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Gegenstand von Spekulationen ist derzeit die Zukunft des Kronberger Hauses, in dem (noch) das Porzellanmuseum seinen Sitz hat.

Frankfurt-Höchst

Kronberger Haus in Frankfurt-Höchst - Ziehen dort bald Flüchtlingskinder ein?

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Die Stadt Frankfurt hat Gespräche mit dem Hilfsverein Arbeits- und Erziehungshilfe (VAE) geführt - Die Porzellanmuseumsleiterin weiß davon offenbar nichts.

  • Stadt Frankfurt spricht mit Hilfvserein Arbeits- und Erziehungshilfe (VAE)
  • Porzellanmuseumsleiterin ist überrascht
  • Was passiert mit dem Kronberger Haus?

Frankfurt Höchst - Die Stadt Frankfurt hat bereits einen neuen Investor für das marode Kronberger Haus am Wickel - obwohl der Umzug und die Zusammenlegung des dort beheimateten Porzellanmuseums mit dem geplanten Bürgermuseum im Bolongaropalast noch nicht in trockenen Tüchern ist: Dieses Gerücht machte zuletzt auf der Sitzung des Ortsbeirates 6 (Frankfurter Westen) die Runde - und wurde dort vom Höchster Amtsstellenleiter Henning Brandt energisch in das Reich der Fabeln verwiesen.

Ein dieser Zeitung vorliegendes Dokument deutet aber immerhin darauf hin: Die Stadt hat schon die Fühler nach einem möglichen neuen Mieter ausgestreckt. "Die (städtische, Anm. d. Red.) Konversionsentwicklungsgesellschaft ist an uns bezüglich der möglichen Nutzung der bisherigen Räume des Höchster Porzellanmuseums herangetreten", heißt es im Protokoll der Mitgliederversammlung des Vereins für Arbeits- und Erziehungshilfe (VAE) vom 28. November 2019. Die Liegenschaft befinde sich nur zwei Häuser neben dem Haus Mundanis, die dem Verein gehören und in dem junge Migranten ab 14 Jahre ganztägig betreut werden.

Frankfurt-Höchst: "Stets an geeigneten Gebäuden interessiert"

Auch eine Ortsbesichtigung hat es demnach bereits gegeben - und sie scheint zur Zufriedenheit der möglichen neuen Mieter ausgefallen zu sein. Denn, wie das Protokoll weiter vermerkt: "Eine erste Inaugenscheinnahme durch die örtliche Heimaufsicht ergab keine Hinderungsgründe für eine Nutzung im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe."

VAE-Vorsitzender Rainer Wolf wollte das gegenüber dieser Zeitung "weder dementieren noch bestätigen", ließ aber durchblicken: "Ein Träger, der im Bereich Kinder und Jugendliche so aktiv ist wie wir, muss immer mit wachen Augen durch die Stadt gehen, um geeignete Plätze oder Häuser zu finden." Man sei stets "an Gebäuden interessiert, die jungen Menschen ein Zuhause bieten könnten", fügte Wolf hinzu.

Gänzlich überrascht von der Nachricht zeigte sich auf Nachfrage dieser Zeitung Henning Brandt: "Es ist mir völlig neu, dass da schon etwas stattgefunden hat", sagte der Leiter der Amtsstelle Höchst. Diese Unwissenheit teile er mit den Mitarbeiter des Amtes für Bau und Immobilien (Abi), das für Verkäufe von Liegenschaften zuständig ist. "Da weiß auch niemand von irgendwelchen Zukunftsabsichten mit Blick auf das Kronberger Haus", sagte Brandt.

Dann legt er dar, wie es mit dem Kronberger Haus nach seinem Wissensstand weitergehen soll: "Wenn tatsächlich das Kronberger Haus nach der Verlagerung des Porzellanmuseums in den Bolongaropalast zur Verfügung steht, wird es mit den Höchstern einen runden Tisch geben, so wie damals beim Bolongaropalast."

Kronberger Haus in Frankfurt-Höchst: Ortsvorsteherin beklagt fehlende Transparenz

Dort solle mit allen Interessierten darüber gesprochen werden, "was man vernünftigerweise und auch finanzierbar mit dem Kronberger Haus machen möchte, was genau dort stattfinden kann."

Ebenso wenig über die Gespräche und den Ortstermin informiert wurde Porzellanmuseumsleiterin Patricia Stahl. Das bestätigte sie auf Anfrage und kommentierte die fehlende kommunikative Einbindung mit nur einem Wort: "Merkwürdig".

Anfang Dezember 2019, auf der Pressekonferenz von Oberbürgermeister Peter Feldmann zur Leistungsbilanz für den Frankfurter Westen, hatte Ortsvorsteherin Susanne Serke (CDU) noch gezielt nach der Zukunft des Kronberger Hauses gefragt - und von Feldmann als Antwort nur den Verweis auf den runden Tisch erhalten. Auch KEG-Geschäftsführer Rainer Wrenger im Publikum blieb damals stumm. Für eine Stellungnahme stand er gestern nicht zur Verfügung.

Offenbar, so schlussfolgert Susanne Serke, habe es schon zu diesem Zeitpunkt konkrete Vorstellungen zur Zukunft des Kronberger Hauses gegeben. "Ich bin enttäuscht darüber, dass man hier scheinbar schon Fakten schaffen möchte, während man andererseits noch davon spricht, dass die künftige Nutzung noch vollkommen offen sei", erklärte Serke dazu. Leider sei dies "wieder "ein trauriges Beispiel für mangelnde Transparenz."

Von Michael Forst


Die Stadt Frankfurt schafft am Rebstockpark und dem Hausener Weg Plätze für Flüchtlinge.

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