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Ein Mann sitzt im Wohn- und Küchenbereich einer Mini-Wohnung. Das Mikro-Apartment ist 6,4 Quadratmeter klein. 

Nachfrage steigt

Wohnen in Frankfurt: Der Trend geht zu Mikro-Apartments

In Frankfurt werden immer mehr möblierte Kleinstapartments vermietet. Entsprechend steigen die Preise. Doch auch die Nachfrage nach Wohnraum im Umland steigt.

Frankfurt - In Frankfurt werden immer mehr möblierte Ein-Zimmer-Wohnungen mit bis zu 35 Quadratmeter Fläche angeboten. Im vergangenen Jahr wurden nach Zahlen des Instituts Empirica, die das Maklerhaus Colliers am Montag präsentierte, 1950 solcher Apartments offeriert. Noch 2016 lag die Zahl der Kleinstwohnungen bei unter 1500.

Und die Entwicklung dürfte sich weiter fortsetzen. Denn Investoren investieren derzeit sehr gerne in solche Apartmenthäuser, deren Kleinstwohnungen sich etwa an Wochenendpendler, Projektbeschäftigte oder Studierende vermieten lassen. Die städtische Bauaufsicht genehmigte im vergangenen Jahr den Bau von 902 Mikro-Apartments.

Nachfrage nach Mini-Wohnungen in Frankfurt steigt – EZB mietet Apartments im größeren Stil an

Trotz dieser Angebotserweiterung steigen die verlangten "All-in-Mieten" stark, in denen in der Regel außer Wärme und Strom auch die Kosten für einen Internetanschluss enthalten sind. 2016 lagen diese im Mittel noch bei 29 Euro pro Quadratmeter, vergangenes Jahr bei 31,80 pro Quadratmeter. Nun sieht das Maklerhaus sie bereits bei 34,40, in der Spitze sogar bei 60,40 Euro pro Quadratmeter.

Überkapazitäten an möblierten Apartments sieht man bei Colliers noch nicht. Die Wohnform werde gut angenommen, große Konzerne wie die Bahn sicherten sich für ihre Beschäftigten Wohnungen. Jüngst habe die EZB in größerem Stil Apartments angemietet, hieß es am Montag bei einem Pressegespräch. Auch bei den Mieten sieht das Maklerhaus noch Spielraum. Irgendwann komme man allerdings in einen Bereich, in dem das Hotel im Vergleich als Unterkunft attraktiver werde.

Wohnraum im Frankfurter Umland wird immer beliebter – Co-Working-Lösungen im Bürosegment

Als einen zweiten Trend erkennt Colliers ein zunehmendes Interesse an Wohnraum im Frankfurter Umland. Noch liegen die Mieten für Bestandswohnungen nach Zahlen von Empirica bei einer Neuvermietung in Hanau mit 8,86 Euro pro Quadratmeter, in Offenbach mit zehn Euro pro Quadratmeter oder auch Rodgau mit 8,61 Euro pro Quadratmeter deutlich unter dem Frankfurter Schnitt von 13,04 Euro pro Quadratmeter. 

In den drei Städten sind die Mieten nach den von Colliers vorgestellten Zahlen in den vergangenen fünf Jahren sogar stärker gestiegen als in Frankfurt - in Hanau mit 5,1 Prozent sogar fast doppelt so kräftig. Im Neubaubereich sind die Mieten etwa in Darmstadt, Oberursel und Eschborn stärker gestiegenen als in Frankfurt.

Im Bürosegment gibt es wie auf dem Wohnungsmarkt eine anhaltende Entwicklung zu kleinen, kurzfristig zu mietenden Flächen. Anbieter solcher Co-Working-Lösungen dringen, wie Colliers beobachtet, weiterhin aggressiv auf den Frankfurter Büromarkt und mieten große Flächen, bevorzugt im Bankenviertel, an. Auch aus Mangel an verfügbaren zusammenhängenden Büros in diesem Areal seien Unternehmen wie Spaces inzwischen auch an der Hanauer Landstraße oder in Messenähe aktiv. Jüngst sicherte sich Spaces knapp 6900 Quadratmeter Büroraum im Hybridturm One, der an der Messe entsteht.

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