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Ein Herz und eine Seele: Ena-Sara und Neo. Weil Leser dieser Zeitung gespendet haben, kann ihr Wunsch nach einem Assistenzhund jetzt in Erfüllung gehen.

Hilfe von FNP-Lesern

Dank großzügiger Spenden: Assistenzhund Neo hilft künftig Studentin im Rollstuhl

Weihnachten feiert Ena-Sara Ramusovic aus Frankfurt schon jetzt: Weil Leser der FNP gespendet haben, kann ihr Wunsch nach einem Assistenzhund jetzt in Erfüllung gehen. Und es gibt einen besonders großzügigen Spender.

Frankfurt – Erdal Ramusovic ist sprachlos. „Mein Gott“, sagt er dann leise. „Mein Gott.“ Gerade hat der Frankfurter erfahren, dass sich der sehnlichste Wunsch seiner 21-jährigen Tochter Ena-Sara erfüllt. Dank vieler großzügiger Leser dieser Zeitung, die bisher rund 3000 Euro spendeten, damit die Studentin, die im Rollstuhl sitzt, einen Assistenzhund bekommen kann. Und vor allem dank des ehemaligen Fußballmanagers Bernd Reisig, der die noch fehlende Summe übernehmen will.

Auch Ena-Sara Ramusovic fehlen zunächst die Worte, als sie diese Nachricht hört. „Wow“, bringt sie heraus. „Das ist unglaublich. Wahnsinn. Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet.“

Frankfurt: Junge Frau im Rollstuhl bekommt Assistenzhund

Bernd Reisig selbst will über sein Engagement keine großen Worte verlieren. Er habe in seinem Leben viel Glück gehabt, sagt er: „Und ich versuche immer, ein bisschen was davon an andere weiterzugeben.“ Zum Beispiel durch seine Bernd-Reisig-Stiftung, die denen helfe, „die nicht auf der Sonnenseite im Leben stehen“, wie es auf der Homepage heißt. Dass Assistenz- und Therapiehunde viel Gutes bewirken können, weiß der ehemalige Präsident des FSV Frankfurt aus eigener Erfahrung. Seit Jahren engagiere er sich für den Verein „Vita Assistenzhunde“. Und sagt: „Es ist sehr beeindruckend, wenn man das sieht.“ Es sei unverständlich, dass die Krankenkassen nicht bereit seien, die Kosten für derartige Hunde zu übernehmen, „obwohl man weiß, dass sie sehr helfen können“.

Unter der Überschrift „Ein Engel auf vier Pfoten“ hatte diese Zeitung am vergangenen Samstag (23.11.2019) über das Schicksal der Studentin Ena-Sara Ramusovic berichtet. Sie und ihre beiden Brüder sind Drillinge, die zu früh geboren wurden. Während die Brüder das gut überstanden, kam es bei dem kleinen Mädchen zu einem schweren Sauerstoffmangel und deshalb zu Hirnblutungen. Die Folge: spastische Tetraparese, also Lähmungen am ganzen Körper. 

Frankfurt: Studentin im Rollstuhl braucht Unterstützung von Assistenzhund

Dank vieler Therapien kann sie Arme und Hände immerhin eingeschränkt bewegen, auch mühsam wenige Schritte gehen. Meist ist sie jedoch an den Rollstuhl gebunden. Und vor allem an Menschen, die ihr helfen, sogar bei den einfachsten Handgriffen. Ein selbstbestimmteres Leben sei ihr deshalb verwehrt, sagt sie.

Bis jetzt. Denn es gibt den 21 Monate alten Labrador Neo, einen Behindertenbegleithund, der vom Verein Therapiehunde Deutschland in Rostock fast eineinhalb Jahre lang ausgebildet wurde, um Menschen wie Ena-Sara Ramusovic zu helfen. Etwa auf Kommando Türen öffnen, Kleidungsstücke bringen, Gegenstände vom Boden aufheben. Mehr als 100 Anweisungen beherrscht der vierbeinige Helfer inzwischen.

Wegen des langen Trainings kostet Neo allerdings 28 000 Euro. Geld, das die Familie über Spenden und Drittmittel aufbringen muss. 13 000 Euro hatte sie bis Mitte November zusammen. Und nur noch bis Ende des Jahres Zeit, die restlichen 15 000 Euro aufzutreiben. Falls das nicht gelungen wäre, wäre Neo an einen anderen Betroffenen vermittelt worden.

Frankfurt: Assistenzhund macht junge Frau im Rollstuhl glücklich

Doch mit dieser Sorge muss sich die junge Frau, die an der Frankfurter Goethe-Universität Politikwissenschaften studiert, nun nicht mehr herumschlagen. Entsprechend glücklich sind sie und ihre Familie jetzt. "Was für eine tolle Nachricht", freut sich der Vater. "Es gibt doch viele gute Menschen auf der Welt."

Auch Astrid Ledwina, Vorsitzende des Vereins Rehahunde Deutschland, ist erleichtert, dass Neo nun zu den Ramusovics kommen kann. Oft hat sie erlebt, wie schwierig es ist, genügend Spenden aufzutreiben. Etwa, wenn es um Soldaten geht, die traumatisiert von Auslandseinsätzen zurückkehren und denen ein ausgebildeter Hund ebenfalls helfen könne. Oder um Kinder mit Autismus. Ledwina: "Es gibt noch viele Menschen, die dringend auf einen Rehahund warten."

Von Brigitte Degelmann  

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