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Mit sogenannten "Gum Walls" soll die Innenstadt von Frankfurt, besonders auf der Zeil, frei von Kaugummis gehalten werden.

Gegen die Verschmutzung

Kurioses Konzept: Wie Frankfurt gegen Kaugummis vorgehen will

Mit sogenannten "Gum Walls" soll die Innenstadt von Frankfurt in Zukunft sauberer und vor allem frei von Kaugummis werden. Das Konzept ist kurios.

Frankfurt - Ausgespuckte oder achtlos auf den Boden gespuckte Kaugummis gehören unter anderem zu den großen alltäglichen Verschmutzungen im Innenstadtbereich in Frankfurt. Diese Einschätzung teilen die Stabstelle Sauberes Frankfurt, die Initiative #cleanffm sowie der Frankfurter Entsorgungsbetrieb FES. Deshalb will die Stadt dafür sorgen, dass in Zukunft weniger von den klebrigen Gummis auf den Straßen landen.

Frankfurt: Gum-Walls gegen Kaugummis

Die sogenannten "Gum-Walls" sind große Kästen, an denen die Menschen ihre Kaugummis entsorgen können. An diesen Kästen hängen abnehmbare Zettel mit großen Smileys oder Sprüchen darauf. "Wir wollen so auf humorvolle Art animieren, die Gummis zu entsorgen", sagt die Sprecherin der Stabstelle Sauberes Frankfurt, Dagmar Schöne, zum Start der Initiative am Dienstag (29.10.2019). An fünf Orten auf der Einkaufsstraße Zeil können Passanten jetzt ihre klebrigen Reste in einen grünen Kasten kleben. "Kaugummi bitte auf die Bilder drücken", ist dort zu lesen.

Ist die Gummi-Wand ab etwa 49 Kaugummis voll beklebt, ersetzt der FES die Wand durch eine neue. "Viele finden das Ankleben so eklig, dass sie dadurch auch sensibilisiert werden", erklärt der Initiator der Klebe-Tafeln, Klaus Götz. Seinen Angaben zufolge gehen an den Standorten der "Gum-Walls" die Kaugummireste auf dem Boden um bis zu 60 Prozent zurück.

Frankfurt: Säuberung der Straßen von Kaugummis sehr aufwendig

Die Stadt Frankfurt hat mit dem Problem der ausgespuckten Kaugummis schon seit Jahren zu kämpfen, die Säuberung der Straßen und vor allem der riesigen Zeil-Fläche stellt für den FES einen enormen Aufwand dar. Allein für die Grundreinigung der Zeil, bei der fünfmal im Jahr auch alle festgetretenen Punkte mit einer Hochdruck-Lanze entfernt werden, gibt die Stadt pro Jahr rund 100.000 Euro aus.

Nach FES-Angaben sind in Frankfurt neben der Zeil auch der Hauptbahnhof, der Römerberg und der Höchster Bahnhof besonders beliebte Plätze für Kaugummi-Ausspucker. "Überall dort, wo sich Menschen länger aufhalten", erklärt der FES-Sprecher Michael Werner. 

Frankfurt: Kaugummis verschmutzen Straßen

Frankfurt ist nicht die erste Stadt im Rhein-Main-Gebiet, in der die Gum-Walls zum Einsatz kommen. Am Stadion des 1. FSV Mainz 05 stehen mehrere der Kästen, die auch gut angenommen würden von den Fußball-Fans. Auch in Limburg gibt es bereits seit rund zwei Monaten 15 der Gum-Walls, für die die Stadt rund 7000 Euro investiert hatte. Dabei hofft sie, die Verursacher zu bewegen, sich in Zukunft vernünftig zu verhalten.

dpa/aba

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