Philipp Keller hat den Umzug des Familienunternehmens in neue Geschäftsräume gestemmt und ein Kinderbuch geschrieben.
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Philipp Keller hat den Umzug des Familienunternehmens in neue Geschäftsräume gestemmt und ein Kinderbuch geschrieben.

Neuer Standort im MyZeil

Familienunternehmen in Frankfurt zieht um: Der Elefant im neuen Porzellanladen

  • vonAlexandra Flieth
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Das Familienunternehmen Lorey ist ins MyZeil umgezogen. Und der Chef schreibt jetzt ein Kinderbuch.

Mehr als 200 Kilo wiegt der Elefant aus Kunststoff, der im Eingang des neuen Ladengeschäfts von Lorey aufgestellt ist. Das bekannte Familienunternehmen ist unter anderem spezialisiert auf hochwertige Porzellane, den stilvoll gedeckten Tisch und Wohnaccessoires.

Zu Füßen der Figur stehen Exemplare eines Kinderbuches, in dem der "Elefant im Porzellanladen" eine Hauptrolle spielt. Geschäftsinhaber Philipp Keller hat es geschrieben - mitten im Lockdown und Umzug vom angestammten Haus des Traditionsgeschäfts in der Schillerstraße 16 / Große Eschenheimer in die erste Etage von MyZeil. "Das Buch zu schreiben war ein Ausgleich für mich", erzählt er.

Die Idee, das Familienunternehmen mit neuem Konzept in die Zukunft zu führen, besteht seit mehreren Jahren und wurde jetzt mit dem Wechsel der Räume realisiert. "Mein Grundgedanke war zunächst, das alte Haus zu sanieren oder es eventuell abzureißen und neu zu bauen", sagt Keller. Er leitet die Geschicke des Hauses, das vor 224 Jahren seine Anfänge nahm, bereits in siebter Generation. Wegen der damit verbundenen Kosten, unter anderem wegen des Brandschutzes, sei er aber von beidem abgekommen.

Teile des alten Hauses denkmalgeschützt

Vor Kurzem habe er vom Landesamt für Denkmalpflege zudem mitgeteilt bekommen, dass der Teil des alten Gebäudes, der zur Großen Eschenheimer Straße hin verläuft, unter Denkmalschutz gestellt werde, und zwar die gekachelte Fassade aus den 50er Jahren. Eine bauliche Maßnahme, die auf seinen Großvater zurückgehe.

Bei der Suche nach neuen Verkaufsflächen sei es ihm vor allem wichtig gewesen, dass diese nicht weit entfernt vom alten Standort liegen - maximal wenige Hundert Meter. "Gute zweieinhalb Jahre habe ich nach einem passenden Laden gesucht und ihn in MyZeil gefunden", erzählt er weiter. Die Fläche, die auf einer Ebene liegt, hätte ihm von Anfang an sehr gut gefallen. Ende 2019 habe er den Vertrag unterschrieben.

Vom bisherigen Stammhaus, das 1912 von Kellers Ur-Großvater erworben wurde, liegt die neue Ladenfläche nur wenige Hundert Meter entfernt. Zwei große Fenster, die extra eingebaut worden sind, geben den Blick frei auf das Thurn & Taxis Palais. "Würde es nicht dort stehen, dann könnten wir von hier aus direkt auf unser altes Haus blicken", sagt er.

Mit dem Umzug hat sich das Fachgeschäft verkleinert - von ursprünglich rund 2 300 Quadratmetern, die am alten Standort auf fünf Etagen verteilt waren, auf nun 1000 Quadratmeter Fläche. Dennoch musste niemand aus dem 35-köpfigen Team gehen.

Beim Rundgang durch die Räume, die Keller gemeinsam mit dem Architekten Shahid Sadiq gestaltet hat, zeigt sich der Wandel. Hell und modern ist die Fläche gestaltet - die Produkte nicht mehr nach bestimmten Marken, sondern in Themen eingeteilt. Viele Läden habe er sich angeschaut, darunter auch in London, Paris und Amsterdam, erzählt Keller. Wer im Laden flaniert, soll sich wohlfühlen - Wohnraumatmosphäre zu schaffen sei die zentrale Gestaltungsidee. Damit möchte er auch verstärkt junge Familien ansprechen. Eine Millionen Euro wurden in den Ladenbau investiert.

Rückkehr an einen früheren Standort

Die Entscheidung, den Laden an der Einkaufsstraße Zeil weiterzuführen, stellt auch eine Rückkehr an einen alten Standort dar. Lorey hatte nämlich zwischen 1904 und 1912 an der Zeil seine Verkaufsräume, gleich neben der früheren Hauptpost. "Diese Räume wurden irgendwann zu klein und mein Ur-Großvater erwarb das Haus an der Schillerstraße."

In den Prozess des Umzugs hat Keller seine Kunden mit einbezogen und sie auf den räumlichen Wechsel vorbereitet.

"Zur Eröffnung unseres neuen Geschäfts haben wir mehrere Tausend Stammkunden direkt angeschrieben", so Keller weiter. Das Interesse sei groß. Kunden sprechen Keller an und loben die Gestaltung, die, wie es einer von ihnen formuliert, jetzt viel offener wirke. Alexandra Flieth

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