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Streit landet vor Gericht

Der Yachtklub startet in die neue Saison - doch etwas ist anders

Der Yachtklub öffnet am Freitag wieder, allerdings ohne den langjährigen Macher Hans Romanov.

Frankfurt - Alles wie immer und irgendwie doch nicht: Pünktlich zum frühlingshaften Wochenende legt der Yachtklub heute Abend um 21 Uhr wieder an bekannter Stelle am Sachsenhäuser Ufer mit einer großen Eröffnungsparty an. Der schwimmende Klub an der Alten Brücke geht aber zum ersten Mal in seiner Geschichte ohne sein bekanntes Gesicht, den Klubmacher Hans Romanov an den Start. Ende 2018 war öffentlich geworden, dass der 61-Jährige nicht mehr Miteigentümer des Yachtklubs ist.

Hans Romanov im Yachtklub, als die Bootswelt noch in Ordnung war.

Yachtklub in Frankfurt: Romanov und Unkelbach auf Konfrontationskurs

Während Romanov selbst betonte, er sei rausgekickt worden und es habe Uneinigkeiten gegeben, sagt Klaus Unkelbach, einer der vier verbleibenden Yachtklub-Eigentümer auf Nachfrage: „Hans hat freiwillig entschieden, die Yachtklub GmbH zu verlassen. Er wollte mehr Geld, aber unser Sparschwein war leer, und wir konnten seine Forderungen nicht erfüllen.“ Romanov sagt hingegen: „Ich habe seit Ende 2017 keinen Cent mehr bekommen.“

Bilderstrecke: In diesen ehemaligen Frankfurter Clubs wurde einst abgefeiert

Feiernde Gäste im Dorian Gray, 90er-Jahre. Hier zog Ende der 80er-Jahre die Techno-Musik ein, vertreten durch DJs wie unter anderem Talla 2XLC, DJ Dag, Mark Spoon und Sven Väth. © FNP Archiv
Das "Larry's Inn" in Sachsenhausen, 1989, Ein Club, in dem vorwiegend US-Soldaten verkehrten. Hier lief Rap, Electro und Miami Bass. Mittwochs und sonntags gab es jede volle Stunde eine Viertelstunde lang Freibier. Ihr könnt Euch denken, was da los war... © FNP Archiv
Gut frisierte DJs im "Mackie Messer", einst ein Club in den 1980er-Jahren auf der Mainzer Landstraße (vorher Ecke Zeppelinallee, Ecke Bockenheimer Landstraße). © FNP Archiv
19.10.2004, Nacht der Clubs
Eingang vom "190 East", ein House-Club, der auf dem Union-Gelände lokalisiert war. Später zog dort das APT ein. Hier eine Aufnahme vom 19. Oktober 2004 anlässlich der Nacht der Clubs. © FNP Archiv
Der Club "Uns" (vorher "Sam Lord") auf der Kaiserstraße hatte drei Floors. Nach der Schließung eröffnete im Erdgeschoss der Orange Club. Hier eine Aufnahme vom 14. Oktober 2005. © FNP Archiv
Im "Unity", das von den Zeleke-Brüdern betrieben wurde, ging es einige Jahre hoch her. Vor allem donnerstags gab es lange Schlangen vor der Tür. Hier legten DJs wie Julian Smith und Shantel regelmäßig auf. © FNP Archiv
Frankfurts ehemalige Oberbürgermeisterin Petra Roth als DJ bei "Frankfurt legt auf" am 17. Dezember 2010 im Club Nusoul auf der Sonnenmannstraße in Frankfurt. © FNP Archiv
Stefan Hantel alias DJ Shantel trat ebenfalls im Nusoul auf, hier bei der Record Release Party "Planet Paprika" am 18. September 2009. © FNP Archiv
Der Eingang vom "Maxim" in der Karlstraße. Hier lief Musik von Funk, HipHop über Elektronik bis hin zu Grunge, Rock und Pop. © FNP Archiv
"A Tribe Called Vibe" war eine Veranstaltungsreihe im "Maxim", die mittwochs mit groovigen Sounds rund um TripHop, Breakbeats und Acid Jazz lockte. © FNP Archiv
DJ Andy im "Maxim". Er gestaltete dort einige Zeit lang den Dienstag. © FNP Archiv
Sachs-Keller (Dezember 1985) war eine Zeit lang einer der angesagten Läden in Frankfurt. Wer erinnert sich noch an die ganzen Buden? © FNP Archiv
Andrang vorm Sinkkasten, Januar 1993. Der Sinkkasten war einer der ältesten Clubs in Frankfurt und ursprünglich in einem Gewölbe am Main gelegen. Später erfolgte der Umzug in die Brönnerstraße und löste den "Zoom" Club ab, so wie die Location auch heute wieder heißt. © FNP Archiv
DJ Jörg im Sinkkasten, Januar 1993. © FNP Archiv
"Freunde der Nacht", Nacht der Clubs 2005. Wie lange gab es den Laden noch mal gleich? © FNP Archiv
Der "Golden Gate Club" in der Karlstraße, Nacht der Clubs 2005. Die Adresse beherbergte bis 1997 das "Maxim", aktuell zieht dort der "Karlson Club" Nachtschwärmer an. © FNP Archiv
Hatte nur ein kurzes Intermezzo in Frankfurt, der Club "Goldfish" auf der Hanauer Landstraße. © FNP Archiv
In der alten Batschkapp wurde einst ausgiebig im "Idiot Ballroom" zu einem wilden Musik-Mix getanzt. Hier eine Aufnahme von 1996. © FNP Archiv
Das Living XXL dürfte vielen in Erinnerung sein. Dort wurde zu kommerzielleren Sounds ausgiebig gefeiert. 2013 schloss der Club nach 15 Jahren Betrieb. © FNP Archiv
Party im "Phoenix" im Großen Hirschgraben, 1993. Gegenüber vom Goethe-Haus gelegen, folgten in den Räumlichkleiten erst der "Whisper Club" und etwas später das "Monza". © FNP Archiv
Das Monza in seiner ursprünglichen Location im Großen Hirschgraben, April 2002. Später zog das Monza dann in die ehemaligen Räumen des Farben Jenisch auf der Berliner Straße. 2013 war dann Schluss. © FNP Archiv
Die Diskothek "o25" (Aufnahme von Mai 2002) in der Ostparkstraße war jahrelang Anlaufstelle für Freunde verschiedenster Musikrichtungen. In den alten Gemäuern sollte nach der Schließung nichts mehr so richtig klappen. Zuletzt eröffnete dort nach jahrelanger Renovierungsarbeiten das "Röderberg", das allerdings nach nur wenigen Monaten wieder dicht machte © FNP Archiv
Türsteher bei der Arbeit am Eingang vom "Uno" (in den 19080er Jahren einst unter dem heutigen Hugendubel gelegen). In den kleinen Club hereinzukommen galt als besonders schwierig. © FNP Archiv
Eingang vom Vogue, 1988, der Vorgänger vom Omen. Hier feierte Sven Väth lange Partynächte. Damals fielen hier eines Morgens plötzlich Schüsse aus einem Auto, drei Männer wurden von den Kugeln getroffen, der Schütze flüchtete. © FNP Archiv
Feiernde im Omen, Frankfurts weltbekannter Techno-Club um DJ Sven Väth eröffnete 1988. im Oktober 1998 wurde dort die letzte Platte gespielt. © FNP Archiv
Im März 1989 wurde das 50-jährige Baman-Jubiläum im Omen gefeiert. In der Nacht legte Sven Väth Platten aus den 60er und 70er Jahren auf. © FNP Archiv
Nach der Schließung des Omen war das U60311 bis 2012 Anlaufstelle für Fans elektronischer Musik. Hier eine Aufnahme von 2008. © FNP Archiv
DJ-Kanzel im U60311. © FNP Archiv
Der Frankfurter Club Cocoon, 19. Juli 2004. Hier feierte unter anderem Sven Väth lange Nächte. Nach der Schließung verließ der Star-DJ Frankfurt. © FNP Archiv
19.10.2004, Nacht der Clubs
Die gute alte Stereobar, wer kennt sie nicht. Eröffnet im Jahr 1997 haben dort viele Frankfurter wilde Nächte verbracht. Nachdem die ursprünglichen Betreiber den Keller-Club verkauft hatten, musste der Laden schließlich im Jahr 2016 schließen. © Heiko Rhode/FNP Archiv
Tanzfläche im "Biba"-Club in Alt-Sachsenhausen. © FNP Archiv
DJ Jürgen in der Schaltzentrale des "Heaven Seven", der Diskothek in der Zeilgalerie, 1993. © FNP Archiv
DJ Shantel beim Auflegen im "Lissania", unter der Woche einst eine Sprachschule. Im dritten Stock der Hausnummer 74 traf sich dort Anfang der 90er-Jahre alle zwei Wochen die Frankfurter "Szene", um zu Acid Jazz, Trip Hop und House abzufeiern. © FNP Archiv
Tanzende im "L.O.F.T. House" auf der Hanauer Landstraße. Der Club, von vielen Schwulen und Lesben besucht,  war auf mehrere Etagen angelegt, in dem mehrere tausend Gäste Platz hatten. © FNP Archiv
Wo ist das? Klar, im Funkadelic. Hier im Bild: Lady D mit den Geschäftsführern Kerim Saka, Andreas Malté und Thomas Weber anlässlich des sechsten Geburtstags des Clubs im Mai 1989. © FNP Archiv
DJ Michael Hohmann im alten "Funkadelic" in der Brönnerstraße, 25. Januar 1993. Seit 1998 befindet sich in den Räumen der Rock-Club "The Cave". © FNP Archiv
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Kalbach, war das Funkadelic zuletzt in der Bleichstraße zuhause. Hier eine Aufnahme aus 2005. © FNP Archiv
Partygeschehen im Ostklub auf der Hanauer Landstraße, den einst Hans Romanov ins Leben gerufen hatte. Aufnahme von 1997. © FNP Archiv
Georg Kliviny im "Sky Fantasy" im Europaturm (Ginnheimer Spargel), Dezember 1989. © FNP Archiv
Laser-Spektakel in der Music Hall, 23. März 1985. Neben dem Dorian Gray galt das dort eingebaute Soundsystem als besonders druckvoll. Die Boxen unter der Bühne waren so groß, dass zwei Leute darin Platz hatten und sich unterhalten konnten (kein Witz!). © FNP Archiv
Party im Odeon, Oktober 1986. Hieß auch mal "Plastik". Heute befindet sich in dem Gebäude das "Le Panther". © FNP Archiv
Die Studio Bar unweit der Hauptwache, heute Mantis Roofgarden. © FNP Archiv
Lange Schlange vor dem alten Polizeipräsidium bei Nacht der Clubs 2004. © FNP Archiv

Nun macht jeder eben seine eigenen Party, könnte man meinen. Aber noch gibt es großen Streit um den Namen. Romanov plant, in Offenbach auf dem Schiff Backschaft seine Veranstaltungen unter dem Namen Yachtklub fortzusetzen. Aber er musste diese Idee erstmal auf Eis legen. Er habe sich den Namen „Yachtklub“ als Marke eintragen lassen, sagt er. Aber Unkelbach sagt, das stimme nicht: „Wir wollen Hans keine Steine in den Weg legen, aber wir müssen den Namen unserer Yachtklub GmbH aus Wettbewerbsgründen verteidigen. Deswegen haben wir auch beim Landgericht Frankfurt eine Einstweilige Verfügung erwirkt, dass Hans seine Veranstaltungen unter einem anderen Namen als Yachtklub stattfinden lassen muss“, so Unkelbach.

Namensstreit um "Yachtklub" vor dem Landgericht

Am 17. April geht der Streit um den Namen vor dem Landgericht weiter, so Romanov. Er betont: „Falls das Gericht gegen mich entscheiden sollte, finde ich einen anderen schönen Namen für den Klub.“ Und zudem, so verrät er am Schluss: „Es ergeben sich gerade noch andere Projekte am Fluss.“

Alternatives Musikprogramm geplant

Derweil soll das Musikprogramm am Sachsenhäuser Ufer „alternativ, jenseits der Kommerzschiene bleiben“, betont Unkelbach. „Neu sind unsere monatlichen Literaturveranstaltungen.“ Jeweils drei Autoren präsentieren ihre Werke, und zwar zu frankfurtspezifischen Themen. Außerdem soll es in der neuen Saison mehr Swing- und Tango-Abende geben. „Das mag unser Publikum sehr gerne.“ Neu sei zudem ein neues Format mit Britpop der späten 70er und frühen 80er Jahre.

von Kathrin Rosendorff

Das Programm:

Yachtklub, Sachsenhäuser Ufer, Höhe Alte Brücke. Die Opening Party ist am Freitag ab 21 Uhr mit der Freebase-Party und den DJs Chris Wood und Alexander Antonakis. Am Samstag ab 22 Uhr gestalten MC Dressla und seine Freunde mit Reggae, Dub und Dancehall den Abend. Jeden ersten Dienstag im Monat soll es den elektronischen Salon geben. Am 17. Mai gibt es einen Abend mit Balkan-Beat-Musiker Shantel.  Nachmittags kann man sich an Deck sonnen und Tapas und Kuchen genießen. Auch Flohmärkte sind geplant. W Öffnungszeiten: montags bis donnerstags: 14 bis 24 Uhr, freitags und samstags: 14 bis 4 Uhr, sonntags: 14 bis 22 Uhr. www.yachtklub.de.

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