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Finden die Situation überhaupt nicht lustig (v.l.): Thomas Schade (Vorsitzender der KG Bornheim 1901), Markus Halsch (Bernemer Käwwern), Werner Nigge (Stutzer) und Georg Stefansky (Frankforter Schlippcher).

Narren ist nicht mehr zum Lachen

Karnevalvereine sind sauer, weil das Restaurant im Bürgerhaus während ihrer Sitzungen geschlossen ist

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Bornheim: Der Haussegen hängt schief - die Bernemer Karnevalvereine kritisieren die Saalbau mbH für den bevorstehenden Pächterwechsel im Restaurant des Bürgerhauses in der Arnsburger Straße.

Frankfurt - Lustig findet Georg Stefansky die Situation nicht. Im Gegenteil. Der Vorsitzende der Frankforter Schlippcher ärgert sich maßlos über die Saalbau mbH. Wegen eines Pächterwechsels ist das Restaurant im Bürgerhaus Bornheim in der Arnsburger Straße nur noch bis Jahresende geöffnet. Danach folgt eine längere Umbauphase. Mitten in der Fastnachts-Hochzeit, wenn die fünf Bornheimer Karnevalvereine ihre Veranstaltungen im Bürgerhaus haben. "Das stinkt uns", sagt Stefansky stellvertretend für alle seine Vorstandskollegen. Sie alle seien entsetzt von der Geringschätzung für die Narren.

Vor ein paar Jahren hat sich die Saalbau laut Stefansky nämlich schon mal einen vergleichbaren Klops geleistet. Damals sei auch während der Kampagne die Tiefgarage des Bürgerhauses saniert worden. Dieses habe Sitzungsbesuchern nicht zur Verfügung gestanden. In ihrer Not hätten sich die Bornheimer Narren an den Stadtverordnetenvorsteher Stefan Siegler (CDU) gewandt. Ihm sei es zu verdanken gewesen, dass ein Shuttleservice von umliegenden Parkhäusern eingerichtet worden sei, berichtet Stefansky.

Frankfurt-Bornheim: Kurzfristig benachrichtigt

Dass die Saalbau die Karnavalvereine - Frankforter Schlippcher, die Bernemer Käwwern, die Frankfurter 01 und die Frankfurter 02 sowie die Stutzer - jetzt erneut brüskiert, bezeichnet Stefansky als Unverschämtheit. "Wir haben 2018 der Saalbau für fünf Jahre im Voraus die Planung für unsere Veranstaltungen im Bürgerhaus vorlegen müssen. Und was machen die mit uns", fragt er. Ihm und seinen Vorstandskollegen bei den Vereinen werde das allmählich zu bunt.

Erst im Oktober habe die Saalbau in einem Schreiben angekündigt, dass ein Pächterwechsel im Restaurant des Bürgerhauses bevorstehe, erklärt der Vereinsvorsitzende. "Dieser Beschluss der Saalbau wurde wieder einmal ohne Anhörung der Betroffenen, nämlich der Karnevalvereine, die alle langjährige Mieter sind und die die Räumlichkeiten bereits über Jahre im Voraus buchen, getroffen", sagt er.

Saalbau-Geschäftsführer Frank Junker versteht den Ärger nicht. Alle Vereine seien über den Pächterwechsel und die bevorstehende Schließung des Restaurants vom 1. Januar bis Ende Mai 2020 informiert worden. Der neue Betreiber biete Cateringservice an, der jederzeit gebucht werden könne - auch von den Karnevalvereinen.

Frankfurt-Bornheim: "Wir wissen nicht, auf was wir uns einlassen"

Stefansky bestätigt das. Es seien schon Gespräche mit Sercan Ucar, dem Gastronomen geführt worden. "Er hat gesagt, die größte, je von ihm ausgerichtete Veranstaltung habe 170 Besucher gehabt." Die Bornheimer Karnevalvereine rechneten mit bis zu 400 Gästen - nach Auskunft des Gastronomen sei auch das kein Problem. Stefansky und seine Kollegen wollen Ucar eine Chance geben. Trotzdem: "Wir wissen nicht, auf was wir uns einlassen." Was Stefansky allerdings beruhigt: "Miro Maslac hat seinem Nachfolger seine Hilfe angeboten."

20 Jahre hatte Maslac das Restaurant im Bürgerhaus Bornheim betrieben. Der 66-Jährige setzt sich jetzt zur Ruhe, hätte den Betrieb aber gerne seiner Familie übergeben. Dem wollte die Saalbau allerdings nicht zustimmen und suchte eigenständig nach einer Nachfolgeregelung. Ucar ist nach Angaben von Junker ein erfahrener Gastronom, der das Restaurant im Bürgerhaus im Sinne Maslacs fortsetzen und daraus kein Sternelokal machen werde. Für die Gäste werde sich also nicht groß etwas ändern, erklärt Junker.

Kritik gibt es auch am Familienbad in Bornheim: Eine Anwohnerin hat einen gravierenden Fehler aufgedeckt. Lob statt Kritik erntet dagegen Philipp Roche. Er ist der Müllmann, den alle lieben.

Matthias Bittner

Frankfurt-Bornheim: Der Fastnachtfahrplan im Saalbau

Mit der Prunksitzung der Frankfurter 01 am Freitag, 7. Februar, beginnt die Fastnachtssaison im Bürgerhaus Bornheim erst so richtig. Einen Tag später (Samstag, 8. Februar) folgt dann die Große Prunksitzung der Frankfurter 02.

Und die Frankforter Schlippcher lassen es wiederum eine Woche später am Frankfurt, 14. Februar, so richtig krachen. Die Stutzer laden für Samstag, 15. Februar, zur großen Sitzung ein. Rund geht es auch natürlich auch am Donnerstag, 20. Februar, bei der Weiberfastnacht im Bürgerhaus Bornheim. Die Große Prunk- und Fremdensitzung der Bernemer Käwwern steigt am Samstag, 22. Februar. Anschließend folgen dann die Heringsessen. 

bit

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