Das kleine Fährmannshaus zwischen Maintor und Zollturm in Frankfurt ist sanierungsbedürftig. Derzeit ist das Gebäude nicht bewohnt, aber Fährmann Sven Junghans will es nutzen, wenn es erst einmal saniert ist.
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Das kleine Fährmannshaus zwischen Maintor und Zollturm in Frankfurt ist sanierungsbedürftig. Derzeit ist das Gebäude nicht bewohnt, aber Fährmann Sven Junghans will es nutzen, wenn es erst einmal saniert ist.

Gerüchte um das Gebäude

Fährmannshaus in Höchst verfällt – doch es geht nichts voran

  • Holger Vonhof
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Das kleine Fährmannshaus zwischen Maintor und Zollturm in Frankfurt-Höchst ist sanierungsbedürftig. Doch es geht nichts voran.

  • Fährmannshaus in Frankfurt-Höchst verfällt
  • Sanierung des Gebäudes am Höchster Maintor steht noch aus
  • Gerüchte um das Gebäude

Frankfurt – Der schlechte Zustand des Fährmannshäuschens am Höchster Maintor in Frankfurt wird immer augenfälliger: Das kleine Gebäude verfällt mehr und mehr. Kürzlich war es in aller Munde, als ein Spaßvogel ein "Verkauft"-Schild am Zaun angebracht und darunter die Nummer des Oberbürgermeister-Büros als Makler-Kontakt angegeben hatte.

Fährmannshaus in Frankfurt-Höchst wird nicht verkauft

Verkauft ist es nicht und wird es auch nicht; es ist an den Pachtvertrag der Höchster Fähre gekoppelt. Anfragen von einer privaten Interessentin, es ihr für die Einrichtung eines kleinen Cafés zu vermieten, sind jüngst von der Stadt Frankfurt abschlägig beschieden worden. Es ist nicht zu haben: "Solange ich Fährmann in Höchst bin, ist es nicht zu vermieten", sagt Sven Junghans, der die Höchster Fähre "Walter Kolb" vom Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) gepachtet hat. Allerdings ist das Fährmannshaus in einem solch schlechtem Zustand, dass er es zurzeit nicht nutzt: Junghans wartet darauf, dass die Stadt es als Eigentümer instand setzt.

Fährmannshaus in Frankfurt-Höchst verfällt: Ortsbeirat fordert Renovierung

"Es wäre wünschenswert, wenn das Gebäude, welches Teil der Höchster Stadtmauer ist, möglichst schnell renoviert wird und einer Nutzung zugeführt wird, welche der Bedeutung dieses Gebäude gerecht wird", sagt jetzt CDU-Ortsbeirat Hans-Christoph Weibler. Er will von der Stadt Frankfurt eine Antwort, wann dort endlich etwas passiert, und hat deshalb zur nächsten Ortsbeiratssitzung einen Antrag zum Fährmannshäuschen gestellt.

Zuständig für das Haus ist das Amt für Bau und Immobilien (ABI). Dort sei man derzeit in der Planung, das Haus neu streichen zu lassen sowie das spätgotische Maßwerksfries an der Stadtmauer im Bereich des Fährhauses zu sanieren. Auf Wunsch des Denkmalamts sei eine Restauratorin mit der genauen Schadens- und Ursprungsermittlung beauftragt. Nach dem Vorliegen einer bewertbaren Kostenberechnung müsse die Mittelbereitstellung geklärt werden. "Ein verbindlicher Zeitplan für die Umsetzung der Maßnahme kann daher zurzeit nicht genannt werden", sagt Sandra Dohmen, Sprecherin des ABI.

Das Fährmannshaus ist auf die um 1465 errichtete Mauer mit dem Main-Tor aus buntem Sandstein gesetzt, die viel tiefer in den Untergrund reicht, als auf den ersten Blick ersichtlich ist: Das Mainufer wurde aufgeschüttet; von der Mauer ist nur noch der obere Teil zu sehen. Der Zollturm, der mit seinem Tor das Fährmannshaus vom Höchster Schlossplatz abtrennt, wurde 1460 das erste Mal erwähnt - in einem Brief des Höchster Zollschreibers an die Stadt Frankfurt, einem Drohbrief. Denn darin verweist die Stadt Höchst darauf, dass sie ihrer Forderung nach Mainzoll künftig Nachdruck verleiht.

Fährmannshaus in Frankfurt-Höchst verfällt: Bollwerk auf der Batterie

In dem Brief heißt es, der Mainzer Kurfürst Diether II., Landesherr von Höchst, habe "angefangen diesen somer vor dem zoltorn zu hoeste, hier usswendig an dem Mayne ein polwerk zu muren", ein Bollwerk zu mauern. Ob damals schon ein Häuschen auf diese "Batterie", also diese Wehrmauer mit Kanonen, gesetzt wurde, ist nicht bekannt. 1396 hatte ein Heer um den Frankfurter Stadthauptmann Johann von Kronberg die alte Höchster Zollburg verstört. Das erste Zeugnis eines Fährbetriebs zwischen dem Höchster und dem Schwanheimer Ufer stammt aus dem Jahr 1623. Während im Mittelalter Personen, Tiere und Lastkarren der Bauern über den Main transportiert wurden, konnten ab 1911 mit der Gierseilfähre auch Autos befördert werden, bis 1992.

Dann wurde die jetzige Fähre in Betrieb genommen, die nur dem Fußgänger- und Radfahrerverkehr dient. Lange Jahre war Rudolf Kollath der Pächter; er wohnte im Fährmannshaus. Nachdem Kollath in Rente gegangen war, hatte Sven Junghans den Vertrag übernommen. In drei Jahren, also 2023, jährt sich die urkundliche Ersterwähnung der Fähre zum 400. Mal.

Von Holger Vonhof

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