1. Startseite
  2. Frankfurt

Probleme bei der Fallzahl-Übermittlung: Ist Frankfurt heimlicher Spitzenreiter in Deutschland?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sarah Bernhard

Kommentare

Lang sind die Schlangen vor den Testzentren in Frankfurt, wie hier am Merianplatz. Das passt zu den aktuellen Zahlen, die lediglich aufgrund eines Meldefehlers derzeit zu niedrig wieder gegeben werden.
Lang sind die Schlangen vor den Testzentren in Frankfurt, wie hier am Merianplatz. Das passt zu den aktuellen Zahlen, die lediglich aufgrund eines Meldefehlers derzeit zu niedrig wieder gegeben werden. © Renate Hoyer

Noch immer gibt es Probleme bei der Übermittlung der Corona-Fallzahlen in Frankfurt. Mit der vermuteten Inzidenz von etwa 1700 wäre Frankfurt Spitzenreiter in Deutschland.

Frankfurt – Seit rund einer Woche ist die für Frankfurt gemeldete Inzidenz zu niedrig. Statt bei 1184,4, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) für den gestrigen Montag meldete, liegt sie laut der Sprecherin des Gesundheitsamts, Wiebke Reimann, bei "etwa 1700". Grund für den Meldefehler sei ein Software-Update am vergangenen Dienstag gewesen, seitdem arbeite "die Schnittstelle zur RKI-Meldesoftware SurvNet so langsam, dass sich ein Rückstand" ergeben habe. Das Problem betreffe laut Gesundheitsamt "größere Kommunen".

Mit 1700 hätte Frankfurt die höchste Inzidenz aller deutschen Kommunen - vorausgesetzt, deren Zahlen sind nicht ebenfalls zu niedrig. Potsdam lag gestern offiziell bei 1625,9, Hamburg bei 1535,9, Gesamt-Berlin bei 1464,5. Laut RKI habe es in der vergangenen Woche "bei einer kleinen Zahl von Gesundheitsämtern (einstellige Zahl)" Probleme gegeben, die Inzidenz richtig zu übermitteln. Das RKI sagt allerdings auch, dass das Problem "zwischenzeitlich gelöst worden sein" sollte.

Corona in Frankfurt: RKI meldet Problem als gelöst – Stadt sieht das anders

Reimann sieht das anders. Auf Nachfrage, wie lange die Zahlen noch falsch gemeldet würden, antwortet sie: "Das hängt davon ab, wann das Robert Koch-Institut als Betreiber der Software ein weiteres Update zur Verfügung stellt, das die Funktionalität wieder herstellt." Eine Überraschung sei der Wert indes nicht gewesen. "Eine Inzidenz in dieser Größenordnung ist erwartet worden", sagt Reimann.

Während die Inzidenz weiter steigt, ist die Situation in den hessischen Krankenhäusern relativ stabil. Die Hospitalisierungsinzidenz lag gestern bei 3,85 pro 100 000 Einwohnern. Zwar betrug ihr Wert Anfang der vergangenen Woche 2,64 und stieg dann in der Wochenmitte sprunghaft an. Wiederum eine Woche zuvor lag er aber ebenfalls schon über drei. In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob sich die Inzidenz hier einpendelt oder weiter steigt. Die erste kritische Stufe ist erreicht, wenn acht Personen pro 100 000 Einwohner wegen Covid ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Corona in Frankfurt: Zahl der Intensivpatienten steigt langsam

Sehr langsam und auf niedrigem Niveau steigt auch die Zahl der Intensivpatienten in den Frankfurter Kliniken. Gestern wurden dort 42 Corona-Patienten versorgt, ihre Zahl ist seit Samstag stabil. Neun von ihnen mussten künstlich beatmet werden. In der Woche zuvor waren es jeweils zwischen 35 und 37 Corona-Patienten, von denen ebenfalls zwischen acht und neun künstliche Beatmung brauchten.

An den Folgen einer Corona-Infektion starben in Frankfurt in der vergangenen Woche sechs Personen, in der Vorwoche drei, seit Jahresbeginn elf. Insgesamt hat die Pandemie in Frankfurt 967 Menschen das Leben gekostet. (red)

Nicht nur in Frankfurt, auch in deren Kommunen in Hessen liegt die Inzidenz über 1000.

Auch interessant

Kommentare