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49 Stockwerke soll das One genannte Hochhaus einmal haben. An der Spitze wird es eine Skybar geben.

Europaviertel

Hochaus „One“ im Frankfurter Europaviertel - hier wächst Frankfurt in den Himmel 

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49 Stockwerke soll das „One“ genannte Hochhaus einmal haben. Die Dachterrasse in 190 Metern Höhe soll allen offen stehen. An der Spitze wird es eine Skybar geben.

  • Hochhaus „One“ in Frankfurt soll 49 Stockwerke bekommen
  • Dachterrasse wird eine für alle zugängliche Skybar haben
  • Hochhaus „One“ ist nachhaltig zertifiziert 

Frankfurt - Es wird ein spektakuläres Haus mit einer Dachterrasse, die öffentlich zugänglich sein wird. In 190 Metern Höhe können Frankfurter und ihre Besucher später aufs Europaviertel, das Gallusviertel und die Messe herabschauen. Doch noch ist der Tower "One" neben dem Skyline-Plaza nur 50 Meter hoch.

Die Immobilie gehört dem Branchen-Schwergewicht CA Immo. "Wir bauen, und wir wollen es behalten", kündigte Deutschland-Sprecher Markus Diekow jetzt an. Zu einem Immobilienunternehmen gehöre auch ein Portfolio eigener Gebäude, die nicht nur errichtet und dann verkauft würden.

Frankfurt Hochhaus „One“: Turm soll zum Hingucker werden

Das "One" ist wie alle heute errichteten Hochhäuser erstens teuer und zweiten architektonisch reizvoll. Beim "One" ist es der auf halber Höhe leicht versetzte zweite Grundriss, der den Turm zum Hingucker macht.

Die Nutzung im "One" ist gemischt. Die unteren 14 Stockwerke beherbergen in Zukunft ein Hotel. Es wird von NH Hotels betrieben und hat 375 Zimmer. In den Stockwerken darüber entstehen Büros mit etwa 1500 bis 2000 Büroarbeitsplätzen, darunter auch mehrere Stockwerke mit Co-Working. Hier können Mieter, deren Firmen wachsen, zusätzliche Schreibtische aufstellen.

Bauen in Frankfurt: Die Stadt wird höher und dichter.

Die Lobby im Erdgeschoss wird wie die Skybar auf dem Dach für die Öffentlichkeit zugänglich sein. "Hotelgäste können hier einchecken, auf der anderen Seite des Gebäudekerns ist der Empfang für Firmenbesucher. Es gibt hier ein Café, auf der Hotelseite eine Bar, die von der Stadt genutzt werden können", so Diekow bei einem Rundgang.

Natürlich sei es mit zusätzlichen Kosten verbunden, eine Skybar mit umlaufender Terrasse für die Öffentlichkeit anzubieten. Zumal die Firmen in den Etagen darunter ja auch Sicherheitsbedürfnisse hätten. CA Immo baue die Terrasse, weil das Gebäude viele Möglichkeiten bieten soll, um attraktiv zu bleiben, auch wenn die Nachfrage nach Hotelflächen oder nach Büroarbeitsplätzen in der Zukunft vielleicht sinken werde. Dann behalte das "One" vielleicht wegen der guten Lage und wegen seiner zusätzlichen Angebote eine bessere Nachfrage als andere Türme.

Hochhaus „One“ in Europaviertel: Schallschutz und Wärmedämmung

Eine Rolle für künftige Mieter könnte auch die Ökologie spielen. "Die Mieter könnten auf einen kleineren ökologischen Fußabdruck achten", erwartet Diekow. Denn die Flächen würden mit relativ geringem Energieaufwand erstellt, mit einheimischen oder zertifizierten Materialien. Zudem gebe es eine gute Ökobilanz in Sachen Wärmedämmung, Schallschutz und Energieverbrauch. Darauf habe CA Immo von Anfang an geachtet.

Gestern wurde das "One" deshalb von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert. Das "One" erhielt "Platin", die höchste Kategorie. Dort müssen mindestens 65 Prozent der von der DGNB vergebenen Punkte erreicht werden. Das "One" erreichte 84,7 Prozent. Dies berichtete Christian Kemper, der das "One" seitens der DGNB seit 2016, von der Phase der Vorplanung an, begleitet hat.

"Ein besonders neuralgisches Thema", sagte er, "ist der Sonnenschutz." Wo der Hausbesitzer einfach den Rollladen im Hochsommer schließt und die Sonne draußen hält - mithin einen Sonnenschutz vor der Scheibe hat - ist dies bei Hochhäusern bislang nicht möglich gewesen, weil der Winddruck in der Höhe - das "One" wächst 190 Meter in den Himmel - die Jalousie abreißen könnte. Anders im "One", welches als erstes Hochhaus überhaupt filigrane Jalousien bis oben hin aufweist. Das spart Kosten für die Klimatisierung.

Es ist eine von verschiedenen Kategorien, die die DGNB entwickelt hat. "Wir sind Marktführer. Mehr als 80 Prozent aller Öko-Zertifizierungen von Gebäuden werden von der DGNB erledigt", sagte Dr. Stephan Anders, Abteilungsleiter Zertifizierung bei der DGNB. Die DGNB zertifiziert nach 37 Kriterien, darunter auch solche wie Schallschutz, Mülltrennung auf der Baustelle und das spätere Wohlbefinden der Mieter durch angenehmes Raumklima und gedämpfte Geräusche. Die CA Immo hat bereits mehr als 85 Prozent ihrer Gebäude bei der DGNB zertifizieren lassen.

Die Büromieten, die die CA Immo für den "One" anstrebt, sind nicht die teuersten in Frankfurt. Im Büroteil des Turms in etwa 60 Metern Höhe wird die Miete 29 Euro pro Quadratmeter betragen, oben in 190 Metern Höhe hingegen 35 Euro.

Neben dem "One" entsteht ein Parkhaus mit 472 Plätzen und eine Fahrradgarage mit 600 Plätzen. Schließlich müssen die bis zu 2000 Mitarbeiter und die bis zu 750 Hotelgäste ihre Autos parken. Wobei die Leute besser staufrei mit der verlängerten U 5 bis vor die Haustür des "One" fahren sollten. 

An der Messe entstehen mehrere neue Hochhäuser, die die Frankfurter Skyline nach Westen wachsen lassen. Der Turm „One“ wird 190 Meter hoch.

Hochhaus „One“ in Frankfurt - Das Haus in Zahlen

190 Meter hoch soll das "One" werden und 410 Millionen Euro teuer. Die Fertigstellung ist für 2022 geplant. An der Schnittstelle von Banken- und Europaviertel entstehen derzeit 68 000 Quadratmeter Mietfläche in 49 Geschossen. Bauherr und späterer Betreiber ist die CA Immo Deutschland GmbH.

Für die unteren 14 Geschosse wurde bereits ein langfristiger Mietvertrag mit der NH Hotelgruppe abgeschlossen, die hier ein Vier-Sterne-Superior-Hotel eröffnet. Die gemeinsame Lobby von Hotel und Büroetagen wird öffentlich zugänglich, ebenso wie die Skybar in 185 Metern Höhe. In den Etagen über dem Hotel entsteht eine rund 7000 Quadratmeter Mietfläche umfassende Co-Working-Zone. Einschließlich dieses Co-Working beträgt die Mietfläche der Büros rund 45 000 Quadratmeter. Die Mietfläche pro Etage beträgt je nach Grundriss 1500 bis 1600 Quadratmeter. Eine Etage soll später in einer Woche errichtet werden. 

von Thomas J. Schmidt

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