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So sieht Fitness-Training in Zeiten des Coronavirus aus: Der Sportverein TG Bornheim etwa bietet einen Live-Stream aus dem Gym an, hier zeigt der Trainer Steffen Halbig eine der Übungen. Foto: Renate Hoyer

Corona und Freizeitsport

Frankfurt: Immer schön in Bewegung bleiben!

  • vonKatja Sturm
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Etliche Sportvereine haben sich längst digital aufgestellt und bieten Online-Kurse an. Das Angebot ist reichhaltiger geworden.

Frankfurt -Bei der FTG Frankfurt hatte man schon vorgesorgt. Ahnend, dass viele der mehr als 9000 Vereinsmitglieder das Hallentraining in diesem Herbst und Winter wegen der Corona-Pandemie trotz aller Hygienevorkehrungen meiden würden, planten die Verantwortlichen um Alice Kollmann, Leiterin des Sportbereichs und des Fitnessstudios, bereits vor drei, vier Wochen zusammen mit den Trainern, was man in der kälteren Jahreszeit alternativ im Internet anbieten könnte. Es wurde die eigene Technik verbessert, eine neue Leitung im Keller gelegt, der Sound "verschönert" und die Voraussetzungen dafür geschaffen, in Zukunft auch mehrere Angebote gleichzeitig offerieren zu können.

Als nun der "Lockdown 2.0" eintrat, wie Kollmann es formuliert, war man von Beginn an am Start. Und so bietet der Verein unter der Adresse ftg-frankfurt.de an jedem Werktag ab 16 Uhr Kinder- und Jugendkurse sowie ab 18 Uhr auch Fitness oder Yoga für Erwachsene an, ergänzt durch Zumba und Pilates am Vormittag. Bei Kampfsportarten können sich die Trainer sogar jeden Schüler nacheinander ansehen und somit die Techniken individuell korrigieren. "Wir haben Angebote für jedes Alter", sagt Kollmann. Sie geht davon aus, dass das Coronavirus die Gesellschaft noch lange begleiten wird - und Online-Alternativen vor allem für "die Zielgruppen, die man besonders schützen muss", Thema bleiben.

Ähnlich sehen das andere Frankfurter Vereine, die in überwiegender Zahl nicht nur die eigenen Mitglieder bewegen wollen, sondern sich mit ihren Livestreams und Videos für jedermann und -frau öffnen. Der TV Sindlingen , sagt der Vorsitzende Michael Sittig, konnte während der ersten dem Covid-19-Erreger geschuldeten Zwangspause 30 bis 40 Neuanmeldungen registrieren. Da man schon vorher in puncto Ausrüstung sehr gut ausgestattet war, ging es mit der Wiederaufnahme der Online-Aktivitäten erneut sehr rasch. 15 Kurse stehen pro Woche nachmittags auf dem Programm, das wie üblich auf der Homepage (tv-sindlingen.de) zu finden ist. Ein Schwerpunkt liegt auf Reha-Sport, ein anderer auf Tanz, wobei laut Sittig die Gemeinschaft im Vordergrund steht. Beim Kinder-Zumba etwa plaudert die Übungsleiterin erst mal ein paar Minuten mit dem Nachwuchs, bevor es richtig losgeht. Deshalb beschränke man sich auf Live-Übungsstunden.

Bei der TG Bornheim hat man derweil die Wahl, sich etwas Passendes für die eigene Leistungsstufe in der Mediathek auszuwählen oder abends ab 18 Uhr unter www.tgbornheim.de im virtuellen Gym vorbeizuschauen. Der Großverein aus dem Osten, der mit mehr als 30 000 die meisten aktiven Mitglieder in Frankfurt zählt, profitiert laut Vorstand Peter Völker von der ersten Lockdown-Runde im Frühjahr. "Unsere Mitarbeiter kennen sich jetzt schon mit dem Zubehör aus und wir können mittlerweile aus verschiedenen Räumen senden." Neu hinzugekommen zu der sowieso schon großen Palette, die von Aerodance bis Yoga reicht, ist eine BIB-Stunde am Donnerstag von 9.30 bis 10.30 Uhr, was für "Babys in Bewegung" steht. "Das ist ein Experiment", sagt Völker. Sollte es erfolgreich sein, würden auch die anderen 14 wöchentlichen BIB-Kurse ins Online-Programm aufgenommen.

Der SV 66 im Europaviertel hat sich ebenfalls Neues einfallen lassen. Neben der bewährten Funktionsgymnastik mit dem früheren deutschen Langstreckenmeister Kurt Stenzel und Zirkeltraining regt Tensegrity jetzt Berufstätige im Homeoffice zu 30 Minuten Dehnung und Lockerung des womöglich verspannten Körpers an. Nicht-Mitglieder können auf www.sv66.de über eine kostenlose Probestunde in das Muskelspiel hineinschnuppern. Der Vorsitzende Thomas Stöhr hat die Erfahrung gemacht, dass selbst regelmäßige Teilnehmer im virtuellen Raum öfter mal bei anderen Kursen vorbeischauen.

Die TG Höchst (tg-hoechst.de) und die SG Nied (sgnied.de) gehören ebenfalls zu den Sportvereinen im Stadtgebiet Frankfurt, die über Online-Varianten ihres Angebots die Menschen in Schwung halten wollen. Ausreden, um sich nicht zu bewegen, sollte es also keine geben. Katja Sturm

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