Das Wachstum der Frankfurter Skyline will die grün geführte Römer-Koalition stoppen. Ein spektakuläres Hochhaus entsteht aber vorher noch.
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Das Wachstum der Frankfurter Skyline will die grün geführte Römer-Koalition stoppen. Ein spektakuläres Hochhaus entsteht aber vorher noch.

Ein Riese zum Schluss

Neues Spektakuläres Hochhaus für die Skyline in Frankfurt – es könnte das letzte sein

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    VonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Bald wird es noch spektakulärer in der Skyline: 300 Meter hoch soll der Millennium-Tower werden. Er könnte eines der letzten Hochhäuser sein, die in Frankfurt gebaut werden.

Frankfurt ‒ Der Millennium-Tower könnte eines der letzten Hochhäuser sein, das in Frankfurt gebaut wird. Die Details zum Wolkenkratzer an der Osloer Straße neben Tower 185 und Tower One sollen Anfang nächster Woche (06.12.2021) der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Ende August entschied eine Fachjury darüber, als erste berichtete kürzlich die FAZ über das bisher unveröffentlichte Ergebnis.

Vom Frankfurter Architekten Ferdinand Heide stammt demnach der spektakuläre Entwurf für den Büro- und Hotelturm mit verdrehter Fassade und Aussichtsplattform ganz oben. Einst hatte Donald Trump den Millennium-Tower bauen wollen, sprach schon mit der damaligen Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) darüber. Mit bis zu 370 Metern Höhe war der Primus der Skyline bereits damals geplant. Das höchste Gebäude ist bisher der Commerzbank-Turm mit 259 Metern. Vorgesehen ist der Millennium-Tower schon seit den 1990er-Jahren. Damals wurde sein Standort im Hochhausrahmenplan verankert.

Neues, höchstes Hochhaus in Frankfurt: Der Millennium-Tower in abgespeckter Neufassung

Wenn der Wolkenkratzer nun tatsächlich Realität wird, könnte er das letzte große Hochhaus-Vorhaben für lange Zeit werden: Frankfurts neue grün geführte Stadtregierung will das weitere Wachstum der Skyline stoppen. Seit längerem arbeitet man in der Stadtverwaltung an einer erneuten Neufassung dieses Plans. Die Grünen, seit der Kommunalwahl im März führende Kraft im Römer, hatten angekündigt, dass sie das Wachstum der Skyline in Frankfurt bremsen wollten - weil der Bedarf für Büros fehle und wegen der angeblichen Klimaschädlichkeit der Wolkenkratzer.

Dabei steht das erste Öko-Hochhaus schon seit 24 Jahren in Frankfurt: Der Commerzbank-Tower ist so konstruiert, dass er mittels natürlicher Kühlung fast ohne Klimaanlagen auskommt. Dennoch drängten die Grünen auf eine Überarbeitung des Entwurfs des neuen Hochhausrahmenplans. „Der Bedarf an Hochhäusern ist derzeit gedeckt“, erklärte daher auch im Spätsommer eine Sprecherin von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), einem Koalitionspartner der Grünen.

Skyline in Frankfurt: Hochhausrahmenplan „eher zurückhaltend“

Noch unter der vorigen Koalition mit CDU und Grünen hatte Josef zunächst ambitioniertere Ziele genannt: Neue Hochhaus-Cluster könnten im Ostend rund um den Wolkenkratzer der Europäischen Zentralbank entstehen sowie im Gutleutviertel, wo bereits der Union-Investment-Turm steht und die Bankenviertel-Hochhäuser nicht weit weg sind.

Diese Planung hat Josef nun offensichtlich mit den neuen politischen Partnern besprochen - und damit ändert sich jetzt offenbar die Richtung, die die Stadt in Sachen Skyline nehmen soll. Das ist klar geworden in einer langen Stellungnahme Josefs, welche die Stadt dieser Tage veröffentlichte. Der Hochhausrahmenplan werde „in der Anzahl der Standorte, die ausgewiesen werden, eher zurückhaltend sein“, kündigt der Stadtrat jetzt an.

Auch wegen Corona: Spektakulärer Millennium-Tower eines der letzten Hochhäuser in Frankfurt

Er beruft sich als Grund für diese veränderte Ausrichtung auf „verschiedene Gutachten“, die zeigten, dass die schon ausgewiesenen Standorte „für die aktuelle Nachfrage nach Büroraum erst einmal auskömmlich sind“.

Ausdrücklich nennt Mike Josef dabei den Millennium-Tower sowie jene Hochhaus-Standorte, die auf dem Gelände des früheren Polizeipräsidiums an der Friedrich-Ebert-Anlage möglich sind. „Daher gilt es erst einmal, die weitere Nachfrage nach Büroflächen angesichts der Entwicklung von Corona und Home-Office abzuwarten.“

Neues Hochhaus in Frankfurt: Auch bezahlbare Wohnungen im Millennium-Tower geplant

Zum Millennium-Tower bestätigt Josef, dass auf dem Grundstück „zwei etwas niedrigere Hochhäuser geplant“ seien. Sie sollten auch Wohnungen enthalten, „davon 40 Prozent im preisbegrenzten Segment“, so Josef. „Das wird klassischer sozialer Wohnungsbau oder Teil des Mittelstandsprogrammes sein.“ Eine solche Durchmischung der Viertel sei wichtig.

Als Vorgabe für die Hochhausbauer wolle die Stadt ebenfalls vorgeben, dass die Sockel der Wolkenkratzer künftig öffentlich genutzt werden, „mit Nutzungen, die interessant sind, für die große Öffentlichkeit der Stadt“, konkret: Kultur, Einkaufsmöglichkeiten, Kitas oder Dienstleistungen. Die Hochhäuser sollten für die Bewohner im Stadtteil offen sein.

Für seinen Hochhaus-Entwurf hat die Jury Architekt Heide noch Änderungswünsche mitgegeben, wird aus deren Umfeld kolportiert. Deshalb sei der Jury-Entscheid noch unter Verschluss. Bevor die grüne Regierung die Ampel für Frankfurts Skyline auf Rot stellt, darf der Mega-Wolkenkratzer jedoch noch gebaut werden. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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