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Ena-Sara Ramusovic bei ihrer ersten Begegnung mit Labrador Neo im September 2018.

Hilferuf: Ena-Sara (21) hat kein Geld für einen Engel auf vier Pfoten

Wegen Lähmungen am ganzen Körper ist die 21-jährige Ena-Sara Ramusovic auf den Rollstuhl angewiesen. Jetzt hat sie einen großen Wunsch: einen Assistenzhund, der ihr dabei helfen könnte, ein selbstbestimmteres Leben zu führen. Doch bisher reicht das Geld dafür nicht.

Frankfurt – Wenn Ena-Sara Ramusovic von ihrer ersten Begegnung mit dem Labrador Neo erzählt, leuchten ihre Augen. Ganz offen sei er auf sie zugekommen: "Er hat sich an mich geschmiegt und sogar meinen Rollstuhl abgeleckt. Das ist der größte Liebesbeweis. Wir haben uns gesucht und gefunden."

Die 21-jährige Frankfurterin, die an der Goethe-Universität Politikwissenschaften studiert, hat seit ihrer Geburt mit Lähmungen am ganzen Körper zu kämpfen. "Ich bin ein Drillingskind. Aufgrund einer Frühgeburt, eines darauffolgenden schweren Sauerstoffmangels und daraus resultierender Hirnblutungen leide ich an spastischer Tetraparese", sagt sie. Wegen ihrer körperlichen Behinderung ist sie auf den Rollstuhl angewiesen. Und vor allem auf Helfer, auch für die einfachsten Handgriffe.

"Wenn mir zum Beispiel die Fernbedienung, das Ladekabel, ein Stift oder Sonstiges herunterfällt, muss ich immer jemanden rufen und um Hilfe bitten." Ganz zu schweigen von anderen Unternehmungen. Allein in die Stadt fahren, sich spontan mit Freunden treffen oder auch nur auf eigene Faust in den Park gehen - all das, was für die meisten anderen 21-Jährigen selbstverständlich ist, sei ihr verwehrt, sagt sie. "Das muss Tage vorher organisiert werden, da hängt ein riesiger Rattenschwanz dran. Deswegen kann ich leider kein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben führen."

Junge Frau aus Frankfurt braucht Assistenz-Hund: "Perfekte Hilfe"

Genau hier kommt der 21 Monate alte Labrador Neo ins Spiel - ein Behindertenbegleithund, der fast eineinhalb Jahre lang vom Verein Rehahunde Deutschland in Rostock ausgebildet wurde, um Menschen wie Ena-Sara Ramusovic zu helfen. Wenn die junge Frau von ihm erzählt, kommt sie ins Schwärmen.

Auf Kommando könne er Türen öffnen, Gegenstände bringen, Wäsche aus der Waschmaschine ziehen, ihr die Schuhe und Socken ausziehen und ihr morgens sogar den Rollstuhl im richtigen Winkel ans Bett stellen, sodass sie sich selbst hineinmanövrieren könne. Mehr als 100 Anweisungen beherrsche er inzwischen. Wegen seines Status als Assistenzhund genießt er außerdem Sonderrechte und darf beispielsweise mit in die Universitätsbibliothek oder in Krankenhäuser. "Er ist für den Alltag die perfekte Hilfe, ein echter Wunder-Hund", sagt die 21-Jährige.

Assistenz-Hund für Frau aus Frankfurt zu teuer? 15 000 Euro fehlen

Das Problem: Noch ist Neo in Rostock. Wegen seiner langen Ausbildung kostet der Assistenzhund 28 000 Euro, die Ena-Sara Ramusovic über Spenden und Drittmittel aufbringen muss. Das habe der Verein so geregelt, um zu verhindern, dass sich Betroffene für das Tier womöglich überschuldeten, erklärt sie. Hinzu kommt ein Eigenanteil von 3000 Euro, den die Familie selbst finanziert. 13 000 Euro an Spenden sind inzwischen beim Verein Rehahunde Deutschland für die junge Frankfurterin eingetroffen, 15 000 Euro fehlen noch. "Ich darf den Hund erst übernehmen, wenn das Geld zusammen ist", sagt sie. Allzu viel Zeit bleibt ihr dafür nicht mehr. Bis Ende des Jahres hat der Verein den Labrador für sie reserviert. Ist die Summe bis dahin nicht vollständig, kommt Neo zu einem anderen Betroffenen.

Frankfurt:  Ena-Sara Ramusovic - "Wir gehören zusammen"

Für Ena-Sara Ramusovic wäre das eine Katastrophe: "Das würde mir das Herz brechen. Das wäre so ein Rückschlag, ich weiß nicht, wie ich das verkraften soll", sagt sie leise. "Neo ist für mich so viel mehr als ein Helfer, für mich ist er ein Engel auf vier Pfoten. Wir beide gehören zusammen."

Natürlich könne sie die Unterstützung ihrer Eltern, ihrer beiden Brüder sowie mehrerer Helfer in Anspruch nehmen. Aber manchmal, sagt sie, wäre sie gerne auch mal für sich, ohne immer auf andere Menschen angewiesen zu sein: "Ich bin immer von Erwachsenen und Assistenten umgeben. Ich möchte mal irgendwann etwas alleine bestimmen können. Mit Neo wäre das möglich, mit ihm könnte ich langsam anfangen, selbstständig zu werden."

Seit 2006 gibt es den gemeinnützigen Verein „Rehahunde Deutschland“ in Rostock, der unter anderem Therapie- und Assistenzhunde für behinderte Menschen ausbildet. Die Kosten dafür werden jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Deshalb ist Ena-Sara Ramusovic auf Spenden angewiesen, um den Labrador Neo erhalten zu können. 

Spenden können auf das Konto des Vereins „Rehahunde Deutschland“ überwiesen werden: 

IBAN: DE19 1309 0000 0002 5341 18 

BIC-Code: GENODEF1HR1

Verwendungszweck: „Ena-Sara Ramusovic“. 

Dafür werden auch Spendenquittungen ausgestellt. Weitere Informationen unter www.rehahunde.de.  

Von Brigitte Degelmann

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