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Im Juli wird die Kirche St. Raphael in einem Gottesdienst entweiht. Dann kann das Gebäude abgerissen werden. (Archivbild)

Am Industriehof in Frankfurt

Kirche in Frankfurt wird abgerissen und macht Platz für eine Schule

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Die Kirche St. Raphael am Industriehof in Frankfurt soll abgerissen werden. Dort soll eine neue katholische Schule entstehen. 

  • Am Industriehof in Frankfurt soll eine neue Schule gebaut werden.
  • Um für den Neubau Platz zu machen, wird die Kirche St. Raphael abgerissen.
  • Die neue Schule soll im September 2023 eröffnet werden.

Frankfurt - Die Baugrunduntersuchung und Vorplanung für die katholische Schule St. Raphael auf dem Gelände der gleichnamigen früheren Pfarrei am Industriehof in Frankfurt sind einen entscheidenden Schritt vorangekommen: „Wir werden im Spätsommer den Bauantrag stellen und hoffen, dass er zum Jahreswechsel 2020/21 genehmigt wird“, sagt Andreas Krebs, Vorsitzender der Freunde und Förderer der St. Raphael Schule.

Bereits am 5. Juli wird Weihbischof Thomas Löhr die Kirche St. Raphael in einem feierlichen Gottesdienst profanieren. Dadurch wird der Weg frei für den Abriss der Kirche sowie der Nachbargebäude des in der Großpfarrei St. Marien aufgegangenen Gemeindezentrums St. Raphael. Die dort bislang noch beheimateten Gemeinden der ungarischen und ukrainischen Katholiken suchen mit Hilfe der katholischen Stadtkirche noch nach neuen Räumen.

Kirche in Frankfurt wird abgerissen: Dort entsteht eine neue Schule

„Die frühere Gemeinde St. Raphael wird aber in der Schulgemeinde St. Raphael weiterleben“, betont Krebs. St. Marien wird als Eigentümerin das rund 5000 Quadratmeter große Grundstück in Frankfurt in Erbpacht vergeben: Die St. Raphael Stiftung als Bauherr und die Malteser Werke gGmbH als Träger werden die neue katholische Schule, die auch Kindern anderer Glaubensrichtungen offenstehen wird, als dreizügiges G9-Gymnasium für 800 Frankfurter Schüler aufbauen.

Die Eröffnung mit der Jahrgangsstufe 5 ist jetzt für den 4. September 2023 vorgesehen, der Vollbetrieb soll aufwachsend bis zum Schuljahr 2031/32 aufgenommen werden. „Bei den längeren Voruntersuchungen hat sich gezeigt, dass der schadstoffbelastete Boden leider bis zu einer Höhe von drei Metern nicht wiederverwendbar ist“, bedauert Krebs. Die vor allem mit Öl und Teer belasteten Rückstände im Boden an vielen Stellen des Industriehofgeländes in Frankfurt müssten fachgerecht entsorgt werden.

Dadurch hat sich auch die Bausumme von 42 Millionen auf etwa 45 Millionen Euro verteuert. Davon übernehmen die Malteser Werke selbst 1,5 Millionen Euro. Der Investitionszuschuss seitens der Stadt Frankfurt liegt bei 16 Millionen Euro, der des Bistums Limburg bei 7,5 Millionen Euro. Somit ergibt sich ein Finanzierungsbedarf von rund 25 Millionen Euro.

Frankfurt: Gesamtkosten für neue Schule liegen bei 45 Millionen Euro

Das Architekturbüro plus+bauplanung wird die neue L-förmige Schule am Industriehof in Frankfurt geöffnet zur Ludwig-Landmann-Straße entlang der Lötzener und der Hohensteiner Straße anstelle des aus wirtschaftlich-bautechnischen Gründen nicht sanierungsfähigen Gemeindezentrums errichten. An der rückwärtigen Seite der Hohensteiner Straße/Ecke Lötzener Straße wird eine Kapelle mit ausgebauten Fenstern und Altar aus der St. Raphael Kirche in den Gebäudekomplex integriert, ebenso soll der erst vor wenigen Jahren neu gebaute Kindergarten St. Raphael auf dem Nachbargrundstück in den erweiterten Schulcampus. Vorgesehen sind auch eine unterirdische Dreifeld-Sporthalle und eine Tiefgarage mit Zufahrt von der Rossittener Straße.

Die Kinder und Eltern der Schule sollten für ein christliches Welt- und Erziehungsbild aufgeschlossen sein. „Passend dazu wird St. Raphael den Schwerpunkt auf Gemeinschaft und soziales Engagement legen und für die Schüler einen Schulsanitätsdienst, das Engagement bei Nachbarschaftsprojekten und berufsvorbereitende Praktika bei den Maltesern anbieten“, erklärt Krebs. Sollten durch Umzug oder Grundstückstausch weitere Flächen in der Nachbarschaft am Industriehof in Frankfurt frei werden, könne später ein Grund- und/oder Realschulzweig hinzukommen.

Neue Schule am Industriehof in Frankfurt: Schulgeld von 150 Euro vorgesehen

Zur Schließung der Lücke zwischen der Hessischen Ersatzschulfinanzierung und den tatsächlichen Kosten des Schulbetriebs des neuen Frankfurter Gymnasiums ist ein monatliches Schulgeld von 150 Euro vorgesehen. „Zwar wird durch die Profanierung der Kirche das Gemeindeleben am Industriehof eine Zäsur erfahren, doch dafür wird im Dreieck Hausen/Bockenheim/Rödelheim ein neuer Leuchtturm katholischen Gemeindelebens entstehen“, betont Krebs. 

Von Gernot Gottwals

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