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Mehrmals demonstrieren Eltern und Lehrer der Ernst-Reuter-Schulen beim Bildungsausschuss, wie hier im Dezember 2019. 

Schul-Erweiterung

Hoffnung für Ernst-Reuter-Schulen –Europäische Schule hat kein Interesse an Erweiterung am Standort

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Die Europäische Schule in Frankfurt soll erweitert werden. Kritik gab es am Standort – vor allem aus den benachbarten Ernst-Reuter-Schulen. Dort darf man sich nun freuen. 

Frankfurt – Es dauerte einige Sekunden, bis die Eltern, Schüler und Lehrer der Ernst-Reuter-Schulen die Tragweite des Gesagten realisierten. Dann ging der Jubel los. Seit Monaten wehrt sich die Schulgemeinde gegen eine Erweiterung der Europäischen Schule auf ihrem Gelände in der Nordweststadt. Am Montagabend waren sie abermals in den Bildungsausschuss gekommen, um ihren Unmut über die Pläne kundzutun. Doch statt frustrierten Buh-Rufen gab es Applaus.

Doch was war passiert? Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) hatte von einem Schreiben des Bundes berichtet, in dem stehe, dass, wenn die Ergebnisse der Planungsphase Null umgesetzt werden sollten, eine Erweiterung der Europäischen Schule an diesem Standort nicht mehr interessant sei. Damit könnten sich die Pläne erledigt haben. Denn der Magistrat hatte sich darauf verständigt, dass die Ergebnisse der Planungsphase Null Grundlage für einen städtebaulichen Wettbewerb sein sollen.

Frankfurt: Europäische Schule platzt aus allen Nähten – Standort-Suche 

Zur Erinnerung: Weil die Europäische Schule wächst und schon jetzt aus allen Nähten platzt, sucht die Stadt seit Jahren händeringend nach einem neuen Standort. Erfolglos. Eine neue Machbarkeitsstudie des Amts für Bau und Immobilien kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass die Europäische Schule an ihrem jetzigen Standort erweitert werden könnte. Dafür müsste das knapp elf Hektar große Areal, auf dem auch die beiden Ernst-Reuter-Schulen - eine Integrierte Gesamtschule und ein Oberstufengymnasium - beheimatet sind, neu zugeschnitten werden.

Lehrer, Schüler und Eltern sorgen sich, dass ihnen Grünflächen verloren gehen, die für das Konzept der Schule so wichtig sind, dass das Verkehrschaos wächst. Zudem haben sie Angst, dass die Sanierung ihrer Schule abermals verschoben wird - obwohl die Planungsphase Null, die einer Sanierung vorgeschaltet ist und in der die Anforderungen für ein neues Gebäude entwickelt werden, längst abgeschlossen ist.

"Die Ernst-Reuter-Schule kann etwas, das andere Schulen in Frankfurt nicht können", sagte eine Mutter, deren Sohn Autist ist und selbst auf einer Förderschule nicht zurecht kam. Erst auf der Ernst-Reuter-Schule sei er aufgeblüht. "Er durfte sogar bei der Oper-Aufführung mit auf der Bühne stehen, in der Förderschule durfte er das nicht", sagte die Mutter. "Bitte machen Sie diese Schule nicht kaputt."

Frankfurt: "Schnellstmögliche" Sanierung für Ernst-Reuter-Schulen

Bildungsdezernentin Weber versprach, dass die Sanierung der Ernst-Reuter-Schulen nun "schnellstmöglich" umgesetzt werde. Sie machte auch keinen Hehl daraus, dass sie von der Machbarkeitsstudie des Amts für Bau und Immobilien nichts halte. "Wir wollen die Europäische Schule an diesem Standort nicht erweitern", so Weber. Allerdings bedeute dies nicht, dass die Pläne jetzt vom Tisch seien. "Das Problem ist erst gelöst, wenn wir ein neues Grundstück für die Europäische Schule gefunden haben", so die Bildungsdezernentin. Sie wolle den Liegenschaftsdezernenten Jan Schneider (CDU) nun bei der Suche unterstützen.

Neben der SPD sprachen sich auch CDU und Grüne für einen neuen Standort für die Europäische Schule aus. Stefan von Wangenheim (FDP) schlug vor, die Schule auf dem Grundstück am Kaiserlei zu bauen, das eigentlich für die Multifunktionshalle vorgesehen ist. 

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