Dobermann Leo sitzt auf einem Stein
+
Dobermann Leo rettet einer 62 Jahre alten Frau in Frankfurt das Leben.

In letzter Sekunde

Hund rettet ertrinkende Frau aus der Nidda in Frankfurt

  • vonFriedrich Reinhardt
    schließen

Bei einem Spaziergang in Frankfurt sieht ein Hund eine 62-jährige Frau in der Nidda treiben. Sofort alarmiert der Dobermann seinen Besitzer. Dieser kommt gerade noch rechtzeitig.

  • Hund Ero ging am Dienstagmorgen (11.112020) in Frankfurter Stadtteil Bonames mit seinem Herrchen spazieren.
  • Der Hund findet die Frau in Frankfurt nur unzureichend bekleidet in der Nidda liegen.
  • Die Frau war bereits seit Montag vermisst worden.

Frankfurt - Wäre Dobermann Ero nicht gewesen, vermutlich niemand hätte die ältere Frau am Dienstagmittag (11.11.2020) gefunden. Mit dem halben Körper lag sie schräg in der Nidda, abseits des Alten Flugplatzes im Frankfurt-Bonames, erzählt Volker Zimmermann, das Herrchen von Dobermann Ero. Barfuß war die 62 Jahre alte Frau, nur mit einer dünnen Hose - „wie eine Leggins“ -, einem T-Shirt und einem Kapuzenpullover bekleidet. Und das bei weniger als zehn Grad. Auch Zimmermann hatte die 62-jährige Frau nicht gesehen.

Frankfurt: Hund bemerkt Frau beim Gassi am Ufer

Oft komme er beim Gassigehen mit Dobermann Ero am Alten Flugplatz in Frankfurter-Bonames vorbei. Normalerweise trinkt der Hund an dem Hang aus der Nidda oder vertreibt Enten oder Nutrias. Dass Ero den Hang zur Nidda herunterrannte, hatte Zimmermann an diesem Mittag nicht gewundert. Mit dem Fahrrad wartete er oben am Weg. Diesmal aber bellte der Dobermann. „Er kam hoch gelaufen, schaute mich an und rannte zurück an die Bach“, erzählt Zimmermann. Das Herrchen wundert sich, geht hinterher und bekommt einen Schreck. „Oh Gott, eine Tote, war mein erster Gedanke.“

Zimmermann kraxelt den Hang am alten Flugplatz in Frankfurt hinab. „Ihr Brustkorb hat sich leicht gehoben und gesenkt.“ Die 62-jährige Frau atmete noch. Ein Moment der Erleichterung. Der 67 Jahre alte Mann zieht die Frau aus der Nidda und ruft den Krankenwagen. „An welcher Straße?“, wollte die Leitzentrale wissen, aber eine Straße gibt es dort nicht. „Kommen Sie zum Alten Flugplatz“, sagte Zimmermann. Vier Minuten später waren die Rettungskräfte da, schätzt Eros Herrchen.

Frankfurt: Hund Ero findet Frau noch rechtzeitig

„Bei dem Wetter kommt an der Stelle keiner vorbei“, sagt Zimmermann aus Frankfurt. „Zumindest war da an diesem Tag niemand.“ Auch der Polizeisprecher sagt: „Es ist wohl dem unglaublichen Spürsinn des Hundes zu verdanken, dass die Frau gefunden wurde.“ Ein Sanitäter habe Zimmermann gesagt, dass die Frau nicht viel länger in der Nidda hätte liegen dürfen, sonst hätten die Sanitäter ihr nicht mehr helfen können. Der Hundehalter erzählt das nicht, um seine Rettung zu preisen. Ganz im Gegenteil.

Wenn er über den Vorfall spricht, scheint er sich nur eine Nebenrolle zuzuschreiben. Er habe getan, was in solch einer Situation eben zu tun ist. Auch auf einem Foto möchte er nicht in der Zeitung erscheinen. Für Zimmermann steht das Wohl der Frau und der Hund Ero im Mittelpunkt. „So oft werden Dobermänner als gefährliche Tier dargestellt. In Frankfurt gelten Dobermänner zwar nicht als sogenannte Listenhunde, die als gefährlich angesehen werden und deren Halter strengere Auflagen erfüllen müssen. Einen schlechten Ruf hätten Dobermänner* dennoch, sagt Zimmermann. Dass Ero die Frau gefunden hat, zeige dagegen, dass Hunde auch Gutes für die Stadt leisteten.

Als die Sanitäter die 62-jährige Frau versorgten, ging Zimmermann auf Abstand. Für ihn ist es eine Frage des Respekts vor der Privatsphäre der Frau. Wie alt die Frau war, konnte er deshalb nicht einschätzen. Nach Angaben der Polizei Frankfurt ist die Frau 62 Jahre alt. Seit Montag sei sie in einem nahe gelegenen Sozialzentrum vermisst worden. Im Krankenhaus habe sie sich einigermaßen erholt, sagt der Polizeisprecher. „Es geht ihr den Umständen entsprechend gut.“ (Friedrich Reinhardt) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare