An der Galeria-Filiale auf der Zeil in Frankfurt wird das neue Logo an der Fassade installiert.
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An der Galeria-Filiale auf der Zeil in Frankfurt wird das neue Logo an der Fassade installiert.

Kaufhauskette

Galeria öffnet Pilotfilialen in Frankfurt und Kassel: Das erwartet die Kunden jetzt

  • Erik Scharf
    VonErik Scharf
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Die Kaufhauskette Galeria öffnet In Frankfurt und Kassel Pilotfilialen. Die Kunden soll „ein besonders Einkaufserlebnis“ erwarten – mit Champagner und Verwaltungsbehörden.

Frankfurt – Tschüss Karstadt! Tschüss Kaufhof! Deutschlands letzte große Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof erfindet sich neu. Unter dem Namen Galeria will der Handelsriese, der unter anderem Filialen in Frankfurt, Offenbach, Hanau, Darmstadt oder Kassel unterhält, nach schwierigen Jahren wieder Tritt fassen. Den ersten Schritt geht der Konzern mit zwei Modell-Häusern in Frankfurt* und Kassel.

Den zum Teil recht angestaubten Filialen will Galeria einen neuen Anstrich verpassen. „Mit unseren teuren Innenstadtlagen können wir nicht Preisführer sein, aber wir können ein besonderes Einkaufserlebnis bieten“, beschrieb Galeria-Chef Miguel Müllenbach seine Pläne gegenüber der dpa. Die 131 Warenhäuser sollen „zu Wohlfühlorten werden, an denen die Menschen gerne ihre Freizeit verbringen“. Insgesamt 600 Millionen Euro will der Konzern für die Modernisierung ausgeben. Davon sollen 400 Millionen Euro in die Aufwertung der Warenhäuser fließen. Bis zu 60 Häuser sollen vollständig umgebaut werden, der Rest zumindest teilweise.

Galeria in Frankfurt auf der Zeil: Champagnerbar und Angebot von TV-Koch Steffen Henssler

Drei Warenhäuser hat der Handelsriese bereits zu Pilotfilialen umgebaut, die ab Mittwoch (27.10.2021) einen Blick in die Zukunft erlauben. Eines ist das Haus an der Hauptwache auf der Zeil* in Frankfurt. Dort will sich die Kette gegen die Konkurrenz der Onlinehändler und der Markenläden behaupten. Ein wichtiges Schlagwort ist laut dpa hier „mehr Premium“ - im Angebot, aber auch drumherum. So sollen eine Champagnerbar, ein Sushi-Angebot von TV-Koch Steffen Henssler und eine Bar auf der Dachterrasse mit Blick auf die Frankfurter Skyline* Kunden ins Kaufhaus ziehen.

Das Geschäft in Kassel soll dagegen als „regionaler Magnet“ Modell für die Geschäfte in etwas kleineren Städten sein. Hier will der Handelsriese das Warenangebot gezielt mit Dienstleistungen anreichern, um besser gegen Amazon bestehen zu können. So gibt es im Warenhaus künftig eine Außenstelle der Stadtverwaltung, wo Personalausweise beantragt oder abgeholt werden können. An einer Paketstation soll man Pakete von DHL* und anderen Lieferdiensten in Empfang nehmen können. Und im Parkhaus soll man auch sein Fahrrad reparieren lassen können, wie die dpa berichtet.

Galeria-Kaufhäsuer: Letzte Chance im Kampf gegen Amazon und Co.

Die Filiale in Kleve an der niederländischen Grenze soll als Gegenpol zu den Häusern in Frankfurt und Kassel ein Modell für kleinere Galeria-Häuser in ganz Deutschland sein. Auch im Internet will Galeria stärker punkten. „Wir werden in diesem Jahr online über 200 Millionen Euro Umsatz machen und wollen das zeitnah vervierfachen“, erklärte Müllenbach. Für den Warenhauskonzern ist sein Zukunftskonzept Galeria 2.0 vielleicht die letzte Chance, sich im Kampf gegen Amazon, H&M und die Markenläden der Hersteller zu behaupten. Die Investitionen in ausgewählte Kaufhäuser hatte eine Kehrseite: Mehrere Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof mussten geschlossen werden. (esa/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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