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Stadt macht Restaurant: Deutlich mehr Gäste könnten erkrankt sein

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Von: Florian Dörr

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Nachdem 65 Gäste innerhalb kürzester Zeit an einer Magen-Darm-Infektion erkranken, schließt die Stadt Frankfurt ein Restaurant.

Update vom Mittwoch, 27. April, 11.45 Uhr: 65 Gäste eines Restaurants in Frankfurt sind seit Anfang April an einer Magen-Darm-Infektion erkrankt. Die Lokalität wurde geschlossen. Doch: Letztlich könnten noch deutlich mehr Gäste betroffen sein. Denn die 65 erkrankten Menschen sind allein jene, die sich beim Gesundheitsamt Frankfurt innerhalb von zehn Tagen gemeldet hatten. Die Dunkelziffer der an einer Magen-Darm-Infektion erkrankten Restaurant-Gäste könnte also deutlich höher sein.

Derweil werden Fragen laut, warum die Stadt Frankfurt nicht den Namen des betroffenen Restaurants veröffentlicht. Die Antwort: Datenschutz. Eine Namensnennung ist laut Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch möglich, um weitere Gefahren von der Bevölkerung abzuwenden. Da das betroffene Restaurant bereits geschlossen war, fällt dieser Grund weg. Allerdings: Im Nachhinein - nach Abschluss der Maßnahmen - sollte der Name im Verbraucherfenster Hessen veröffentlicht werden.

Das Restaurant sei kein „schwarzes Schaf der Branche“, sagte ein Sprecher des Frankfurter Ordnungsamtes jüngst der FAZ. Es sei in der Vergangenheit nicht wegen Hygienemängeln aufgefallen. Wo gekocht werde, bestehe jedoch immer „ein Risiko“. Die Lokalbetreiber hatten dem Bericht zufolge selbst das Amt informiert und eine Schließung beantragt. Eine Wiedereröffnung müsste von der Behörde abgesegnet werden.

Stadt Frankfurt macht Restaurant dicht: Mindestens 65 Gäste krank

Erstmeldung vom Dienstag, 26. April, 11.35 Uhr: Seit dem 3. April sind nach dem Verzehr von Speisen in einem Restaurant in Frankfurt mindestens 65 Menschen an einer Magen-Darm-Infektion erkrankt. Die meisten der Restaurantbesucher sind nach Kenntnis der Stadt Frankfurt inzwischen wieder vollständig genesen. „Von einigen wenigen noch symptomatischen Personen wurden Proben genommen, um die Ursache des Ausbruchs im Labor zu untersuchen“, heißt es. Ergebnisse stehen noch aus.

Die große Frage: Wie konnte es zu den zahlreichen Magen-Darm-Infektionen kommen? Das Restaurant, dessen Name offiziell nicht bekanntgegeben wurde, kontrollierte die Lebensmittelüberwachung des Ordnungsamts routinemäßig zuletzt am 4. April. Beanstandungen gab es hierbei laut Stadt Frankfurt weitestgehend keine. Allerdings: Im Rahmen dieser Kontrolle wurde der Betreiberin des Restaurants das Nutzen einer in den Räumlichkeiten aufgefundenen Gewürzpaste, die in Deutschland nicht verkehrs- und verzehrfähig ist, amtlich untersagt.

Frankfurt: Restaurant seit Mitte April geschlossen

Das betroffene Restaurant in Frankfurt bleibt bis auf weiteres geschlossen. (Symbolbild)
Das betroffene Restaurant in Frankfurt bleibt bis auf weiteres geschlossen. (Symbolbild) © Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Nun heißt es bei der Stadt Frankfurt: „Da nicht auszuschließen ist, dass im vorliegenden Fall diese Gewürzpaste benutzt und gegebenenfalls Ursache der Erkrankungen sein könnte, wurde am 21. April eine Probe hiervon in einem Lager des Unternehmens in Dreieich genommen. Die Probe wird derzeit mikrobiologisch untersucht.“ Auch hier liegen noch keine Ergebnisse vor.

Magen-Darm-Erkrankungen in Frankfurter Restaurant: Auch Erdnusssauce unter Verdacht

Ebenfalls unter Verdacht, die zahlreichen Erkrankungen der Restaurant-Gäste in Frankfurt verursacht zu haben, stehen zwei weitere Lebensmittel. So wurden auch von einer möglicherweise in Frage kommenden Erdnusssauce sowie eines Hähnchenpulvers werden aktuell Proben gezogen, die anschließend untersucht werden.

Das betroffene Restaurant in Frankfurt bleibt bis auf Weiteres geschlossen. (fd)

Erst vor einigen Tagen wurde ein Lebensmittel-Skandal in Hessen öffentlich. Wegen Hygienemängeln in einem Betrieb sollen vier Menschen in einem Krankenhaus erkrankt sein. Einer von ihnen starb. Die Ursache: keimbelastetes Essen.

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