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Einheits-Eiche vorsätzlich vergiftet – Belohnung für Hinweise

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Von: Niklas Mag

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Mit Kettensäge und schwerem Gerät rückten die Mitarbeiter des Gartenamtes an, um die abgestorbene Einheits-Eiche am Ortseingang zu fällen. Sie wurde Opfer eine Giftanschlags.
Mit Kettensäge und schwerem Gerät rückten die Mitarbeiter des Gartenamtes an, um die abgestorbene Einheits-Eiche am Ortseingang zu fällen. Sie wurde Opfer eine Giftanschlags. © privat

Nachdem die Einheits-Eiche in Frankfurt gefällt werden musste, ist jetzt eine Belohnung für Hinweise auf den Täter ausgesetzt.

Frankfurt – Am vergangenen Freitag musste die Einheits-Eiche am Ortseingang gefällt werden. Der Baum war vom CDU-Stadtbezirksverband vor 31 Jahren in der Maßbornstraße gepflanzt worden. Der etwa acht Meter hohe Baum ist vermutlich - so martialisch es auch klingt - Opfer eines Mordanschlags geworden.

Für Ortsvorsteher Frank Immel (CDU) "wirklich eine üble Sache". Im Frühjahr des vergangenen Jahres sei den Harheimern bereits aufgefallen, dass sich die Blätter braun verfärbten. "Das Grünflächenamt hat dann Untersuchungen angestellt und festgestellt, dass die Eiche nicht zu retten ist", bedauert Immel. Weitere Untersuchungen seitens des Amts hätten ergeben, dass der Baum vergiftet wurde.

"Es sind Abbauprodukte des Pflanzenschutzmittels Glyphosat gefunden worden. Der Gutachter war sich sicher, dass das der Grund war", sagt der Ortsvorsteher. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, die Pflanze mit dem Wirkstoff zu zerstören. Am wahrscheinlichsten sei es, dass das Herbizid pur in Stammnähe versickert wurde und über die Wurzeln in die Pflanze gelangt sei. "Dass man jetzt schon Bäume vergiftet, wo kommen wir da hin?", fragt Immel. Die Eiche soll nachgepflanzt werden.

EInheits-Eiche in Frankfurt wurde vergiftet: Grünflächenamt nennt Details

Auch das Grünflächenamt rekapituliert den Fall auf Anfrage noch einmal: "Der Tathergang wurde bekannt, als die Eiche unerwartet im Frühjahr 2021 abstarb. Sie trieb noch Blätter aus und starb dann ab. Daraufhin wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem herausgefunden wurde, dass der Baum bereits vor mehreren Jahren eine giftige Substanz aufgenommen hat." Das sei aber eben erst im vergangenen Jahr ersichtlich geworden.

"Weil kein genauer Zeitraum der Vergiftung bestimmt werden kann, wird auf eine Anzeige verzichtet. Es ist jedoch davon auszugehen das der Baum vorsätzlich vergiftet wurde", so das Grünflächenamt und unterstreicht Frank Immels Aussage: "Eine Nachpflanzung ist noch in diesem Frühjahr avisiert."

Die Eiche wurde zur Wiedervereinigung von West- und Ostdeutschland am 3. Oktober 1990 gepflanzt. Die Harheimer CDU ist wütend über den Pflanzenmord und hat sogar eine Belohnung ausgewiesen: "Hat sich vielleicht jemand in der Zwischenzeit verplappert oder mit der Tat geprahlt? Warten wir es ab. Die CDU Harheim zahlt für den Hinweis auf die Ermittlung des Täters 500 Euro", teilen die Christdemokraten online mit. (Niklas Mag)

Der älteste Baum Frankfurts steht in Eschersheim. Die Linde hat in ihrem langen Leben bereits einiges mitbekommen.

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