Ein Foto aus schöneren Zeiten: Uwe Forstmann, Sprecher des Großen Rates, ist der Spaß mittlerweile vergangenen. Zumindest virtuell soll die Fastnacht gefeiert werden. foto: Leonhard   
Hamerski
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Ein Foto aus schöneren Zeiten: Uwe Forstmann, Sprecher des Großen Rates, ist der Spaß mittlerweile vergangenen. Zumindest virtuell soll die Fastnacht gefeiert werden. foto: Leonhard Hamerski

Traurige Narren

Frankfurt: Keine Fastnachtssitzungen, aber ein Prinzenpaar

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Der Große Rat und die Stadt arbeiten gemeinsam an einem Konzept für einen virtuellen Umzug für die Saison 2021. Auch das Programm für den 11.11. ist noch unklar.

Frankfurt -Jetzt ist es amtlich: In der Kampagne 2020/ 21 wird es wegen der Corona-Pandemie in der Mainmetropole keinen Umzug am Fastnachtssonntag geben. Zumindest nicht so, wie man es gewohnt ist. Stattdessen werde über einen virtuellen Umzug nachgedacht, sagte Uwe Forstmann, Sprecher des Großen Rates, gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Bereits vergangene Woche hatte die Zuggemeinschaft den Umzug in Klaa Paris abgesagt.

Spruchreif sei aber noch nichts, Details könne man deswegen auch noch nicht bekanntgeben. Die Hälfte der Initiatoren, die für die Umsetzungen eines Umzuges in dieser Art nötig wären, hätte bereits grünes Licht dafür gegeben. Anfang Oktober, so Forstmann, gebe es ein weiteres Treffen mit der Stadt, mit der man derzeit ein entsprechendes Konzept erarbeite.

Auch die Möglichkeit, die Frankfurter Fastnacht kleiner zu fahren wie zum Beispiel in ihren historischen Anfängen, werde geprüft. Hierzu wären die örtlichen und technischen Voraussetzungen in Frankfurt gegeben, allerdings sei stets das oberste Gebot zu beachten: Alle Gesundheitsregeln müssen greifen, die Zusammenarbeit mit Gesundheitsamt und Stadt muss intensiv bleiben. Und: Abschließend müsse das Konzept dann auch noch von der Landesregierung in Wiesbaden abgesegnet werden. "Da rauchen die Köpfe", sagt der Sprecher.

Noch keine Entscheidung gebe es derweil, wie man mit dem 11.11., der offiziellen Eröffnung der Kampagne umgehe. Anders sieht es aus, was die Saal-Fastnacht betrifft. Denn die fällt in diesem Jahr in der gesamten Stadt aus. Das sei auf der Jahreshauptversammlung des Großen Rates Anfang der Woche beschlossen worden. Nachdem man die Frankfurter Fastnachts-Vereine, rund 60 gehören dem Großen Rat als Dachverband an, angehört hatte. "Viele Vereine hatten bereits alle Veranstaltungen abgesagt, andere suchten noch nach Lösung. Letztlich haben wir uns aber geeinigt, alleine mit der Belüftung in den Sälen ist es schwierig", sagt Forstmann.

Unterm freien Himmel gibt es Möglichkeiten

Soll heißen: Sowohl die Inthronisationssitzung des Frankfurter Prinzenpaares, wie auch der Galaball, die Rosa-Cloudchen-Sitzungen und auch sämtliche Kinderveranstaltungen fallen in der anstehenden Kampagne aus. "Auch wenn es rational gesehen die richtige Entscheidung ist, so blutet einem als Fastnachter das Herz. Denn Fastnacht ist Emotion, und diese Emotion muss nun zurückstecken", sagte Uwe Forstmann.

Zurückstecken ja, aber nur teilweise. Deswegen bezeichnet der Sprecher die anstehende Kampagne auch gerne als "Outdoor-Fastnacht", also eine Fastnacht unter freiem Himmel. Denn so werde der Große Rat freilich versuchen, Ersatz zu schaffen für die ausfallenden Saalveranstaltungen. Über einige Aktionen werde derzeit nachgedacht, sagt Forstmann, die auch über ein Hygienekonzept verfügen würde.

Auch wenn die Fastnacht 2020/ 21 anders wird als sonst, es gibt auch Traditionen, an denen trotz Corona festgehalten wird. So wird es trotz der widrigen Umstände ein Prinzenpaar und auch ein Kinderprinzenpaar geben. Sie werden freilich weniger zu tun haben als sonst, aber auch hier suche man nach einer Lösung. "Wir überlegen, ob die Prinzenpaare nicht trotzdem in die Vereine gehen können", sagt Forstmann. Auch werde über andere Aktionen nachgedacht. Zudem könnte es sein, dass die Prinzenpaare nicht nur für die anstehende Kampagne sondern auf die darauffolgende im Amt bleiben.

"Bei allen Überlegungen muss man aber stets beachten, dass wir alle nicht wissen, wie die Situation in drei oder vier Monaten aussieht. Wir müssen immer damit rechnen, dass wir wieder umdenken müssen", sagt Forstmann. Unterkriegen ließe man sich aber trotzdem nicht. Denn, so der Sprecher, Fastnachter seien dafür bekannt, aus nichts viel zu machen. judith dietermann

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