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Kein warmes Wasser in Mietshaus: Mieterschutzbund reagiert bestürzt

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Von: Christoph Manus

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Gas könnte knapp werden, wenn nicht alle sparen.
In einem Frankfurter Mietshaus kann nur noch kalt geduscht werden. Der Vermieter hat das warme Wasser abgestellt, weil die Gaspreise so stark gestiegen sind. © dpa

Der Mieterschutzbund zeigt sich fassungslos, dass der Eigentümer eines Hauses in Frankfurt der Mieterschaft das warme Wasser abgestellt hat. Dessen Begründung findet er dreist.

Frankfurt - Der Landesverband des Deutschen Mieterschutzbundes verurteilt das Vorgehen eines Frankfurter Eigentümers, der in einem Mietshaus vor Wochen das warme Wasser abgestellt hat und dies trotz Klagen aus der Mieterschaft und einer einstweiligen Verfügung nicht wieder anstellen will, in scharfen Worten. Er nehme mit Bestürzung und Fassungslosigkeit zur Kenntnis, „dass jetzt auch hessische Vermieter ihre Vertragsbrüche auf die gestiegenen Gaspreise schieben und sich dabei auch noch im Recht sehen“, teilt er mit. Der Eigentümer hatte, wie die FR berichtete, argumentiert, er müsse die Mieterschaft des Hauses in Bockenheim vor hohen Gaskosten schützen.

Mieterinnen und Mieter bräuchten keine Bevormundung, sagt der Vorsitzende des Mieterbunds Hessen, Gert Reeh. „Sie können selbst entscheiden, ob und wie sie zukünftig Energie einsparen wollen und können.“ Die allermeisten Mieterinnen und Mieter legten zudem jetzt bereits vorsorglich Geld zurück, um die gestiegenen Gaskosten zahlen zu können.

Mieterschutzbund warnt vor Schimmelbildung und Rohrbrüchen im Winter

Wer seine Mieterinnen und Mieter so rücksichtslos behandele, wie im geschilderten Fall, müsse damit rechnen, dass er die juristischen Auseinandersetzungen verliere und die Verfahrenskosten „für solche armseligen Alleingänge“ zu tragen habe, sagt der Rechtsanwalt. Das Verhalten des Eigentümers könne zudem wirtschaftlich „ganz schnell nach hinten losgehen“. Wenn ein Haus nicht ausreichend beheizt werde, könne es zu Schimmelbildung und Rohrbrüchen kommen. Dann seien teure Reparaturen nötig, und Bewohner:innen könnten die Miete mindern.

Reeh appelliert an die Vermieterinnen und Vermieter, sich trotz Energiekrise an ihre Pflichten zu halten. „In schwierigen Zeiten muss man zusammenhalten und aufeinander Rücksicht nehmen“, sagt er. So dürften etwa Temperaturabsenkungen nur gemeinsam beschlossen werden.

Der Eigentümerverband Haus&Grund Hessen hat das Vorgehen des Vermieters ebenfalls scharf kritisiert. Dieses sei zu verurteilen, sagte Geschäftsführer Younes Frank Ehrhardt im FR-Interview. Es handele sich aber um einen Einzelfall. (Christoph Manus)

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