Unverändert provisorisch ist der Abzweig der Straßenbahnstrecke von der Düsseldorfer in die Niddastraße. Der Gleisbau fiel aus. FOTO: Rainer Rüffer
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Unverändert provisorisch ist der Abzweig der Straßenbahnstrecke von der Düsseldorfer in die Niddastraße. Der Gleisbau fiel aus.

Verkehr

Peinliche Posse: Arbeiten für Straßenbahn geplatzt – Jetzt gibt es erneut Einschränkungen

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
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Wegen Gleisbauarbeiten in Frankfurt kam es während der Herbstferien zu erheblichen Einschränkungen im Straßenbahnverkehr. Dabei wurde in einer Straße gar nicht gebaut.

Frankfurt - Für viele Fahrgäste nach Griesheim, Höchst, Nied, Rebstock und Ginnheim war die zweiwöchige Sperrung der Hauptschlagader des Frankfurter Straßenbahnnetzes am Hauptbahnhof in den Herbstferien sehr ärgerlich. Nun wird etwas noch Ärgerlicheres klar: Die Sperrung war unnötig. Die zentralen geplanten Bauarbeiten in der Düsseldorfer Straße wurden gar nicht ausgeführt.

Erst auf Nachfrage räumt die fürs Straßenbahnnetz zuständige städtische Verkehrsgesellschaft (VGF) ein, dass der geplante Austausch und Umbau der Gleisverbindung von der Düsseldorfer in die Niddastraße im Bahnhofsviertel in Frankfurt nicht wie geplant stattfand. Der Hersteller habe die beiden Weichen nicht termingerecht liefern können, sagt VGF-Sprecher Bernd Conrads.

Straßenbahn in Frankfurt: Weichen nicht rechtzeitig zum Umbau geliefert

Bestellt worden seien die Weichen mit dem üblichen Vorlauf bereits ein Jahr zuvor. Doch erst Ende September dieses Jahres und damit kurz vor Baubeginn habe der Lieferant mitgeteilt, dass er wegen eines Materialengpasses nicht liefern könne. Das betraf die zur Weiche gehörenden Betonschwellen, so Conrads.

Obwohl die zentralen Arbeiten also nicht ausgeführt werden konnten, wurden dennoch fünf Straßenbahnlinien unterbrochen. Betroffen waren die Fahrgäste von Frankfurts meistgenutzter Tram-Linie, der 11 nach Höchst, ebenso der Linien 14 ins Gallus, 21 nach Nied, 16 nach Ginnheim und 17 zum Rebstockbad. Warum hat die VGF diese Sperrung dann nicht abgesagt? Die Deutsche Bahn habe eigene Bauarbeiten, die im Bereich der Tram-Strecke ausgeführt werden müssen, extra in diesen Sperrzeitraum gelegt, erklärt VGF-Sprecher Conrads. Diese Arbeiten an Schächten zur Sanierung der B-Ebene des Hauptbahnhofs hätten sich nicht verschieben lassen. "Dafür musste die Straßenbahnstrecke gesperrt werden."

Verkehr in Frankfurt: Ausgefallene Arbeiten an Straßenbahnstrecke nun im März 2022

Für zehntausende Fahrgäste bedeutet der Lieferengpass des Weichenherstellers nun erneute Pein: Die VGF will die ausgefallenen Bauarbeiten nun vom 28. Februar bis 11. März 2022 nachholen. Immerhin mache die Baufirma diese Terminverschiebung mit, ohne Mehrkosten zu verlangen, betont Bernd Conrads.

Auch seien keine Mehrkosten für Ersatzverkehr zu erwarten, betont der VGF-Sprecher - schlicht weil es den nicht gibt. Fahrgäste konnten und können erneut die unterbrochene Stelle im Tram-Netz mit der U4 zwischen Hauptbahnhof und Festhalle/Messe oder mit der S-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Galluswarte umfahren. Dafür hatte die VGF nur einige wenige nächtliche Zusatzfahrten auf der U4 ergänzt.

Immerhin: Die VGF habe die Sperrung genutzt, um die stark beanspruchten Schienen in der Düsseldorfer Straße zu schleifen, erklärt Conrads. Das erhöhe die Lebensdauer der Gleise. Der Abschnitt ist der am stärksten belastete im ganzen Straßenbahnnetz. An die 70 Bahnen fahren hier in der Hauptverkehrszeit jede Stunde entlang. Die VGF nutzt den Weichenaustausch auch dafür, den Abzweig so umzubauen, dass hier künftig breitere Straßenbahnwagen verkehren können, die Fahrgästen mehr Platz bieten. Solche Anpassungen erledigt die VGF nach und nach bei ohnehin anstehenden Bauarbeiten. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

Künftig sollen weitere Linien das Straßenbahnnetz in Frankfurt erweitern.

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