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Zum Angebot gehörte auch ein Box-Camp für Jugendliche. Jetzt hat zumindest der Trägerverein den Kampf aufgegeben.

Träger wirft das Handtuch

Angebote schon eingedampft: Tage von Kids Seckbach sind gezählt

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Die Tage von Kids Seckbach am Atzelberg in Frankfurt sind gezählt. Zumindest in seiner jetzigen Form, und wohl auch unter diesem Namen.

  • Einrichtung am Atzelbergplatz für Jugendliche verliert Träger
  • Kids Seckbach kündigt Mitarbeitern
  • Unruhe im Verein

Seckbach – Die Tage von Kids Seckbach am Atzelberg in Frankfurt sind gezählt. Zumindest in seiner jetzigen Form, und wohl auch unter diesem Namen. Der Trägerverein, Kids Frankfurt, hat dem Jugend- und Sozialamt mitgeteilt, dass er die Trägerschaft der 2002 für 11- bis 15-Jährige eröffneten Einrichtung so schnell wie möglich abgeben will. 

"Wir steigen aber nicht übereilt aus. Bis ein Nachfolger als Träger gefunden ist, halten wir die Einrichtung am Atzelbergplatz natürlich offen", erklärt die Vereinsvorsitzende, Petra Heckler. Beim Alten bleibt dabei trotzdem nicht alles: Während die fest angestellten Mitarbeiter weiter beschäftigt werden, wurden die Verträge mit den Honorarkräften bereits zum Ende 2019 gekündigt. Viele bisherige Angebote existieren daher nicht mehr.

Kids Seckbach in Frankfurt: 1990 gegründet und stetig gewachsen

Der Grund für den Ausstieg am Atzelbergplatz sei, dass der dreiköpfige, ehrenamtliche Vorstand "nur sehr eingeschränkt die hohen Erwartungen im Stadtteil einlösen kann", erklärt Petra Heckler. Der Verein sei seit seiner Gründung 1990 stetig gewachsen. Vor allem die Kinderbetreuung im Riederwald mit einem eigenen Hort und der Betreuung in der Schule, aber auch jene in der Kirchnerschule seien stark gewachsen. Letzterer erst kürzlich von 50 auf 100 Kinder.

Hinzu kommen die offene Jugendarbeit im Ostend von Frankfurt, der Jugendtreff Cafe Rosa L. Bei Kids Seckbach kam bald die Betreuung auch von Jugendlichen über 15 Jahren hinzu, seit 2007 sind die Mitarbeiter außerdem auf Wunsch der Stadt auch als Streetworker unterwegs. "Gleichzeitig ist die Zahl der ehrenamtlich Engagierten immer weiter zurück gegangen auf heute nur noch drei Personen."

Kids Seckbach: Erwartungen im Stadtteil sind hoch

Vor allem im gut vernetzten Seckbach seien die Erwartungen hoch, dass sich neben den hauptamtlichen Kids-Mitarbeitern auch die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder intensiv einbringen. "Das schaffen wir aber nicht. Wir sind alle drei berufstätig." Kids konzentriere sich nun vor allem auf die Betreuung der Schulkinder im Riederwald und in Bornheim.

Im "Kündigungsschreiben" an das Jugend- und Sozialamt schreibt Heckler aber auch, dass ausschlaggebend für die Abgabe der Trägerschaft aber auch finanzielle Probleme waren. "Auch die Tatsache, dass die uns zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sukzessiv unseren Spielraum einschränkt, wirkt sich für uns als Träger im Stadtteil in den vergangenen Jahren zunehmend nachteilig aus."

Die finanzielle Not sei Ende des Jahres groß gewesen, sagt Heckler. Den Honorarkräften wurden gekündigt, "weil wir nicht wussten, wie wir ins neue Jahr einsteigen". Trotz finanzieller Zusagen der Stadt gegen Jahresende. Denn die hätten das, was vorher durch Inflation weniger im Budget war, längst nicht ausgeglichen.

Kids Seckbach in Frankfurt: Viele Wechsel in schneller Folge

Unruhe gab es bei Kids Seckbach schon länger: Zuletzt wechselten die Geschäftsführer in kurzer Folge. Der letzte kündigte 2019.

Wie es nun mit Kids Seckbach weitergeht, kann auch Horst Schulmeyer, Abteilungsleiter im Jugend- und Sozialamt, nicht sagen. "Die Einrichtung ist ein absolut wichtiger Akteur im Stadtteil, der immer stabilisierend gewirkt hat. Wir wollen sie weiterführen, wir brauchen stabile soziale Strukturen im Stadtteil." Kids Seckbach sei dort das einzige offene Angebot. "Natürlich gibt es auch die Vereine, die tolle Arbeit machen. Aber nicht jeder will in einen Verein."

Kids Seckbach übernimmt immer mehr Aufgaben

Neben der offenen Jugendarbeit übernahm Kids Seckbach in den vergangenen Jahren immer mehr Aufgaben im Rahmen des Frankfurter Projekts Aktive Nachbarschaft, in Kooperation mit Quartiersmanagerin Jale Atmaca. Kids-Mitarbeiter Rachid Rawas war einst maßgeblich an der Einrichtung des Stadtteilarbeitskreises beteiligt - der wiederum erfolgreich bei der Stadt auf die Einrichtung des Quartiersmanagements drang. Als Streetworker waren die Kids-Mitarbeiter auch daran beteiligt, die über Seckbach hinaus verschrienen "Seckbacher Jungs" zu betreuen.

In welchem Umfang die Trägerschaft ausgeschrieben werde, liege nun beim Fachausschuss Kinder- und Jugendförderung, einem Arbeitsausschuss des Jugendhilfeausschusses. Der entscheidet auch darüber, wie viel Geld für welche Einrichtungen und Projekte in Frankfurt bereitgestellt wird. Wer der Nachfolger von Kids Seckbach als Träger der offenen Jugendarbeit und der "sozialräumlichen Orientierung" in Kooperation mit dem Quartiersmanagement wird, ist offen, sagt Schulmeyer. "Die Ausschreibung ist ein offenes Verfahren, jeder kann sich bewerben." Möglichst noch in diesem Jahr soll ein neuer Träger gefunden sein. 

VON ANDREAS HAUPT

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