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Nach Pfefferspray-Attacke: Electra Pain äußert sich – Politik fordert harte Konsequenzen

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Von: Kim Hornickel

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Die Dragqueen Electra Pain wurde in der Nacht von Samstag (05.03.2022) auf Sonntag nahe der Konstabler Wache angegriffen. Jetzt fordern auch Politiker in Frankfurt ein Umdenken.
Die Dragqueen Electra Pain wurde in der Nacht von Samstag (05.03.2022) auf Sonntag nahe der Konstablerwache angegriffen. Jetzt fordern auch Politiker in Frankfurt ein Umdenken. © Ralph Peters/ Imago

Die Dragqueen Electra Pain wird an der Konstablerwache in Frankfurt von Unbekannten mit Pfefferspray angegriffen. Jetzt schalten sich auch Politiker ein.

Update vom Mittwoch, 09.03.2022, 10.45 Uhr: Nach dem Pfefferspray-Angriff auf die Dragqueen Electra Pain in Frankfurt, fordern die Grünen Politiker im Römer Konsequenzen. Mehr Polizei rund um die Konstablerwache, wo sich der Angriff in der Nacht auf Sonntag (06.03.2022) ereignete, soll für Sicherheit sorgen.

Denn bereits vor der Attacke auf Pain sei die Lage rund um den Angriffsort angespannt gewesen. Grünen-Fraktionschef Dimitrios Bakakis erklärte gegenüber der Frankfurter Rundschau, dass Frauen und queere Menschen diesen Ort bereits mieden oder sich betont unauffällig verhielten, wenn sie dort vorbei müssten. „Das ist nicht hinnehmbar“, so der Politiker.

Die Dragqueen Electra Pain wurde in Frankfurt attackiert.
Die Dragqueen Electra Pain wurde in Frankfurt attackiert. © Screenshot Instagram

Angriff auf Dragqueen in Frankfurt: Electra Pain will „weiter zeigen, dass die Welt bunt ist“

Auch die Dragqueen selbst meldete sich nach dem Angriff erneut zu Wort. Gegenüber der FAZ stellte Pain klar, sie lasse es sich „nicht nehmen, auf die Straße zu ge­hen. Ich möchte weiter zeigen, dass die Welt bunt ist“, erklärte die Dragqueen. Und das trotz steigender Fälle von Gewalt gegen Menschen der LGBT-Szene, wie Pain im Interview erklärt. „Früher ist man be­leidigt worden, jetzt wird es schnell handgreiflich.“

Damit es nicht erst zu Übergriffen komme, appelliert Fraktionschef Bakakis auch an die Bürger und eine „stärkere Zivilgesellschaft, die in solchen Fällen selbstverantwortungsbewusst einschreitet“, wie er gegenüber der Frankfurter Rundschau forderte.

Angriff auf Dragqueen in Frankfurt: Electra Pain schlagen Hilfsbereitschaft und Hohn entgegen

Erstmeldung vom 07.03.2022: Frankfurt – Die Dragqueen Electra Pain, die mit bürgerlichem Namen Daniel heißt, ist schockiert und macht ihrem Frust auf Instagram Luft. In ihrer Story berichtet Pain von einem unglaublichen Angriff am Sonntag (06.03.2022). Auf offener Straße in Frankfurt* attackierten Unbekannte sie und besprühten sie mit Pfefferspray. Jetzt wehrt sich die Dragqueen gegen die Attacke. Pain hat Anzeige bei der Polizei erstattet und erste Ermittlungen laufen, wie ein Sprecher der Polizei in Frankfurt auf Anfrage mitteilte.

„Wir ermitteln in dem Fall wegen gefährlicher Körperverletzung“, erklärte ein Polizeisprecher. Doch was war passiert? Zu dem Angriff war es in der Nacht auf Sonntag gekommen. Gegen 0.30 Uhr war Pain zu Fuß auf der Große Friedberger Straße in Frankfurt unterwegs. Sie wollte in einen Club, dort warteten schon ihre Freude auf sie, wie die Dragqueen in ihrer Instagram Story erzählt.

Angriff in Frankfurt: Attacke gegen Electra Pain kam aus dem Nichts

An der Konstablerwache in Frankfurt angekommen, blieb Pain stehen und sprach mit Passanten. In dem Moment sei es zu dem Angriff gekommen. „Plötzlich kam ein fremder Typ aus der Ecke geschossen und sprühte mir zwei Stöße Pfefferspray mitten ins Gesicht“, schreibt sie. Die Polizei in Frankfurt berichtet sogar von zwei Angreifern. Trotz brennendem Schmerz habe sie einen Entschluss gefasst, so Pain weiter.

Sie lief den Angreifern hinterher, knickte dabei aber um und stürzte, erzählt die Dragqueen. Eine Gruppe Menschen versammelt sich um sie. „Manche haben mir dann geholfen, manche haben gelacht.“ Sie habe automatisch in den Krisenmodus umgeschaltet, sagt Pain. Wie auch schon bei Angriffen in der Vergangenheit, war das Handy ihre Rettung. Sie filmte sich und die Umstehenden trotz zugeschwollener Augen. Die Täter waren aber schon geflohen, so die Dragqueen. Ein inzwischen alarmierter Krankenwagen kümmerte sich schließlich um ihre Verletzungen und spülte ihre Augen.

Angriff in Frankfurt: Electra Pain hat Angst

„Mir geht es gerade den Umständen entsprechend gut“, beruhigt Pain ihre Follower auf Instagram. Ganz hinter sich bringen kann sie den Angriff in Frankfurt aber noch nicht. „Allerdings sitzt der Schock noch tief“, so Pain. Die Dragqueen zieht Konsequenzen für sich: „Mir wurde bewusst, dass ich als Dragqueen keinen Schritt mehr alleine gehen kann.“ So ungezwungen wie vorher wird sie nicht mehr durch Frankfurt spazieren, erklärt Pain. „Das macht mir Angst und das macht mich wütend.“ Trotz des Angriffs gibt die Polizei in Frankfurt Entwarnung, solche Angriffe seien nicht alltäglich.

In der Gegend um die Große Friedberger Straße käme es jedoch immer wieder zu Auseinandersetzungen, so ein Polizeisprecher. „Dort, wo viele Menschen zusammenkommen, kommt es auch zu Übergriffen“, erklärt er die Lage. Gerade wenn Alkohol im Spiel sei, würden der Polizei in Frankfurt auch verbale Attacken gemeldet. Der Angriff auf die Dragqueen Electra Pain scheint somit kein Einzelfall. Ob die Täter jedoch gezielt angriffen oder wahllos attackierten, sei noch unklar, so die Beamten der Polizei in Frankfurt. Auch ob bereits Zeugen in dem Fall vernommen werden, konnte die Polizei auf Anfrage vorerst nicht mitteilen.

Auch in der Vergangenheit hatte es Angriffe auf Mitglieder LGBTQ+-Community gegeben. Dabei war eine Transfrau in Frankfurt von einem Unbekannten brutal angegriffen worden und sie hatte daraufhin viele Solidaritätsbekundungen im Internet erhalten. (kh) fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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