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Blumen und Kerzen sind am Eingang der Kindertagesstätte im Stadtteil Seckbach abgelegt.  

Nach Tod von kleinem Antonjo 

Kinderzentrum am Atzelberg bleibt weiter geschlossen

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Nach dem tragischen Tod von Antonjo C. in einer Kita in Frankfurt, bleibt die Einrichtung weiter geschlossen. Bildungsdezernentin Weber äußert sich derweil zum Unglück. 

Frankfurt - Zwei Wochen ist es nun schon her, dass der sechs Jahre alte Antonjo C. in einer Seckbacher Kindertagesstätte tödlich verunglückte. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, steht immer noch nicht fest. "Die Ermittlungen laufen weiter", sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen auf Nachfrage dieser Zeitung. Bisher liege noch kein Gutachten über die Sicherheit der Elektroanlage des Hauses vor.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Nach der Obduktion hatte Niesen mitgeteilt, dass alles auf einen tödlichen Stromschlag hindeute. Es seien aber weitere Untersuchungen nötig, um etwa herauszufinden, ob etwas an den Steckdosen in der Einrichtung nicht in Ordnung gewesen war. Augenzeugen hatten berichtet, dass Kabel aus einer Steckdose herausgeragt hätten.

Frankfurt: Kita am Atzelberg bleibt geschlossen

Das Kinderzentrum Atzelbergstraße bleibt auch weiterhin geschlossen. Wann die Einrichtung wieder öffnet, sei noch unklar. Das sagte ein Sprecher des Bildungsdezernats. "In diesen Tagen wird ein Sachverständiger die Kita aufsuchen und sich die Elektroanlagen anschauen", so der Sprecher.

Derweil hat sich Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Wochenende abermals - dieses Mal ausführlicher - auf ihrer privaten Facebook-Seite zu der Tragödie geäußert. "Dieses tragische Unglück ist immer noch unfassbar", schreibt Weber dort. "Es hat eine Familie, einen Stadtteil, die ganze Stadt in Trauer gestürzt. Wir alle fühlen mit der Familie. Wir fühlen mit denen, die bei dem entsetzlichen Unglück dabei waren. 

Frankfurt: Bildungsdezernentin Weber äußert sich 

Mit allen Menschen, Erwachsenen und Kindern, die sich jetzt Sorgen machen und sich Fragen stellen." Sie setze darauf, dass sich herausstellen werde, was geschehen sei. "Dies zu rekonstruieren und zu beurteilen, liegt in den Händen derjenigen, die das professionell am besten können", so die Bildungsdezernentin. "Uns anderen bleibt wenig übrig, als darauf zu warten und zu hoffen, dass es eindeutige Ergebnisse geben wird. Denn sowohl die Familie wie auch wir alle verlangen nach Gewissheit. Sie macht Antonjo nicht wieder lebendig. Aber sie macht das Unglück wenigstens fassbar."

Die Bildungsdezernentin geht aber davon aus, dass selbst wenn der Hergang einmal genau geklärt sei, Fragen bleiben werden: Was nur geschehen wäre, wenn irgendetwas um den Bruchteil einer Sekunde, oder um nur den Teil eines Zentimeters anders verlaufen wäre. "Diese Fragen werden sich manche ihr Leben lang stellen. Auch dies ist kaum auszuhalten. Es gibt niemanden, den dies nicht menschlich aufwühlt."

jlo

Die Kita Sonnenwind in Frankfurt wird nicht geschossen. Stattdessen kommt eine Gruppe hinzu.

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