Der Alte Kirchplatz wird in Harheim von Kindern zum Bolzplatz umfunktioniert.
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Der Alte Kirchplatz wird in Harheim von Kindern zum Bolzplatz umfunktioniert.

Ortsgestaltung

Frankfurt: Jetzt kommen die Jugendlichen zu Wort

  • vonFriedrich Reinhardt
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Befragung soll Aufschluss bringen, was 10- bis 18-Jährige in Harheim vermissen

Was wünschen sich die Jugendlichen in Harheim? Wie gestalten sie ihre Freizeit und was wäre ihnen bei einem Jugendtreff wichtig? Das will das Frankfurter Jugend-und Sozialamt durch eine Jugendbefragung erkunden.

Denn im Stadtteil war lange umstritten, ob Kinder und Jugendliche in Harheim überhaupt ein offenes Bildungs- und Freizeitangebot brauchen. Die christdemokratische Mehrheit im Ortsbeirat hatte noch im November vergangenen Jahres vorgeschlagen, bereits eingestellte Planungsgelder im Sozialderzernat anderweitig zu verwenden. Doch jetzt sieht alles anders aus: Die Evangelische Gemeinde Nieder-Erlenbach wird voraussichtlich zu Jahresbeginn 2021 ihre offene Jugendarbeit auf Harheim ausweiten und ein Angebot im Jugendraum der in Harheimer Gemeinde machen.

Corona verhinderte Befragung bisher

Angekündigt war die Jugendbefragung schon lange, doch Corona hatte dem beauftragten Paritätischen Bildungswerk einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun aber stehen die Akteure in den Startlöchern. "Wir werden in den kommenden Wochen vor Ort sein und Gespräche mit Jugendlichen führen", erklärte Sozialarbeiterin Sarah Volk, Leiterin des "Frankfurter Partizipationsprojektes". Sie stellte gemeinsam mit Roland Sautner vom Jugend-und Sozialamt, Bereich Politische und Kulturelle Bildung, das Projekt und die Vorgehensweise dem Ortsbeirat vor.

"Jugendbeteiligung ist für uns als kommunales Bildungswerk in den letzten Jahren ein zentraler Faktor geworden", erklärte Sautner. Deswegen sei 2019 das "Frankfurter Partizipationsprojekt - FraPa-" aus der Taufe gehoben worden, mit dem Frankfurter Jugendring und dem Paritätischen Bildungwerk als Kooperationspartner.

Die Projektleiter unterstützen Jugendliche dabei, ihre Ideen umzusetzen und sich einzubringen im Stadtteil, wenn es um die Gestaltung ihres Lebensumfeldes und ihrer Freizeit geht. So sei es etwa möglich, dass Jugendliche für ein kleineres Projekt einen Zuschuss bis zu 1000 Euro beantragen können.

Die Ergebnisse der Harheimer Jugendbefragung werden mit dem Träger des zukünftigen Jugendclubs Harheim, der Evangelischen Gemeinde Nieder-Erlenbach, besprochen. Auch im Ortsbeirat sollen sie vorgestellt werden. Veranschlagt für die Befragung ist ein Zeitraum von etwa vier Wochen, je nachdem wie die Kontaktaufnahme läuft. Durchgeführt wird sie von der Projektleiterin Sarah Volk und zwei Studenten.

Zielgruppe sind Mädchen und Jungen zwischen 10 bis 12 und 18 Jahren. Der Fragebogen liegt bislang in Schriftform vor, und soll von möglichst vielen Jugendlichen ausgefüllt werden. Gefragt wird darin nach Freizeitaktivitäten, ob jemand in einem Verein aktiv ist, nach Lieblingstreffpunkten, der Zufriedenheit mit den Angeboten im Stadtteil und was sie gerne in einem Jugendclub machen würden: Etwa Freunde treffen, einfach chillen, einen PC benutzen, Hausaufgaben machen oder Hilfe bei persönlichen Problemen bekommen. Ein Online-Tool, über das der Fragebogen heruntergeladen werden kann, soll noch bereitgestellt werden.

Doch wichtig ist Volk vor allem der direkte Kontakt mit Jugendlichen. "Wir wollen mit den jungen Menschen sprechen und qualitative Aussagen haben, in denen sich ihre Lebenswelt spiegelt", erklärt sie. Treffpunkte, die sie und die beiden Studenten aufsuchen wollen, sind die "Spielstraße" in der Riedhalsstraße mit der Skateranlage und der Kirchplatz. Außerdem sollen noch die Horte, die Vereine oder Initiativen kontaktiert werden, die Angebote für Jugendliche machen. "Wichtig ist es, die Kinder und Jugendlichen zu erreichen, die nicht schon in Vereinen angebunden sind", erklärte Heidi Sehl, die Harheimer Kinderbeauftragte.

Kontakt

http://jugendbildungswerk-ffm. de/frankfurter-partizipationsprojekt-frapa.htm

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