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Instagram: Memes über Frankfurt: „Ex oder Offenbacher“

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Von: Judith Köneke

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So sehen sie aus, die Bilder von ffm.memes. ffm.memes
So sehen sie aus, die Bilder von ffm.meme. © ffm.memes

Rund 118.000 Follower folgen der Instagram-Seite von ffm.meme mit lustigen und meist wahren Posts über die Stadt Frankfurt.

Frankfurt - Alle Frankfurter:innen kennen sie – gewisse Themen, die Stadtgespräch sind. Der struppige Tannenbaum auf dem Weihnachtsmarkt etwa, die Erfolge und Bauchlandungen der Eintracht, die Verfehlungen des Oberbürgermeisters, Witze über Offenbach oder Taunustörtchen. Meist bleiben es Insider, aber manchmal wird auch der eine oder andere Aufreger über die Grenzen der City hinaus oder gar in ganz Europa bekannt.

Die Instagram-Seite ffm.meme nimmt diesen Stoff auf und macht daraus Memes. Memes (ausgesprochen [mi:ms]) sind selbst erstellte, montierte und oft aus dem ursprünglichen Kontext gerissene Bilder, Videos oder Animationen. In sozialen Netzwerken verbreiten sie sich schnell und weit - so ähnlich erklärt es Wikipedia. Und ffm.meme ist damit ziemlich erfolgreich, das belegen 118.000 Follower. Wer dahinter steckt, wird auf der Seite nicht verraten. Und die Macher wollen sich nicht ganz öffentlich zeigen, noch nicht.

Frankfurt: Memes auf Instagram: Follower kommen aus der Stadt und dem Umland

„Nach meinem Informatik-Studium hatte ich ein paar Monate Leerlauf und Langeweile“, erzählt Gründer C. Sahin der Frankfurter Rundschau. Den Memes-Humor habe er schon in der Schule gemocht. Und so eine Plattform für Frankfurt habe es noch nicht gegeben. Die Seite ging bei ihrem Start im März 2019 nicht sofort durch die Decke. Es dauerte ein paar Wochen, bis der gebürtige Frankfurter rund hundert Follower hatte, doch einen Monat später besuchte bereits eine vierstellige Zahl ffm.meme.

Und dann ging es schnell auf die heutige Zahl zu. Vielleicht sei nun das Maximum erreicht, sagt Sahin. Aber der 27-Jährige ist sehr zufrieden. So viele Fans hatte er nicht erwartet. Die Mehrzahl der Follower ist zwischen 18 und 34 Jahren alt und kommen, klar, aus Frankfurt, einige aus dem Umland und ein paar sind in ganz Deutschland verteilt - ehemalige Frankfurter wahrscheinlich, vermutet Sahin.

ffm.meme macht auf Instagram Memes über Frankfurt: Bembel für alle

Es steckt viel Arbeit hinter solch einem Account: Abgesehen vom Ideen ausbrüten muss Sahin Videos zuschneiden, Fotos bearbeiten oder Musik aussuchen. Posts gibt es mittlerweile alle zwei bis drei Tage, Stories täglich. Fast immer sind sie gespickt mit Einsendungen von Followern. Die Videos zeigen dann komische Menschen, die etwa in den Brunnen der Stadt baden oder in U-Bahn-Stationen tanzen.

Besonders gut kam der Post einer eigenen Partei vor der Bundestagswahl an. Die versprach Freibembel oder die Flutung Offenbachs, „damit Frankfurt einen Strand hat und um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen“. Mehr als 27 000 Likes gab es dafür.

Instagramseite über Frankfurt: „Habe sie wie ein Baby großgezogen“

Am Anfang habe es einfach nur Spaß gemacht, mittlerweile habe er schon mehr Verantwortung, findet Sahin. „Mit so einer großen Audience darf man sich keine Fehler leisten.“ Alleine kam er nicht mehr nach. Seit vergangenem Jahr hat er einen Partner, der ihn unterstützt. Unentgeltlich. „Wir haben ähnlichen Humor.“

Erst seit kurzem findet man auch manchmal Werbung auf dem Account. Reich werde er damit nicht, sagt Sahin, aber ein wenig Taschengeld schade auch nicht. Er nehme nicht alles an, „Meine Seele will ich nicht verkaufen.“ Ob er die Seite abgeben wolle, sei er ebenfalls schon gefragt worden - gegen Bezahlung. Aber er hat abgelehnt. „Ich habe sie ja wie ein Baby großgezogen.“

Und sie treffen meist ins Schwarze. ffm.memes
Und sie treffen meist ins Schwarze: ffm.memes auf Instagram. © ffm.memes

Frankfurt: Seit vergangener Woche gibt es T-Shirts von ffm.meme

Ein großer Wunsch sei, einmal mit Eintracht Frankfurt etwas zusammen zu machen, verrät der Fan und zeigt sein riesiges Europapokal-Tattoo. Ein Traum wäre auch, sich mehr seiner Seite widmen zu können, sagt er. Gerne würde Sahin in seinem Job dafür kürzertreten. Und das Ganze ausweiten auf Events, Merchandising und mehr. Ein Anfang ist gemacht: Seit vergangener Woche gibt es nun T-Shirts von ffm.meme zu kaufen. (Judith Köneke)

Eine weitere Frankfurterin, die auf Instagram erfolgreich ist, ist Caroline Nest. Die 22-Jährige hat ein eigenes Modelabel und einen Podcast.

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