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Seit drei Jahren betreibt Luca Cinelli den Kiosk am Mitscherlichplatz. Er hat viele Stammkunden. Doch jetzt droht das Aus, der Vermieter will ihn los haben, sagt er.

Petition gestartet

Streit um beliebten Kiosk im Westend: Vermieter kündigt Betreiber

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Der Betreiber eines Kiosks in Frankfurt hat eine Petition gestartet, um sein Aus abzuwenden. Streitpunkt sind angebliche Mietschulden.

  • Kiosk-Streit im Westend in Frankfurt
  • Vermieter wirft dem Betreiber Mietschulden vor und kündigt
  • Dieser streitet das ab und will klagen

Frankfurt – Luca Cinelli versteht die Welt nicht mehr. Sein Kiosk, den er seit drei Jahren am Kreisel unmittelbar am Mitscherlichplatz betreibt, soll ohne ihn weitergeführt werden. Dabei ist sein Kiosk sehr beliebt, aus ganz Frankfurt kommen die Gäste zu ihm, um Ice Cream Rolls, Focaccia und viele weitere Leckereien bei "Cinelli's (H)eis & More" zu genießen.

Kiosk-Streit im Westend in Frankfurt: Anfangs lief es zwischen Betreiber und Vermieter gut

Doch damit könnte es bald vorbei sein. Cinelli liegt nämlich im Klinsch mit seinem Vermieter. Um das drohende Aus abzuwenden, hat Cinelli jetzt eine Petition gestartet. Dabei lief es anfangs gut zwischen ihm und rfr, dem Unternehmen, das das angrenzende Hochhaus "160 Parkview" baut und den Kiosk in Sichtweite vermietet. Das Gelände gehört der Stadt Frankfurt. "Wir waren fast schon zusammengewachsen. Aber im Laufe der Zusammenarbeit gab es immer mehr Probleme und Mängel", erzählt Cinelli.

Den Kiosk will die rfr Management GmbH auf gar keinen Fall aufgeben. "Wir möchten, dass der Kiosk bleibt", sagt Birgit Ritscher-Filka, Head of Leasing & Marketing. Auf die Zusammenarbeit mit Cinelli wird aber offenbar kein großer Wert mehr gelegt. Man habe ihm nahegelegt, ein Konzept zu erarbeiten, "mit dem er seine Miete erwirtschaften kann", sagt Birgit Ritscher-Filka. "Bis heute haben wir kein Konzept erhalten." Auch deshalb "suchen wir nach einem neuen Betreiber". Auch seinen Mietzahlungen sei Cinelli nicht nachgekommen. "Schon seit Monaten", sagt Birgit Ritscher-Filka.

Kiosk-Streit in Frankfurt: Cinelli weist Mietschulden-Vorfurf zurück

Cinelli schildert das anders. Es handele sich nicht um Mietschulden, sondern um Mietminderung. "Ich verklage jetzt die rfr zusätzlich, weil ich immer noch nicht meine Auslagen für die Instandhaltung, Wartung und Anschaffungen für den Kiosk erstattet bekommen habe", sagt er. Immerhin habe er 6300 Euro vorgestreckt.

Die Behauptung, er habe Mietschulden, sei nicht korrekt. Vielmehr handele es sich um eine Mietminderung von monatlich 200 Euro, weil eine ursprünglich als Lager genutzte Garage nicht mehr zur Verfügung stehe. Außerdem gebe es im Kiosk-Gebäude einige Unzulänglichkeiten. "Im vergangenen Sommer haben wir die Mängel aufgelistet und Mietminderung gemacht", sagt Cinelli. Und: "Wir wollen hier einen guten Job machen, wir haben hier etwas aufgebaut und die Leute finden es super. Inzwischen sind wir eine Institution."

Cinelli zu Kiosk-Streit in Frankfurt: Anstatt „alles aufzuarbeiten, haben sie uns einfach gekündigt“

Im vergangenen Herbst habe er den Kontakt zum Vermieter gesucht und auch Lösungen angeboten. "Doch anstatt sich hinzusetzen und alles aufzuarbeiten, haben sie uns einfach gekündigt", sagt Cinelli. Nach einem Gespräch sei man dann allerdings so verblieben, dass "wir weitermachen durften." Ende 2019 flatterte dann doch die Kündigung ins Haus.

Trotz aller Unstimmigkeiten möchte Cinelli weitermachen. "Unsere Gäste lieben uns und wollen unbedingt, dass wir bleiben. Und das wollen wir auch", hofft er noch auf ein Einlenken der rfr.

Von Enrico Sauda

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