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Zwei Schoßhündchen einfach totgebissen - Halter muss vor Gericht

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Von: Juliane Schneider

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Die Familie von Yorkshire-Terrier „Bambi“ kämpft in Frankfurt für Gerechtigkeit. Ein Schäferhund hat das Tier tödlich verletzt. Der Halter ist angeklagt.

Frankfurt - Die 15-Jährige hatte ihren geliebten "Bambi" schon als Welpen ins Herz geschlossen - heute erinnern nur noch Bilder an den niedlichen Yorkshire-Terrier. Wie er starb, hat die Schülerin noch immer nicht verarbeitet: Zusammen mit ihrem Vater führte sie den kleinen Hund am 12. August vorigen Jahres gegen 20.45 Uhr im Frankfurter Stadtteil Sossenheim spazieren, als plötzlich ein schwarzer Schäferhund aus einer Hofeinfahrt hervorschoss und sich ins Hinterteil des Schoßhunds verbiss.

Die Verletzungen waren so schlimm, dass "Bambi" am Folgetag eingeschläfert werden musste. Die 15-Jährige hatte damals noch versucht, ihren Liebling mit der Hand zu schützen, und dabei selbst eine klaffende Wunde am Daumen erlitten. Vier Tage wurde sie deshalb stationär im Höchster Klinikum behandelt.

Frankfurt: Aggressiver Hund hätte Maulkorb tragen müssen

Gestern musste sich der Hundehalter (61) vor dem Höchster Amtsgericht wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung, so heißt das bei Tieren, verantworten. Der Schäferhund sei bereits zuvor auffällig gewesen, entnimmt die Richterin den Akten: Wegen seines aggressiven Verhaltens hatte das Ordnungsamt Frankfurt angeordnet, dass er nur mit Maulkorb das Haus verlassen dürfe. Das allerdings hatte der schmächtige, kränklich wirkende Angeklagte bei dem aggressiven Tier wohl gar nicht mehr hinbekommen.

Sehr beliebt: Yorkshire-Hunde FOTO: archiv
Sehr beliebt: Yorkshire-Hunde © Tierheim Hochtaunus

Und biss der Schäferhund nach dem Yorkshire-Vorfall sogar noch einen anderen Schoßhund, einen Malteser, so heftig, dass dieser auf der Fahrt in die Tierklinik starb. Diesen zweiten Fall möchte die Frankfurter Richterin gleich mit verhandeln, spricht von wiederholtem vorsätzlichen Verhalten. Was der Verteidiger für den Bambi-Fall in Frage stellt. Denn vor dem Angriff, so der Angeklagte, habe seine Lebensgefährtin die Tür während eines Gesprächs mit der Nachbarin offengelassen, so dass der Hund habe entwischen und den Yorkshire-Terrier angreifen können.

Frankfurt: Trauernde Familie verzichtet auf neuen Hund

Für den Fortgang der Verhandlung in Frankfurt-Höchst ist eine Aussage der Lebensgefährtin unabdingbar. Und so legen die Prozessbeteiligten den 22. Juni als neuen Verhandlungstermin fest. Dann müssen auch die 15-Jährige und ihr Vater in den Zeugenstand. "Eigentlich hatten wir gehofft, dass wir heute mit der Sache abschließen können", sagt die Mutter auf dem Nachhauseweg. Ihre Tochter habe das Ganze noch nicht verarbeitet. Einen neuen Hund habe man sich nicht mehr angeschafft. Der Schäferhund wurde inzwischen eingeschläfert. (juwi)

Nicht die Hunde, sondern die Halter sind das Problem – da sind sich viele Tierfreunde einig. Ein Frankfurter Fall aus dem Jahr 2021 ist dafür ein passendes Beispiel: Damals verübte erst der Hundebesitzer Gewalt an seiner Frau, bevor sein Tier zubiss.

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