulamtes geklagt und für ihre Kinder einen Platz an der Wunschschule erstritten.

Kann man mit taktischem Wahlverhalten zur Wunschschule kommen?

Taktisches Wahlverhalten beobachten die Schulen bereits seit Jahren. Taktiker unter den Eltern wählen als Erstwunsch gerade nicht ein besonders beliebtes, sondern ein weniger gefragtes Gymnasium, um überhaupt einen Platz an einer selbst gewählten Schule zu erhalten, statt einen vom Schulamt zugewiesen zu bekommen. Der Stadtelternbeirat rät als Zweitwunschschule keine zu wählen, die schon mit Erstwünschen geflutet wird. Zu den beliebtesten Schulen gehören etwa das Gymnasium Riedberg, die IGS Nordend, Ziehenschule (Eschersheim) und Wöhlerschule (Dornbusch). Weniger beliebt war bisher das Adorno-Gymnasium.

Kann man mit Spenden und Zuwendungen etwas erreichen?

Ganz schlechte Idee. Das Kind einen handgeschriebenen Brief an den Schulleiter der Wunschschule schreiben zu lassen, um diesen zu erweichen, ist ebenso daneben wie die Idee, dem Förderverein eine großzügige Spende zu machen. Solche Methoden führen nicht zum Ziel.

Wie können Eltern den Stress mit der Schulwahl für sich und ihr Kind minimieren?

Indem sie einen kühlen Kopf bewahren und sich klarmachen: Die Wahl der weiterführenden Schule ist keine Entscheidung fürs Leben. Nicht einmal die Entscheidung für die weiterführende Schule ist es. Das Bildungssystem mag bisweilen unübersichtlich sein, aber es ist mit Sicherheit eines: flexibel. Zum Abitur führt mehr als ein Weg, zum Beispiel im Anschluss an die Realschule und sogar für Erwachsene noch über den sogenannten zweiten Bildungsweg. Und eine Grundschullehrerin weiß: „Man kann auch ohne Hochschulreife und Studium eine qualifizierte Ausbildung machen und Erfolg im Beruf haben.“

Wie geht es nach dem 5. März weiter?

Die Erstwunschschulen sichten die Anmeldebögen und wählen Schüler aus, die sie aufnehmen wollen. Die Anmeldebögen der Schüler, die sie nicht zur Aufnahme vorsehen, werden an die Zweitwunschschule geschickt. Anträge von Schülern, die auch an der Zweitwunschschule keinen Platz bekommen, werden an das Staatliche Schulamt weitergeleitet. Bei der Verteilerkonferenz im Mai wird allen Schülern, die nicht an einer der favorisierten Schulen aufgenommen wurden, ein Platz im gewünschten Bildungsgang zugewiesen.

Wann werden die Zusagen und Absagen verschickt?

Am 28. Mai werden die Zusagen verschickt. Zudem versenden die Schulen, die nicht alle Erst- oder Zweitwünsche aufnehmen konnten, eine Absage mit einer kurzen Begründung.

Warum es auch in diesem Jahr wieder Schülerlenkungen geben wird, können Sie hier nachlesen.

von SYLVIA A. MENZDORF

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare