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Gefährlicher Instagram-Trend in Frankfurt: Jugendliche fahren Schlitten in Bahnstationen

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Von: Tim Vincent Dicke

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Die menschenleere Haltestelle der U4 und U5 im Hauptbahnhof.
Gefährlicher Instagram-Trend: Schlittenfahren auf den Treppen der Bahnstationen in Frankfurt. (Symbolbild) © Silas Stein/dpa

Spaßiger oder gefährlicher Instagram-Trend? Mit Absperrgittern rodeln Jugendliche in Frankfurt die Treppen der U- und S-Bahnstationen hinunter.

Frankfurt – Schlittenfahren ist nur etwas für die Kleinsten? Es klappt nur bei klirrender Kälte und entsprechend viel Schnee? Man braucht einen Hügel in freier Wildbahn, um zu rodeln? Jugendliche in Frankfurt wollen das nicht wahrhaben – sie betreiben den Wintersport auf ganz eigene Art und Weise.

Als Gefährt kommt kein Schlitten zum Einsatz, sondern meist rot-weiße Absperrungen, vermutlich von Baustellen. Bereits seit einiger Zeit ist es bei Jugendlichen ein Trend, mit den Absperrungen Treppen von U- oder S-Bahnstationen herunterzurutschen. Doch besonders derzeit bekommen die Videos auf einer Frankfurter Instagram-Seite größere Aufmerksamkeit.

Frankfurt: Jugendliche fahren Schlitten in Stationen der U- und S-Bahn

So verbreitet der Instagram-Account „Frankfurt am Meme“ – Memes sind meist humorvolle Bilder und Videos, die in sozialen Netzwerken geteilt werden“ – seit geraumer Zeit zahlreiche Videos, die das Rodelabenteuer der Jugendlichen zeigen. In einer Aufnahme ist zu sehen, wie zwei Heranwachsende die Treppen der Bahnstation Konstablerwache hinunterrodeln. Der Titel: „Wie Frankfurter die Pisten auf dem Feldberg runter düsen“

Doch es geht noch waghalsiger. Teilweise surfen die Jugendlichen sogar zu dritt auf einer Absperrung meterweit die Treppen hinunter. „Frankfurt am Meme“ macht aus allen Einsendungen eine Art Wettbewerb und bewertet die Schlittenfahrten. So heißt es zu einer Aufnahme: „Perfekte Balance, gute Körperhaltung und saubere Landung!“

Schlittenfahren mit Absperrgittern in Bahnstationen: Was die Polizei Frankfurt sagt

Zwar mag der Trend auf den ersten Blick spaßig aussehen, er birgt jedoch auch nicht zu vernachlässigende Gefahren. Da die Jugendlichen augenscheinlich kaum Kontrolle über die Absperrgitter haben, kann es schnell zu Stürzen und Verletzungen kommen. Extrem gefährlich wird es, wenn man mit dem Kopf aufkommt. In einem Video ist zu sehen, wie einem jungen Mann die Baustellenabsperrung davonrauscht – glücklicherweise fängt er sich und landet auf den Füßen. „Sauber gerettet“, urteilt der Meme-Account.

Bei der Polizei in Frankfurt scheint der gefährliche Trend nicht allzu hoch im Kurs zu stehen. Einem Sprecher der Polizei waren Verletzungen oder Einsätze zunächst nicht bekannt. Verschiedene Straftatbestände könnten jedoch im Raum stehen: Diebstahl, da die Absperrungen meist unerlaubt von Baustellen entwendet werden, und Sachbeschädigung, sollten die Baustellengitter Schaden davontragen. Zudem könnte der Verdacht der Gefährdung Dritter bestehen – zum Beispiel, wenn unbeteiligte Passanten in unmittelbarer Nähe sind.

Aus unterschiedlichsten Gründen muss die Polizei immer wieder zu Einsätzen in die U- und S-Bahnstationen anrücken. So rangelten erst kürzlich zwei Jugendliche in der Frankfurter U-Bahn. Was zunächst freundschaftlich aussah, endete für einen mit einer Verletzung durch ein Messer. (tvd)

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